„Falls keine Verbesserung eintritt, werden wir Klage einreichen.“

Von , am 13. August 2019 um 4:00 Uhr.


Eigentlich wohnen Angelika und Jürgen Gerdt idyllisch. Eine Häuschen am Inselweg, das durch eine Terrasse zusätzlich geschmückt wird; direkt hinter einer Hecke liegt der Pausenhof der Realschule. Aber auch das stört das Ehepaar nicht. „Wir haben im Haus unsere Enkelkinder, da ist es selbst bei uns laut“, erklären beide schmunzelnd und fügen hinzu: „Der Schulhoflärm macht uns überhaupt nichts aus.“

Was den beiden jedoch die Freude raubt, sind nächtliche Ruhestörungen, die sogar in Drohungen gegen Angelika Gerdt gegipfelt haben, wie sie selbst erzählt. „Vor fünf bis sieben Jahren hat alles angefangen“, erinnern sich beide. Da hätten noch Bänke und Tische auf dem Schulhof der Realschule gestanden. „Die waren dann des Abends und Nachts eine willkommene Sitzgelegenheit für Jugendliche, die sich hier volllaufen ließen und Radau machten“, erinnern sich beide. Erst nach einer Intervention wurden die Sitzmöglichkeiten wieder abmontiert. „Uns tat das ja auch leid, weil den Schülern tagsüber etwas weggenommen wurde“, so Angelika Gerdt.

Aber selbst mit dem Wegfall von Tischen und Bänken hörte die Ruhestörung nicht auf. „Das geht seit Jahren so“, klagen beide und unterstreichen, dass ihnen dadurch auch ein Stück Lebensqualität abhanden gekommen sei. Viele Eingaben und Beschwerden hätten sie bei der Gemeinde gemacht, die unverhört verklungen seien. Und auch die zahlreichen Anrufe bei der Polizei hätten zu nichts geführt. „Nach einiger Zeit fragt uns ein Polizist, warum denn immer wir anriefen“, empört sich das Ehepaar.

Am 26. Juni hatten die beiden es dann leid und schalteten einen Anwalt ein, der der Gemeinde einen Brief schickte. Erst danach habe sich etwas getan. „Nun wurden Bauzäune während der Ferien aufgestellt, dadurch hat sich die Situation ein wenig beruhigt“, so Jürgen Gerdt, der unterstreicht: „Diese temporäre Lösung muss stationär und dauerhaft werden.“

Am 31. Juli eskalierte die Situation dann noch einmal. „Ich war im Haus und hörte auf einmal wie Flaschen zerschlugen wurden und Personen an den Bauzäunen rüttelten“, erinnert sich Angelika Gerdt. Sie ging raus und stellte die Jugendlichen zur Rede. „Dann wurde ich beschimpft und mir wurden sogar Schläge angedroht“, entrüstet sie sich.

Es ist aber nicht nur der Lärm, der dem Ehepaar Angst macht. Die beiden vermuten, dass auch mit Drogen gehandelt wird. „Es ist auch auffällig, dass zu bestimmten Uhrzeiten Autos aus anderen Orten am ehemaligen Freibad vorfahren, dann werden die Scheiben heruntergelassen, ein paar Jugendliche gehen dorthin, tauschen etwas aus und die Autos fahren wieder weg.“

Auch der Nachbar des Ehepaars, Gerd Köster, kann ein Lied von den Ruhestörungen singen. Sein Schlafzimnmerfenster liegt direkt zum ehemaligen Freibadeingang hin. „Die Treppe wird für Gelage genutzt, manchmal sogar die ganze Nacht lang“, klagt er und fügt seufzend hinzu: „Es nimmt einfach keiner mehr Rücksicht.“

Für Angelika und Jürgen Gerdt steht indes fest: „Falls keine Verbesserung eintritt, werden wir Klage einreichen.“

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