Bericht aus Niger begeistert Jugendliche

Was erwartet mich eigentlich bei der Bundeswehr? Welche Laufbahnen kann ich dort einschlagen und wie sieht das Soldatenleben aus? Mit diesen und vielen weitere

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Was erwartet mich eigentlich bei der Bundeswehr? Welche Laufbahnen kann ich dort einschlagen und wie sieht das Soldatenleben aus? Mit diesen und vielen weitere Fragen kamen 37 Teilnehmer aus ganz Nordrhein-Westfalen zum diesjährigen Sommercamp zur Generalfeldmarschall-Rommel-Kaserne. Bis Freitag lernen die Jugendlichen, die zwischen 16 und 18 Jahren alt sind, was es bedeutet ein Soldatenleben zu führen. Dazu war am Montagabend auch gleich prominenter Besuch vor Ort. Oberstleutnant Christian Risse, der von Juni bis Dezember 2017 Verbindungsoffizier in Niger war, schilderte in beeindruckender Weise, wie sein Einsatz verlaufen ist und welche Herausforderungen sich ihm stellten. "Ich habe vor Ort für die Kameradinnen und Kameraden des Lufttransportstützpunktes bei der Zusammenarbeit mit den nigrischen Streitkräften und anderen lokalen Behörden vermittelt", erklärte Risse sein Aufgabenspektrum. Im Wüsten-Tarnanzug gekleidet, berichtete Risse von den Herausforderungen des Alltags in dem afrikanischen Land. "Man benötigt dort ständige Flexibilität und Kreativität, um die unzähligen kleinen Dinge, die dem „großen Ziel“ gefährlich werden können, niederzukämpfen – und die beste Waffe hierzu ist das Lächeln im eigenen Gesicht. Dann kapituliert irgendwann auch der hartnäckigste nigrische Verwaltungsbeamte", erklärte Risse schmunzelnd. Seine Aufgabe bestand auch darin, die Übergabe von Pick-Ups, Motorrädern und Lastkraftwagen zur Mobilisierung und Versorgung der nigrischen Sicherheitskräfte zu organisieren, aber auch die Baumaßnahmen für Räumlichkeiten des künftigen Hauptquartiers der G5-Sahel Brigade zu begleiten. "Die 170 Tage gehören zu den intensivsten meines Lebens", gestand Risse dem interessiert lauschenden Publikum Dabei unterstrich der Oberstleutnant auch, dass es im Einsatz niemals Routine gegeben habe. Mit einem speziell gepanzerten Toyota Land Cruiser Trojan, bei dem ein einzelner Reifen alleine dreieinhalb tausend Euro kostet, fuhr der Verbindungsoffizier oft stundenlang quer durch die Wüste. Denn zum Kernauftrag gehörte auch eine ständige Erreichbarkeit für das deutsche Einsatzkontingent in Gao, für die deutsche Botschaft in Niamey, die deutschen Behörden, Organisationen und Ministerien, und nicht zuletzt für die nigrischen Streitkräfte, berichtete Christian Risse gegenüber den AUGUSTDORFER NACHRICHTEN. Und auch wenn der Einsatz anstrengend war: "ich würde da gerne noch einmal hin", verriet Oberstleutnant Risse den Teilnehmern, die nach dem lebendigen Vortrag lang anhaltenden Applaus spendeten.