Mit Bogen und Pfeil und durch’s Furlbachtal

„Zie­hen, zie­hen, zie­hen. Bis der Mit­tel­fin­ger am Mund­win­kel ist — und dann los­las­sen.“ Chris­to­fer Malz wird nicht müde, auf die Aus­zugs­län­ge zu ver­wei­sen. Die­se Tech­nik ist uner­läss­lich. Für einen Anfän­ger, wie ich es bin, der wich­tigs­te Tipp. Denn sie­he da, den Bogen im Pis­to­len­griff im aus­ge­streck­ten lin­ken Arm, zieht und zieht der rech­te die Seh­ne bis zum gefor­der­ten Anschlag. Dann zischt der Pfeil mit Span­nung und Tem­po her­aus und bohrt sich ins Ziel — oder geht vor­bei. Macht nichts. Ich habe genü­gend Erfolgs­er­leb­nis­se beim Trai­ning der Bogen­sport­ab­tei­lung gesam­melt.

Zug­kraft des Bogens wird dem Schüt­zen ange­passt

Ein biss­chen Bam­mel hat­te ich schon, mich zu bla­mie­ren. Aber Lara-Ales­sia Salo­mon und Jac­que­line Sie­gis­mund sind erfolg­rei­che Bogen­schüt­zen der Grup­pe und zer­streu­en mei­ne Beden­ken. Chris­to­fer Malz sucht mir einen leich­ten Bogen aus.

Ein­wei­sung und Ein­schie­ßen, bevor es auf die Stre­cke geht

Mit Arm­schutz am lin­ken Unter­arm geht‘s auf den Übungs­platz, den die Grup­pe von Thors­ten Rott gepach­tet hat. „Es kommt immer mal wie­der vor, dass sich Wan­de­rer hier­her ver­ir­ren“, erzählt Salo­mon. Das sei gefähr­lich. Aus dem Grund habe die Grup­pe auch über­all Warn­schil­der ange­bracht. In eini­ger Ent­fer­nung vor mir sind zwei Schei­ben ange­bracht. Die soll ich anvi­sie­ren. Oha! Fehl­schuss in die Pla­ne, Fehl­schuss in‘s Gras — dann ein Tref­fer. „Neu­lin­ge brau­chen Ein­wei­sung, damit sie ein Gefühl bekom­men, auch für ver­schie­de­ne Distan­zen“, sagt Chris­to­fer Malz. „Damit man auch trifft, sonst macht es kei­nen Spaß.“
Die Bei­ne hüft­breit par­al­lel zum Ziel, das gilt auch für den Kör­per, erklärt Sie­gis­mund und selbst begeis­ter­te 3D-Bogen­schüt­zin, die Stel­lung. Und wie man den Bogen rich­tig hält, den Pfeil in den Nock­punkt setzt, Mit­tel- und Ring­fin­ger unter­halb der Nocke, den Zei­ge­fin­ger dar­über. Das sind die Grund­be­grif­fe, die ich mir schnell ein­prä­ge. Salo­mon und Sie­gis­mund haben ihre Pfei­le alle im Köcher. Jetzt zieht es mich in den Wald, um der Fas­zi­na­ti­on des 3‑D Par­cours auf die Schli­che zu kom­men. „Die Viel­fäl­tig­keit und die Tech­nik der Sport­art sind ein­fach toll“, schwär­men die Bogen­schüt­zen. „Wir haben uns auf den tra­di­tio­nel­len und auf 3D-Bogen­sport fokus­siert“, erklärt mir Marlz.
Unter­halb der klei­nen Hüt­te ist der Ein­stieg — und sofort fühlt man sich in einer ande­ren Welt.

Auf teils engen Pfa­den geht es rauf und run­ter

Der Par­cours schlän­gelt sich eini­ge Meter durch den wild­ro­man­ti­schen Forst. An die­sem hei­ßen, Tag kann man hier rich­tig durch­at­men. Das Blät­ter­dach bie­tet Schat­ten, ein­zel­ne Son­nen­strah­len glit­zern auf dem Grün. Tot­holz liegt kreuz und quer. Auf einem engen Pfad geht es rauf und run­ter.

