Augustdorf wird wohl weiter wachsen

Von , am 18. Juli 2019 um 4:00 Uhr.


Zwischen 2018 und 2040 soll die Bevölkerung der Gemeinde Augustdorf um 8,6% auf fast 11.000 Einwohner zunehmen. Im gleichen Zeitraum soll die Bevölkerung in ganz NRW nur um 0,9% wachsen. Im Kreis Lippe soll sie um 5,9 und in ganz Ostwestfalen-Lippe um 1,7 Prozent schrumpfen. Das teilte der Landesbetrieb Information und Technik (IT.NRW) in einer Pressemitteilung mit.

Von den 70 Städten und Gemeinden in Ostwestfalen-Lippe haben nur 18 eine Wachstumsprognose. Stärker als Augustdorf sollen nur vier Kommunen wachsen.

In Augustdorf sollen vor allem die Zahl und der Anteil der älteren Menschen stark zunehmen. Gab es 2018 nur 439 Personen, die 80 Jahre und älter sind, sollen es 2040 1.071 sein (plus 144%). Die Gruppe der 65 bis 80 Jahre alten soll von 1.080 auf 1.594 (plus 47,6%) anwachsen. Kleiner werden sollen hingegen die Zahl und der Anteil der jüngeren Menschen. Unter 19 Jahre sollen im Jahr 2.040 nur noch 1.947 anstatt der 2.406 Augustdorfer im Jahr 2018 sein (minus 19,1%).

Bürgermeister Dr. Andreas Wulf freut sich über die Zahlen: „Sie belegen, dass Augustdorf als Wohn- und Lebensort sehr beliebt ist.“ Augustdorf habe genügend Platz für 1.000 weitere Einwohner. Ein moderates Wachstum habe Vorteile für alle: „Haus- und Grundbesitzer profitieren von steigenden Werten ihrer Immobilien. Die Infrastruktur unserer Gemeinde kann nicht nur erhalten, sondern weiterentwickelt werden.“ Wenn Kommunen schrumpfen, dann verlieren Eigentümer häufig nicht nur Vermögen, sondern es würden auch wichtige Einrichtungen wie der ÖPNV, Schulen, Kindergärten oder der Einzelhandel zurückgebaut.

Die Prognose zeigt nach Auffassung von Wulf auch, dass es richtig sei, die Angebote für die älteren Menschen auszubauen. Dazu gehörten z.B. altersgerechte Wohnungen, Barrierefreiheit bei allen Einrichtungen, der Senioreninformationsdienst Lippe (SinfoL), verschiedene ISEK-Maßnahmen, spezielle Veranstaltungen oder besondere Sport- und Bewegungsangebote.

Die Vorhersage für die Entwicklung der jüngeren Einwohner sieht der Bürgermeister indes skeptisch. Die Zahlen der eingeschulten und in den nächsten Jahren einzuschulenden Kinder zeigten deutlich nach oben. Zum Schuljahr 2019/2020 wurden an beiden Augustdorfer Grundschulen insgesamt 140 Erstklässler angemeldet. Die Schülerzahlen sollen auf hohem Niveau bleiben. Aufgrund der erfolgten Geburten werden für die Einschulung im Jahr 2020 138, für 2021 131, für 2022 116, für 2023 143 und für 2024 162 Erstklässler prognostiziert. Das sind im Durchschnitt 138 Kinder pro Jahr. Die Einschulungsjahrgänge 2014 bis 2018 hatten hingegen nur eine durchschnittliche Stärke von 111 Kindern/ Jahr.

Die positive Entwicklung der Gemeinde werde aktuell durch den Mangel an verfügbarem Bauland ausgebremst, so Wulf: „Die Aktivierung von Bauland insbesondere für junge Familien und für ältere Menschen bleibt eine vordringliche Aufgabe. Das belegen die neuen Zahlen. Die älteren Menschen sind da und brauchen zukünftig mehr adäquaten Wohnraum. Jüngeren Familien müssen wir in Augustdorf halten und von auswärts dazu gewinnen, um der vorhergesagten Abnahme des Anteils junger Menschen entgegen zu wirken.“ Der Bürgermeister ist optimistisch, dass beides gelingen wird.

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