Unzuverlässigkeit bei Prospektverteilung

Von , am 11. August 2019 um 14:05 Uhr.


Die Redaktion der AUGUSTDORFER NACHRICHTEN hat sich auf die Fahne geschrieben, über alles aus der Gemeinde zu berichten. Das schließt dann auch Situationen ein, in denen man selbst ungewollt Teil der Berichterstattung wird, wie am Wochenende geschehen.

Fast jeden Tag erhält man sie: Werbung, Anzeigen, Zeitungen und Prospekte. Manchmal kommen diese mit der Post, aber häufig werden sie auch durch Privatfirmen verteilt. Natürlich nicht nur in Augustdorf; aber eben auch.

Nun kommt es immer mal wieder vor, dass kostenlose Zeitungen nicht zu jedem der 3700 Haushalte ausgetragen werden. Häuser, die ein bisschen fernab der Hauptstraße liegen oder deren Einfahrt ansteigend ist, werden gerne schon mal vernachlässigt.

Am Mittwoch dieser Woche hatten die AUGUSTDORFER NACHRICHTEN ein Unternehmen aus Lüdinghausen beauftragt, einen Hochglanzflyer, der auf den bevorstehenden Start der Druckausgabe und das Abonnement hinweist, an alle Haushalte in Augustdorf zu verteilen. Natürlich mit Ausnahme derjenigen, die schon auf dem Briefkasten darauf hinweisen, dass keine Werbung erwünscht ist.

Am Wochenende erfolgten Hinweise in den sozialen Medien, dass nicht alle Flyer korrekt verteilt wurden. Manche Straßenzüge hatten gar keinen erhalten, in anderen Briefkästen lagen dafür manchmal mehr als 20 Exemplare. Was war geschehen?

Am Freitag morgen um kurz vor acht Uhr trifft ein weißer Bulli mit fünf Personen aus Hamm kommend, auf dem Parkplatz vor dem ehemaligen Jibi-Gebäude ein. Prospekte werden übergeben, alle Verteiler stellen sich noch bereitwillig für ein Foto zur Verfügung. Dann soll es los gehen. „In vier Stunden sind wir fertig, wir rufen dann an“, sichert der Gruppenleiter der Redaktion zu.

Diese ist in den kommenden Stunden auch nicht untätig, fährt mit dem Auto durch Augustdorf und macht Stichproben an einzelnen Briefkästen – keine Auffälligkeiten. Nachmittags erreichen die Redaktion Anrufe dreier Augustdorfer, die erzählen, dass bei ihnen nicht nur ein Flyer, sondern sechs, 15 und in einem Fall sogar 26 Prospekte im Postkasten liegen.

Telefonate mit anderen Bürgern ergeben, dass manche wiederum gar keine Flyer erhalten haben. Noch am Abend erreicht die Redaktion den Leiter der Verteilerfirma, Herrn M. Dieser zeigt sich überrascht und will nach eigenen Angaben den Gruppenleiter von Hamm noch einmal nach Augustdorf schicken, um zu kontrollieren, was schief gelaufen ist. Ob er das wirklich gemacht hat, lässt sich nicht nachverfolgen.

Nachdem auch in den sozialen Medien zwei Beiträge erscheinen, dass die Verteiler unprofessionell vorgegangen waren, fährt die Redaktion am nächsten Morgen durch die Sennerandgemeinde und sammelt die zuviel verteilten Flyer ein, mit jeweils einer Flasche Sekt und natürlich – einer Entschuldigung im Gepäck.

Gleichzeitig wird Herr M. über die unprofessionelle Arbeitsweise seiner Mitarbeiter informiert und ebenfalls darüber in Kenntnis gesetzt, dass die Angelegenheit ein juristisches Nachspiel haben werde. Auch wird er dazu aufgefordert, zu den Vorwürfen bis um zwölf Uhr am heutigen Sonntag Stellung zu beziehen. Bis Redaktionsschluss kam keine Antwort.

War das nun eine Ausnahme? Wie ergeht es anderen Firmen, die Prospekte verteilen lassen? Eine Abfrage bei Google ergibt bei dem Stichwort „Prospektverteilung“ 170.000 Ergebnisse. Viele der Firmen die diese Dienste anbieten, sitzen im Ruhrgebiet, aber auch in Ostwestfalen-Lippe sind einige Anbieter ansässig, die damit werben, „schnell, zuverlässig und sicher“, Prospekte zu verteilen.

Schaut man sich die Berichte von Kunden an und spricht mit einigen, stellt man schnell fest, dass ganz unterschiedliche Erfahrungswerte vorliegen. Von „ganz unzuverlässig“, bis „alles klasse“, ist alles dabei.

Der Verdienst der Prospektverteiler liegt überwiegend zwischen zwei und fünf Cent pro verteiltem Prospekt. „Dadurch ist die Motivation bei manch einem Verteiler hoch, einfach ein Paket mit Prospekten auf einem Parkplatz abzustellen oder 20 Stück in den Briefkasten zu stecken“, erklärt ein mit den Vorgängen vertrauter Experte.

Soweit die Situation, wie sie sich darstellt.

Was bedeutet diese Erfahrung nun für die AUGUSTDORFER NACHRICHTEN?

Für eine zweite geplante Prospektverteilung, die Ende des Monats stattfinden wird, werden wir mit Personen zusammenarbeiten, die wir kennen und auf die wir uns verlassen können. Einige haben sich auch schon am Wochenende gemeldet und  beworben. Wenn auch Sie Interesse daran haben, schreiben Sie uns einfach unter job@augustdorfernachrichten.de

Wir haben am Wochenende bereits Kontakt mit einem Anwalt aufgenommen, der sich der Angelegenheit annehmen wird. Über den Ausgang halten wir Sie natürlich auf dem Laufenden.

Und auch in Zukunft werden wir, egal ob es andere oder uns betrifft, offen berichten – genauso, wie Sie es von uns gewohnt sind.

 

3 Gedanken zu „Unzuverlässigkeit bei Prospektverteilung

  • 11. August 2019 um 19:17
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    Ich bekomme schon seit Jahren weder „Der Augustdorfer“ noch die kostenlose wöchentliche Werbezeitung.
    Das Informationsmaterial von euch auch nicht.

    Antwort
    • 11. August 2019 um 20:04
      Permalink

      Liebe Frau Franke,
      wir werden sicherstellen, dass auch Sie bei der zweiten Verteilung in zwei Wochen mit bedacht werden. Lieben Gruß!

      Antwort
  • 13. August 2019 um 19:05
    Permalink

    Auch der Storchenweg ist leer ausgegangen

    Antwort

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