Schnel­lig­keit und Ele­ganz

Gleich am ers­ten Abschuss­pflock bin ich beein­druckt. Ein Sur­ren erklingt in der Luft und Malz lan­det einen Voll­tref­fer in einen Dachs am Gegen­hang — die Attrap­pen sind lebens­groß. Malz besticht durch Schnel­lig­keit beim Abschuss. Aber auch die Bewe­gungs­ab­läu­fe von Lara-Ales­sia Salo­mon und Jac­que­line Sie­gis­mund sind ele­gant und geschmei­dig. Bei­de schen­ken sich nichts. Hier ein Schuss in ein Kanin­chen, dort ein Tref­fer in die Kill-Zone des Dach­ses, für die es die Höchst­punkt­zahl gibt.

Der per­fek­te Schuss

„Je nach Tier muss ent­we­der berg­ab anvi­siert wer­den oder berg­auf“, erklärt der Trai­ner. Da gilt es, die Hüf­te zu kip­pen. „Das war ein per­fek­ter Schuss“, jubelt Malz den bei­den Mäd­chen zu — der All­tag ist bei der Sport­art wie weg­ge­bla­sen.
„Bogen­sport erfor­dert höchs­te Kon­zen­tra­ti­on“, erläu­tert der Trai­ner. Wenn sich die Grup­pe trifft, unter­nimmt Malz mit den Mit­glie­dern zuerst eine Rei­he von Übun­gen, bevor es an‘s eigent­li­che Schie­ßen geht. „Es ist anstren­gend, aber unheim­lich ent­span­nend. Das Gesamt­kon­zept stimmt: Man ist drau­ßen in der Natur, hat Ruhe und ist voll kon­zen­triert“, bestä­tigt Chris­tof Malz mei­nen Ein­druck.

Nicht nur talen­tiert, son­dern auch wett­be­werbs­fä­hig

Dass die Hob­by­grup­pe, wie sich die Mit­glie­der selbst nen­nen, nicht nur talen­tiert ist, son­dern auch mit ande­ren mit­hal­ten kann, zeig­te sich jetzt erst Anfang Okto­ber wie­der. Bei der 14. Gebirgs­jagd in Wil­le­ba­des­sen hol­ten sie bei den Kin­dern den ers­ten Platz belegt und gewan­nen einen gro­ßen Leo­par­den als 3D-Ziel.
Jac­que­line mach­te bei Jugend Damen den ers­ten Platz und gewann eben­falls ein 3D-Ziel,
Und auch bei den Damen erlang­te die Grup­pe den drit­ten Platz und bei den Her­ren den zwei­ten.
„Das ist ein Sport für jeder­mann“, erklä­ren mir die Bogen­schüt­zen, nach­dem sie ihre Übun­gen been­det haben. Außer­dem eig­ne sich der Sport auch gut zur Medi­ta­ti­on. „Und auch für Per­so­nen mit Kon­zen­tra­ti­ons­schwie­rig­kei­ten sei die Sport­art etwas, da auch die Auge-Hand Koor­di­na­ti­on geschult wer­de.
Wer mehr über die Grup­pe erfah­ren möch­te, kann sich im Inter­net infor­mie­ren unter www.bosaa.de

