Evangelische Lagerkirche feiert 70-jähriges Bestehen

Mit einem Fest­got­tes­dienst begeht die west­fä­li­sche Kir­che heu­te das 70-jäh­ri­ge Bestehen der evan­ge­li­schen Lager­kir­che in Schloß Hol­te-Stu­ken­b­rock. Die Pre­digt hält die Lan­des­pfar­re­rin für Poli­zei­seel­sor­ge,

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Mit einem Festgottesdienst begeht die westfälische Kirche heute das 70-jährige Bestehen der evangelischen Lagerkirche in Schloß Holte-Stukenbrock. Die Predigt hält die Landespfarrerin für Polizeiseelsorge, Pia Winkler. Zum Programm gehören außerdem eine Fotoausstellung zur Geschichte der Lagerkirche sowie ein Theaterstück, das am Donnerstag und Samstag vor Ort aufgeführt wird. Veranstalter sind neben der Evangelischen Kirche von Westfalen auch die NS-Gedenkstätte "Stalag 326" und die Fachhochschule für öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen. Das schlichte Gotteshaus wurde am 9. Oktober 1949 durch den damaligen westfälischen Präses Ernst Wilm (1901-1989) eingeweiht. Die Kirche diente den Bewohnerinnen und Bewohnern des früheren "Sozialwerks Stukenbrock", das sich nach dem Zweiten Weltkrieg um Vertriebene, Flüchtlinge und Aussiedler in der Region kümmerte. Das Werk bestand von 1948 bis 1969 auf dem Gelände des ehemaligen NS-Lagers "Stalag 326", das einst größte Lager für sowjetische Kriegsgefangene auf dem Gebiet des Deutschen Reiches. Heute ist auf dem Areal ein Bildungszentrum der Polizei angesiedelt. Im vom Land Nordrhein-Westfalen zusammen mit mehreren Wohlfahrtsverbänden betriebenen "Sozialwerk Stukenbrock" waren nach Schätzungen insgesamt 150.000 Vertriebene aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten, DDR-Flüchtlinge und russlanddeutsche Aussiedler vorübergehend untergebracht. Von Mittwoch bis Samstag ist eine Fotoausstellung über die evangelische Lagerkirche im ehemaligen Mehrzweckgebäude des Sozialwerks zu sehen. Dort wird auch das Theaterstück mit dem Titel "Im Herzen ein Nest aus Stacheldraht" gezeigt. Im Mittelpunkt der Aufführung steht das Leben des polnischen Zwangsarbeiters und Augenzeugen des nationalsozialistischen Judenmords Ferdinand Matuszek.
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