Offene Fremdenfeindlichkeit: „Wir wollen nur Deutsche als Mieter.“

Eine niederländische Immobiliengesellschaft, der die Siedlung Am Dören gehört, kündigt zahlreichen Bewohnern und hat klare Vorstellungen darüber, wer als zukünftiger Mieter in Frage kommt. Die Siedlung Am Dören ist eng mit der Geschichte Augustdorfs verknüpft. Am 11. Dezember 1775 unterzeichnete Graf Simon August zur Lippe einen Meierbrief, der August Simon Struß berechtigte, am Dören ein Kolonat und einen Krug anzulegen. Im Jahre 1779 wurde der Anbauplan für die neue Ansiedlung am Dören beschlossen, allerdings standen 1780 nur vier strohgedeckte Hütten in der Ansiedlung. 1789 erhielt die Ansiedlung den Namen „Augustdorf“ – zur Erinnerung an den 1782 gestorbenen Grafen. Und auch wenn die Siedlung die Keimzelle von Augustdorf darstellt, genießt sie nicht immer den besten Ruf; „Schuldenhügel“ ist einer der wenig

Um diesen Artikel und alle weiteren lesen zu können, registrieren Sie sich bitte.

Der Vorgang dauert nur zwei Minuten. Mit einem Online- oder Premiumabonnement erhalten Sie unbegrenzten Zugriff auf spannende Reportagen, Berichte, Porträts und Videos aus Augustdorf; immer aktuell und unparteiisch.
Weitere Informationen sowie Preise erhalten Sie, indem Sie unten auf "registrieren" klicken.

Sie haben Ihre Zugangsdaten bereits? Dann nutzen Sie ganz einfach das Login, um gleich weiterzulesen.

Anmelden
   
Die Siedlung Am Dören ist eng mit der Geschichte Augustdorfs verknüpft. Am 11. Dezember 1775 unterzeichnete Graf Simon August zur Lippe einen Meierbrief, der August Simon Struß berechtigte, am Dören ein Kolonat und einen Krug anzulegen. Im Jahre 1779 wurde der Anbauplan für die neue Ansiedlung am Dören beschlossen, allerdings standen 1780 nur vier strohgedeckte Hütten in der Ansiedlung. 1789 erhielt die Ansiedlung den Namen „Augustdorf“ – zur Erinnerung an den 1782 gestorbenen Grafen. Und auch wenn die Siedlung die Keimzelle von Augustdorf darstellt, genießt sie nicht immer den besten Ruf; "Schuldenhügel" ist einer der wenig schmeichelhaften Begriffe, mit der die Anhöhe am Rand der Generalfeldmarschall-Rommel-Kaserne zwischendurch manchmal bedacht wird; Investoren und Eigentümer gaben sich zeitweise die Klinke in die Hand. Im Augenblick ist die "AB Immobilien" Eigentümerin. Sie hat ihren Sitz in Amsterdam. Die Wohnungen werden durch die Adler Real Estate AG verwaltet, mit Sitz in Berlin. Der Pressesprecher erklärte, dass in den vergangenen Tagen 15 Kündigungen verschickt worden seien. "In allen Fällen war der Grund, dass es Zahlungsrückstände von mindestens zwei Monaten gegeben hat", so Dr. Rolf-Dieter Grass. Nun muss man wissen, dass die Miete in vielen Fällen vom Sozialamt direkt an den Vermieter bezahlt wird. Aus informierten Kreisen erfuhr die Redaktion, dass es schon mehrmals Schwierigkeiten bei Überweisungen gab, da der Vermieter der Siedlung und somit die Kontoverbindung gewechselt hatte. Mahnungen und Kündigungsandrohungen waren die Folge, die häufig erst in letzter Minute abgewendet werden konnten. Wie es sich bei diesen Kündigungen verhält, lässt sich im Augenblick für die Augustdorfer Nachrichten noch nicht nachvollziehen. Der Redaktion sind zur Zeit keine Fälle bekannt, bei denen eine Kündigung eingegangen ist. Allerdings bekommen die zahlreichen Kündigungsschreiben einen faden Beigeschmack, wenn man eine weitere Tatsache betrachtet: Die Augustdorfer Nachrichten gingen dem Gerücht nach, dass in Zukunft lediglich Deutsche als Nachmieter in Frage kommen sollten. Darauf angesprochen, erwiderte Grass ausweichend: "Es ist beabsichtigt die Wohnungen an Mieter zu vermieten, die ihre Miete auch zahlen." Auskunftsfreudiger zeigte sich hingegen Fred Fischer, seines Zeichens Immobilienmakler und mit der Vermietung der Objekte Am Dören betraut. Im Internet taucht Fischer in vielen Immobilienportalen als Makler für Wohnungen auf, die der Adler Real Estate AG gehören. Im Gespräch mit der Redaktion erklärt er: "Mir wurde die ganz klare Aufgabe gegeben, nur an Deutsche und nicht an Ausländer zu vermieten." Auf Nachfrage wiederholte Fischer die Anweisung nochmal. Diese liege ihm zwar noch nicht schriftlich vor. "Das wurde mir aber mündlich klar kommuniziert", so Fischer. Mit dieser Aussage öffnet Fischer zukünftigen Klagen von abgewiesenen Mietern Tür und Tor, denn Diskriminierung im Mietrecht wird stark geahndet. Das Amtsgericht Tempelhof-Kreuzberg hat einem türkischen Ehepaar wegen diskriminierender Benachteiligungen in einem anstehenden Mietverhältnis eine Entschädigung in Höhe von jeweils 15.000 Euro zugesprochen. Das Amtsgericht hat den besonders hohen Entschädigungsbetrag mit dessen abschreckender Wirkung begründet und den Betrag deshalb „so bemessen, dass er geeignet erscheint, die Beklagte, deren Wohnanlage immerhin 44 Wohnungen umfasst, künftig von weiteren Diskriminierungen abzuhalten." Das Oberlandesgericht Köln hat einen Wohnungsverwalter verurteilt, an ein Ehepaar afrikanischer Herkunft und dunkler Hautfarbe einen Schadensersatz in Höhe von jeweils 2.500 Euro zu bezahlen. Eine Mitarbeiterin des Verwalters hatte die Kläger anlässlich einer Wohnungsbesichtigung abgewiesen und dabei erklärt: „Die Wohnung wird nicht an Neger, äh ... Schwarzafrikaner und Türken vermietet." Elisabeth Montag, Vorsitzende des Caritas Verbandes für den Kreis Lippe, der das Quartiersmanagementprojekt am Dören betreibt, und somit erster Ansprechpartner ist, wollte gegenüber der Redaktion weder zu den Kündigungen noch zu den offen geäußerten, fremdenfeindlichen Formulierungen offiziell Stellung beziehen. Wie es mit den Kündigungen weitergeht, was die Caritas unternimmt und ob die Verantwortlichen der Adler Real Estate AG die Aussagen von Fred Fischer unterstützen, erfahren Sie in den kommenden Tagen in den AUGUSTDORFER NACHRICHTEN.