„Wir bauen kommunale Strukturen auf.“

Von , am 28. Mai 2019 um 5:03 Uhr.


Im Vergleich zur letzten Europawahl hat die AfD in Augustdorf am vergangenen Sonntag um 8,08 Prozentpunkte zugelegt. Sie ist im Bund die größte Oppositionspartei und in allen Landesparlamenten vertreten. Was hat die AfD in Augustdorf vor? Welche Ziele hat sie? Und wie will sie bei der nächsten Kommunalwahl im kommenden Jahr antreten? Den Fragen hat sich das Gründungsmitglied der AfD in Lippe, Uwe Detert gestellt.

AUGUSTDORFER NACHRICHTEN: Wie sieht im Augenblick die Situation für die AfD in Augustdorf aus?

Uwe Detert: Wir haben im Augenblick das Problem, dass bundesweit in vielen Medien gegen die AfD Front gemacht wird.

AN: Wie wirkt sich das denn auf Augustdorf aus?

Detert: Gerade für die Wahl im kommenden Jahr bauen wir zur Zeit kommunale Strukturen auf. Manche Mitglieder wollen durch die Vorwürfe der Medien im Hintergrund bleiben. Gerade für die Wahl brauchen wir aber Leute, die sich vorne hinstellen. Da sind wir im Augenblick auf der Suche, wer dazu bereit ist.

AN: Wie sieht es konkret in Augustdorf mit der Mitarbeit aus?

Detert: Wir haben im Augenblick zwei Personen, die öffentlich für die AfD stehen, wir benötigen aber für die sieben Wahlbezirke immer noch einige, die mitmachen wollen.

AN: Werden Sie mit einem eigenen Bürgermeister antreten?

Detert: Wir werden sehen, wie sich die Situation darstellt. Wenn wir genügend Personen haben, werden wir mit einem eigenen Kandidaten antreten.

AN: Worauf führen Sie den Erfolg der AfD in Augustdorf zurück?

Detert: Ich denke, dass es mit dem Unmut der Leute zusammenhängt. Es hat aber auch mit der Bevölkerungssituation im Allgemeinen zusammen.

AN: Was meinen Sie damit?

Detert: Augustdorf hat eine geringe Kaufkraft. Da haben wir schon mal einen gewissen Unmut. Zusätzlich haben wir hier auch einen hohen Anteil von Russlanddeutschen. Mit diesen führen wir viele Gespräche.

AN: Was ist der Inhalt der Gespräche?

Detert: Viele stellen fest, dass die etablierten Parteien einen gewissen Islamkonsens haben.

AN: Was ist Ihre Position?

Detert: Wir lehnen den politischen Islam ab, weil er gleichzeitig nicht nur als Religion gilt, sondern seine eigenen Rechtssysteme hat. Jeder der unser Grundgesetz als Wertekanon vor seinen Glauben stellt, ist hier richtig. Die dieses nicht wollen, sollten überlegen, ob sie hier nicht falsch sind.

AN: Wie sehr sind Sie mit den Augustorfer Russlanddeutschen im Gespräch?

Detert: Wir haben einen eigenen Unterverband „Russlanddeutsche in der AfD“, hierdurch werden vor Ort Gespräche geführt.

AN: Was bewegt die Russlanddeutschen Ihrer Meinung nach in Augustdorf noch?

Detert: Viele haben ein großes Problem mit der „Ehe für alle“ und „Ehe für Gleichgeschlechtliche“. Darum fühlen sie sich bei der AfD gut aufgehoben.

AN: Wie stehen Sie dazu?

Detert: Ich habe für die Partnerschaft von Gleichgeschlechtlichen einen gemäßigten Ansatz. Die Christliche Ehe für Gleichgeschlechtliche lehne ich aber genau wie viele Russlanddeutsche ab.

AN: Was würde sich in Augustdorf ändern, wenn ein AfD-Bürgermeister käme?

Detert: Manche glauben, dass man mit einem neuen Bürgermeister auch einen neuen König wählt. Das ist natürlich Quatsch. Der Bürgermeister hat im Rat eine Stimme. Für mich hat der Bürgermeister eine Schlüsselposition, um zwischen Verwaltung, Rat und den Bürgern zu vermitteln. Er sollte eigentlich als Sprachrohr für den Bürger in den Rat hinein agieren.

AN: Wenn die AfD allerdings gut abschneidet, kann sie ja die Politik mitgestalten. Was erwartet den Bürger dann?

Detert: Wichtig ist für uns, dass wir eine höhere Transparenz der Rats- und Verwaltungsarbeit bekommen. Da schwebt uns zum Beispiel ein Live-Stream vor, so dass die Bürger, die interessiert sind aber keine Zeit haben, an den Sitzungen teilzunehmen, sich diese anschauen können. Weiterhin sind wir auch für mehr Bürgerentscheide.

AN: Warum?

Detert: Wir wollen den Bürgerwillen verstärkt aufgreifen und diesen umsetzen.

AN: Was wird noch im Programm der AfD für Augustdorf stehen?

Detert: Wir werden alles dafür tun, dass der Bundeswehrstandort Augustdorf erhalten bleibt und dass der Nationalpark nicht kommt.

AN: Herr Detert, herzlichen Dank für das Gespräch.

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