Modernisierung: Augustdorfer Panzerbataillon bekommt neue „Leoparden“

(mw). Die Bundeswehr soll wieder mehr und deutlich modernere Ausrüstung bekommen, darunter auch Kampfpanzer. Deren Hersteller, Krauss-Maffei Wegmann, hat am Dienstag das erste Modell der verbesserten Version des Leopard 2 an das Deutsche Heer übergeben. Mit dabei: Panzersoldaten aus Augustdorf. Denn der Leopard 2 A7V findet seine neue Heimat in der Rommel-Kaserne.

Während eines Festaktes am Firmensitz des Rüstungskonzerns in München übernahm eine Besatzung der 3. Kompanie des Panzerbataillons 203 symbolisch den Schlüssel des ersten Modells. Bataillonskommandeur Jörg Stenzel zeigte sich begeistert: „Heute wird Zukunft gemacht. Ein weiterer oder wichtiger Schritt in die Zukunft für mein Bataillon und die Panzertruppe.“ Peter Tauber, Parlamentarischer Staatssekretär im Verteidigungsministerium, betonte in seiner Ansprache: „Die Bundeswehr bekommt, was sie verdient.“ Es gehe darum, die Strukturen der Streitkräfte endlich materiell zu befüllen. „Kampfpanzer werden auch künftig das Rückgrat schlagkräftiger Landstreitkräfte bilden“, betonte Tauber.

Neue Version mit umfangreichen Verbesserungen

Leopard 2 A7V – so lautet die Bezeichnung des derzeit modernsten Kampfpanzers in der NATO. Das „A7“ steht dabei für die siebte Generation des Leopard 2, das „V“ für „Verbessert“. Gegenüber dem Leopard 2 A7 zeichnet sich der Leopard 2 A7V beispielsweise durch eine gesteigerte Nachtkampffähigkeit, zusätzliche Schutzmaßnahmen und eine leistungsstärkere Klimatisierung des Innenraums aus. Zudem wurde die Feuerleitanlage des Kampfpanzers sowie die Anbindung an Führungssysteme verbessert. 104 dieser Fahrzeuge hat das Bundesverteidigungsministerium bestellt, sie sollen bis zum Jahr 2023 an die Truppe ausgeliefert werden. Das Panzerbataillon 203 wird zukünftig mit 14 Kampfpanzern Leopard 2 A7V ausgestattet. Im kommenden Jahr nehmen Besatzungen des Bataillons an Erprobungen der neuen Version des Leopard-Kampfpanzers teil. Die Auslieferung des Gerätes ist für das Jahr 2022 vorgesehen. Eine Erprobung in Augustdorf ist derzeit für den Herbst 2021 geplant.

NATO setzt seit Krim-Krise wieder mehr auf Kampfpanzer

Nach dem Ende des Kalten Krieges hatte die Bundeswehr vor allem bei ihren Panzerverbänden massiv den Rotstift angesetzt und sich eher auf Auslandseinsätze auf dem Balkan oder in Afghanistan mit leichterem Gerät konzentriert. Die in Augustdorf stationierten Panzerbataillone 213 und 214 wurden in den Jahren 1992 und 2002 außer Dienst gestellt. Doch spätestens seit der russischen Annexion der Krim feiert der Kampfpanzer innerhalb der NATO eine Art „Comeback“. Die Augustdorfer Brigade verfügt derzeit über zwei gepanzerte mechanisierte Kampftruppenbataillone, die die Durchsetzungsfähigkeit des Großverbandes in konventionellen Landkriegsoperationen sicherstellen.

Modernstes Gerät in Augustdorf

Mit dem Kampfpanzer Leopard 2A7V kommt erneut modernstes Gerät an den Bundeswehrstandort am Sennerand. Im Januar bereitete das Panzergrenadierbataillon 212 dem Schützenpanzer „Puma“ einen feierlichen Empfang in Augustdorf. Somit verfügen beide gepanzerten Bataillone zukünftig über das modernste Gerät des Heeres.

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