Wilde Wälder braucht das Land

Von , am 13. August 2019 um 3:45 Uhr.


 

Auch in Augustdorf ist es an manchen Stellen zu beobachten: Dem Wald geht es schlecht: Eichenprozessionsspinner und Borkenkäfer vermehren sich, Waldbäume vertrocknen und Brände nehmen zu – „all das sind Auswirkungen der Klimakrise, in der wir uns längst befinden“, erklärt der Naturschutzbund (Nabu). Vor allem forstliche Monokulturen würden durch den Insektenbefall stark in Mitleidenschaft gezogen. Dass auch standortheimische Laubbäume Schwierigkeiten mit der Trockenheit haben, sei sogar noch alarmierender.

„Die Entwicklung, die unsere Wälder gerade nehmen, ist besorgniserregend“, beschreibt Heinz Kowalski, waldpolitischer Sprecher des NABU, die Situation. „Die Hitze macht den Klimawandel spürbar und dass viele Fichtenbestände durch Dürre und Borkenkäfer abgestorbenen und braun gewordenen sind, macht ihn für viele Menschen sichtbar.“

Naturnahe Wälder und ihre Böden sind starke Verbündete im Kampf gegen die Klimakrise: Bäume, die hundert und mehr Jahre alt werden, bieten die Chance, atmosphärischen Kohlenstoff über viele Jahrzehnte zu binden. Wenn die Wälder diese Funktion verlieren, verschärft sich die Situation des Klimawandels. Die Politik ist daher dringend gefordert, schnell wirksame Gegenmaßnahmen einzuleiten.

An erster Stelle müsse stehen, den Ausstoß von Treibhausgasen zügig, konsequent und wirksam zu senken. Darüber hinaus müsse alles getan werden, um die Funktion als CO2-Senke der Wälder zu erhalten und sie durch Neupflanzungen mit Laubbäumen nach Möglichkeit zu verbessern. Dabei ist es nicht allein damit getan, neue vermeintlich anpassungsfähige Bäume anzupflanzen. Ebenso sollten vorrangig Mischwälder gefördert, die natürliche Entwicklung zugelassen und Waldwildnisgebiete ausgewiesen werden. Auch kann eine besondere Aufmerksamkeit darauf gerichtet werden, dass mehr Wasser im Wald gespeichert werden kann, indem zum Beispiel zusätzliche Waldteiche angelegt werden.

Die Tatsache, dass das Ziel des Naturschutzes von fünf Prozent Waldwildnis bis 2020 nicht erreicht wird, zeige, welchen geringen Stellenwert dem Wald von der Politik bisher eingeräumt worden sei. Von der Politik fordert der NABU deshalb überarbeitete Waldbaukonzepte, die den Wald nicht primär unter Gesichtspunkten der wirtschaftlichen Nutzung betrachten. „Gerade in Anbetracht des voranschreitenden Klimawandels müssen wir den vielfältigen Vorteilen des Ökosystems Wald mehr Raum geben“, lautet die Forderung vom Nabu.

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