Wulf wehrt sich gegen Vorwürfe

Nachdem die AUGUSTDORFER NACHRICHTEN am Mittwoch als Erste veröffentlichten, dass der CDU Vorstand einstimmig beschlossen hat, den jetzigen Bürgermeister Dr. Andreas Wulf für die kommende Kommunalwahl nicht wieder zu nominieren, reagiert der Fallengelassene jetzt auf die Vorwürfe.

Aus CDU-Kreisen war zuvor zu vernehmen, dass Wulf sich vor Jahren, während seiner Amtszeit, nach einer anderen Stelle umgesehen habe; „Das war ein Vertrauensbruch“, erklärte der CDU-Vorsitzende Frank Salomon.

Genau das greift Wulf in seiner Erwiderung auf. „Lutz Müller hatte mich schon 2010 oder 2011 auf die Sache angesprochen. Wenn man die Befürchtung hatte, dass ich jederzeit wechsele, hätte man mich schon 2015 nicht mehr aufstellen dürfen. Das Argument wirkt auf mich vorgeschoben.“, erklärt er.

Wulf macht deutlich, dass er im Jahr 2010 auf eine Stellenausschreibung mit einer Bewerbung reagiert habe. „Sowohl die dienstliche als auch die private Situation war eine ganz andere als heute“, erklärt er. „Wir hatten kein ISEK, kein Heidepark-Projekt, keine umfangreichen Schulbaumaßnahmen, keinen Bevölkerungszuwachs und viele weitere spannende Herausforderungen, die heute und in Zukunft bestehen“, so Wulf. Privat habe er noch keine Kinder in Kindergarten, Schule, Kirche und Vereinen gehabt und sei somit auch ganz anders in das Dorfleben eingebunden gewesen.

Auch auf die Äußerung Salomons, dass es eine Abmachung gegeben habe, dass „keiner mit der Presse spricht“, geht Wulf ein. Denn er soll, laut Teilnehmern, gesagt haben: „Sollte es trotzdem passieren, werde ich kämpfen.“

„Dazu stelle ich fest, dass der Wunsch, den Inhalt des Gesprächs nicht in die Öffentlichkeit zu tragen, vor allem von den Mitgliedern des Vorstands geäußert wurde. In Kombination mit dem zweiten Satz klingt der erste so, als wäre es mein (ausdrücklicher) Wunsch gewesen“, so Wulf. Er unterstreicht: „Der zweite Satz hört sich wie eine Drohung an. Dieser Satz entspricht nicht meinem Stil. Ich pflege auch keine Drohungen auszusprechen.“

Wulf erklärt, dass der Satz zudem nicht zur Situation passe. „In dem Gespräch mit dem gesamten Vorstand trugen die Vorstandsmitglieder ihre Bedenken hinsichtlich einer vierten Kandidatur vor. Wir haben beim Auseinandergehen vereinbart, dass ich nach einigen Tagen eine Rückmeldung gebe. Und das Gespräch sollte nicht öffentlich gemacht werden. Das Gespräch fand in einer freundschaftlichen Atmosphäre statt. Wir sind nicht im Streit auseinander gegangen. Es gab am Ende des Gesprächs keinen Grund, Drohungen auszusprechen“, so Wulf. Er betont: „Festzustellen ist, dass ich mich an den Wunsch des CDU-Vorstands, nicht mit der Presse zu sprechen, gehalten habe.“

Außerdem habe Frank Salomon, so Wulf, in allen nicht-öffentlichen Gesprächen gesagt, dass er nun einen Kandidaten suchen müsse. „Das bedeutete für mich, dass das gegebenenfalls auch öffentlich geschehen wird. Auch insofern macht eine Drohung beziehungsweise eine Ankündigung, dass ich im Falle einer Veröffentlichung der Entscheidung des Vorstands kämpfen werde, keinen Sinn.“

Der Bürgermeister betont, dass er stets erklärt habe, dass er sich die Option einer weiteren Kandidatur offen halte: „Für die Erreichung meiner Ziele kämpfe ich grundsätzlich immer. Das hat aber nichts damit zu tun, dass der CDU-Vorstand öffentlich macht, mich nicht zu unterstützen.“

 

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