Soldaten kehren nach Hause zurück

Von , am 24. Juli 2019 um 21:00 Uhr.


Das Panzergrenadierbataillon 212 aus Augustdorf hat mit einem feierlichen Rückkehrerappell den zurückliegenden Auslandseinsatz in Nordafghanistan offiziell beendet. Seit Oktober 2018 stellten 270 Augustdorfer Panzergrenadiere das „Force Protection Battalion“ (Schutzbataillon) in Masar-e Scharif.

In Anwesenheit des Kommandeurs der Panzerbrigade 21 „LIPPERLAND“, Brigadegeneral Meyer, begrüßte der Bürgermeister der Alten Hansestadt Lemgo, Dr. Reiner Austermann, die Einsatzrückkehrer wieder in der lippischen Heimat. Bataillonskommandeur Oberstleutnant Maik Cohrs blickte in seiner Ansprache auf acht bewegte Monate im Einsatz zurück.

Zusätzlich nahmen zahlreiche Soldatinnen und Soldaten aus anderen Verbänden der Brigade und weiteren Dienststellen, welche ebenfalls im „Force Protection Battalion“ eingesetzt waren, an dem feierlichen Appell in der Augustdorfer Kaserne teil. Das Heeresmusikkorps Veitshöchheim sorgte bei hochsommerlichen Temperaturen für die musikalische Gestaltung des militärischen Zeremoniells. Insgesamt traten rund 470 Soldatinnen und Soldaten auf dem Scharnhorstplatz an. Größtes Unterscheidungsmerkmal: Die Einsatzrückkehrer trugen letztmalig die im Einsatz üblichen sandfarbenen Feldanzüge mit Wüstentarndruckmuster.

Im Mai 2018 erreichte der erste Befehl zur Aufstellung und Ausbildung des „Force Protection Battailons“ das Augustdorfer Kampftruppenbataillon. Eine unmittelbare Folge des Parlamentsbeschlusses aus dem März, der eine personelle Aufstockung der Einsatzkräfte der Bundeswehr im Rahmen der NATO-Mission „Resolute Support“ („Entschlossene Unterstützung“) vorsah. „Ab diesem Zeitpunkt galt es umzuplanen“, betonte Oberstleutnant Cohrs in seiner Ansprache. „Vor allem aber bedeutete der Einsatzauftrag, dass wir als Panzergrenadierbataillon 212 unseren Dienst an unterschiedlichen Orten in Deutschland wie Augustdorf, Wildflecken und Munster aber auch in Afghanistan, in Mazar-e Sharif und Kunduz und, wie sich später herausstellte, auch in Meymaneh werden leisten müssen“ so der Kommandeur der „212er“ weiter.

Die Aufstellung des Stabes sowie die Etablierung des multinationalen Schutzbataillons, das aus Soldatinnen und Soldaten aus 17 Nationen gemeinsam ihren Dienst versahen, sei „echte Pionierarbeit“ gewesen, unterstrich Cohrs. „Hätte Ihnen jemand gesagt, dass Sie im 48. Deutschen Einsatzkontingent Pionierarbeit leisten werden, hätte Sie sicher mit dem Kopf geschüttelt“, gab der Bataillonskommandeur, der selbst acht Monate im Einsatz war, in der Rückschau mit einem Lächeln zu.

Alle Soldatinnen und Soldaten des Bataillons, ob im Einsatz oder im Heimatdienst, hätten ihren Auftrag erfüllt und dürften stolz auf Ihre Leistungen sein, lobte Cohrs. Mit Blick auf die Ereignisse im Einsatz, insbesondere die sanitätsdienstliche Versorgung verwundeter afghanischer und US-amerikanischer Soldaten sowie die allgemeine Bedrohungslage stellte Cohrs klar: „Ich wäre naiv zu glauben, dass wir nun einfach so weitermachen können.“ Und so forderte der 41-jährige Generalstabsoffizier „seine“ Soldatinnen und Soldaten auf, aufeinander acht zu geben, wie sie es im Einsatz getan haben.

Dr. Reiner Austermann, Bürgermeister der Patenstadt Lemgo, hieß die Einsatzrückkehrer herzlich willkommen und zeigte sich erleichtert, dass alle Angehörigen des Panzergrenadierbataillons 212 wohlbehalten nach Deutschland zurückgekehrt sind. „Die Menschen haben mit Ihnen auf einen glücklichen Ausgang gehofft, sie haben – je nach Weltanschauung – die Daumen gedrückt oder für Sie gebetet“, wusste Dr. Austermann von der großen Solidarität der Lemgoer Bevölkerung mit „ihrem“ Bataillon zu berichten. „212“ habe seinen militärischen Auftrag wieder einmal vorbildlich erfüllt, führte der Bürgermeister aus.

„Als Bürger dieses Landes danke ich Ihnen dafür herzlich“, schloss Austermann seine Ansprache.Seit 2017 haben 1.200 Soldatinnen und Soldaten der Panzerbrigade 21 „LIPPERLAND“ am NATO-Einsatz „Resolute Support“ in Afghanistan teilgenommen. Derzeit befinden sich noch rund 40 im Einsatzland. Doch bereits zum Jahreswechsel wird diese Zahl wieder steigen, wenn das Jägerbataillon 1 aus Schwarzenborn als „Force Protection Battailon“ in Nordafghanistan im Einsatz sein wird.

Der NATO-Einsatz hat einen personellen Gesamtumfang von ca. 15.000 Soldaten und Soldatinnen. Neben den NATO-Mitgliedstaaten beteiligen sich noch 14 weitere Nationen als sogenannte operationelle Partner an diesem Einsatz. Deutschland übernimmt als Rahmennation eine besondere Verantwortung. Weitere rund 20 Nationen sind zusammen mit Deutschland im Norden Afghanistans tätig.

Ein Gedanke zu „Soldaten kehren nach Hause zurück

  • 26. Juli 2019 um 10:10
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    Wir Anwohner werden aufgefordert sorgsam mit Trinkwasser umzugehen. Seit der letzten Hitzewelle genau wie bei der jetzigen sehe ich täglich große Wassersprenger hinter den Panzerhallen, die dort Tag und Nacht riesige Mengen Wasser abgeben. Sie sind so groß wie in Baumschulen oder mancherorts auf Feldern! Dort wird das hinzugekommene Erweiterungsgelände bewässert. Wie ist das zu rechtfertigen? Tags sieht man es, nachts hört man das Wasser. Ich sprach den Bürgermeister darauf an, der mir erklärte, die Bundeswehr hat ihre eigene Wasserversorgung. Aha! Unbegrenztes Grundwasser für die Bundeswehr? Nur unser Reservoir geht irgendwann zur Neige? Tolle Vorbildfunktion, wenn dort so übermäßig gewässert wird und wir sparen sollen. Ich hoffe jeden Tag, dass sie hinterm Zaun vernünftig werden und die Sprenger abstellen. Gestern mit dem stellvertretenden Bürgermeister gesprochen. Er wollte es sich gestern dort vor Ort ansehen. Ich glaube, es ist ganz egal was wir hier als Bürger anmerken. Wir zählen nicht.

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