Häuserkampf in Detmold

Von , am 11. Juli 2019 um 4:00 Uhr.


Vermummte Soldaten schleichen zum Hauseingang. „Gesichert“ ruft einer, während der Rest der Truppe das G36 im Anschlag Stockwerk für Stockwerk nach oben geht, hochkonzentriert nach allen Seiten abgesichert. Dann im obersten Stockwechsel ein kurzes aber heftiges Feuergefecht. Ein Angreifer, der sich im hinteren Zimmer verschanzt hat, wird überwältigt und festgenommen.

Was sich wie eine Reportage aus einem Kriegsgebiet anhört, fand gestern mitten in Detmold statt, in einem verlassenen Verwaltungsgebäude des Straßenbauamtes Westfalen.

Mit zwölf Soldaten war die Abteilung militärische Ausbildungsunterstützung der Panzerbrigade 21 im Übungseinsatz, um sich auf ihren Auftrag im November in Kabul vorzubereiten. „Die Soldaten nehmen dort eine Schutzaufgabe wahr“, erklärt Oberstleutnant Michael Henneberg.
Um diese Aufgabe erfolgreich durchzuführen, diente das mehrtägige Training, das bereits am Montagmorgen startete. „Das Szenario, das wir hier simulieren, geht von einem Bombenanschlag aus, der soeben stattgefunden hat. Nun soll die Truppe einen Berater aus einem Haus holen“, so Henneberg.

Und nach welchen Kriterien werden die Soldaten ausgesucht? „Neben taktischem Geschick und der Kommunikation spielt auch das Auffassungsvermögen und die Geistesgegenwart eine Rolle“, so Henneberg.

Nachdem die Soldaten die Übung mehrfach absolviert haben, zeigen sich die Leiter der Übungen mit Lernerfolg ihrer Schützlinge zufrieden. „Wir haben die Schwachstellen besprochen und beseitigt“, freut sich einer der Ausbilder, den die Redaktion aus Sicherheitsgründen nicht nennt.

Auch Presseoffizier Hauptmann Martin Waltemathe zeigt sich beeindruckt. „Für die Soldaten ist es wichtig, zwischendurch eine Übung außerhalb der Kaserne durchzuführen“, erklärt er.

Und wie fanden die Soldaten die Übung? „Es war anspruchsvoll und anstrengend, hat sich aber gelohnt“, so das einhellige Fazit. Für ihren Auftrag in Kabul fühlen sich die Kameraden gut vorbereitet.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.