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„Ziehen, ziehen, ziehen. Bis der Mittelfinger am Mundwinkel ist - und dann loslassen.“ Christofer Malz wird nicht müde, auf die Auszugslänge zu verweisen. Diese Technik ist unerlässlich. Für einen Anfänger, wie ich es bin, der wichtigste Tipp. Denn siehe da, den Bogen im Pistolengriff im ausgestreckten linken Arm, zieht und zieht der rechte die Sehne bis zum geforderten Anschlag. Dann zischt der Pfeil mit Spannung und Tempo heraus und bohrt sich ins Ziel - oder geht vorbei. Macht nichts. Ich habe genügend Erfolgserlebnisse beim Training der Bogensportabteilung gesammelt. Zugkraft des Bogens wird dem Schützen angepasst Ein bisschen Bammel hatte ich schon, mich zu blamieren. Aber Lara-Alessia Salomon und Jacqueline Siegismund sind erfolgreiche Bogenschützen der Gruppe und zerstreuen meine Bedenken. Christofer Malz sucht mir einen leichten Bogen aus. Einweisung und Einschießen, bevor es auf die Strecke geht Mit Armschutz am linken Unterarm geht‘s auf den Übungsplatz, den die Gruppe von Thorsten Rott gepachtet hat. „Es kommt immer mal wieder vor, dass sich Wanderer hierher verirren“, erzählt Salomon. Das sei gefährlich. Aus dem Grund habe die Gruppe auch überall Warnschilder angebracht. In einiger Entfernung vor mir sind zwei Scheiben angebracht. Die soll ich anvisieren. Oha! Fehlschuss in die Plane, Fehlschuss in‘s Gras - dann ein Treffer. „Neulinge brauchen Einweisung, damit sie ein Gefühl bekommen, auch für verschiedene Distanzen“, sagt Christofer Malz. „Damit man auch trifft, sonst macht es keinen Spaß.“ Die Beine hüftbreit parallel zum Ziel, das gilt auch für den Körper, erklärt Siegismund und selbst begeisterte 3D-Bogenschützin, die Stellung. Und wie man den Bogen richtig hält, den Pfeil in den Nockpunkt setzt, Mittel- und Ringfinger unterhalb der Nocke, den Zeigefinger darüber. Das sind die Grundbegriffe, die ich mir schnell einpräge. Salomon und Siegismund haben ihre Pfeile alle im Köcher. Jetzt zieht es mich in den Wald, um der Faszination des 3-D Parcours auf die Schliche zu kommen. „Die Vielfältigkeit und die Technik der Sportart sind einfach toll“, schwärmen die Bogenschützen. „Wir haben uns auf den traditionellen und auf 3D-Bogensport fokussiert“, erklärt mir Marlz. Unterhalb der kleinen Hütte ist der Einstieg - und sofort fühlt man sich in einer anderen Welt. Auf teils engen Pfaden geht es rauf und runter Der Parcours schlängelt sich einige Meter durch den wildromantischen Forst. An diesem heißen, Tag kann man hier richtig durchatmen. Das Blätterdach bietet Schatten, einzelne Sonnenstrahlen glitzern auf dem Grün. Totholz liegt kreuz und quer. Auf einem engen Pfad geht es rauf und runter. Schnelligkeit und Eleganz Gleich am ersten Abschusspflock bin ich beeindruckt. Ein Surren erklingt in der Luft und Malz landet einen Volltreffer in einen Dachs am Gegenhang - die Attrappen sind lebensgroß. Malz besticht durch Schnelligkeit beim Abschuss. Aber auch die Bewegungsabläufe von Lara-Alessia Salomon und Jacqueline Siegismund sind elegant und geschmeidig. Beide schenken sich nichts. Hier ein Schuss in ein Kaninchen, dort ein Treffer in die Kill-Zone des Dachses, für die es die Höchstpunktzahl gibt. Der perfekte Schuss „Je nach Tier muss entweder bergab anvisiert werden oder bergauf“, erklärt der Trainer. Da gilt es, die Hüfte zu kippen. „Das war ein perfekter Schuss“, jubelt Malz den beiden Mädchen zu - der Alltag ist bei der Sportart wie weggeblasen. „Bogensport erfordert höchste Konzentration“, erläutert der Trainer. Wenn sich die Gruppe trifft, unternimmt Malz mit den Mitgliedern zuerst eine Reihe von Übungen, bevor es an‘s eigentliche Schießen geht. „Es ist anstrengend, aber unheimlich entspannend. Das Gesamtkonzept stimmt: Man ist draußen in der Natur, hat Ruhe und ist voll konzentriert“, bestätigt Christof Malz meinen Eindruck. Nicht nur talentiert, sondern auch wettbewerbsfähig Dass die Hobbygruppe, wie sich die Mitglieder selbst nennen, nicht nur talentiert ist, sondern auch mit anderen mithalten kann, zeigte sich jetzt erst Anfang Oktober wieder. Bei der 14. Gebirgsjagd in Willebadessen holten sie bei den Kindern den ersten Platz belegt und gewannen einen großen Leoparden als 3D-Ziel. Jacqueline machte bei Jugend Damen den ersten Platz und gewann ebenfalls ein 3D-Ziel, Und auch bei den Damen erlangte die Gruppe den dritten Platz und bei den Herren den zweiten. „Das ist ein Sport für jedermann“, erklären mir die Bogenschützen, nachdem sie ihre Übungen beendet haben. Außerdem eigne sich der Sport auch gut zur Meditation. „Und auch für Personen mit Konzentrationsschwierigkeiten sei die Sportart etwas, da auch die Auge-Hand Koordination geschult werde. Wer mehr über die Gruppe erfahren möchte, kann sich im Internet informieren unter www.bosaa.de

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