Vorstandsrücktritt schlägt hohe Wellen. Kreisverband berät weiteres Vorgehen.

Bürgermeister Dr. Andreas Wulf freut sich über die Abstimmung. Seine Erklärung sorgt für Kopfschütteln in Teilen der Partei.

Auch vier Tage nach dem Rücktritt der CDU-Gemeindeverbandsvorsitzenden Frank Salomon, Uwe Rieks und Gottfried Dennebier sind die Wogen nicht geglättet. Im Gegenteil.

Was ist geschehen? Der CDU-Vorstand hatte den einstimmigen Beschluss gefasst, Dr. Andreas Wulf nicht wieder als Kandidaten für die nächste Bürgermeisterwahl aufzustellen. In einer Probeabstimmung unter den Mitgliedern stimmte jedoch eine Mehrheit von drei Mitglieder dagegen. Grund genug für die drei Vorsitzenden, ihr Amt mit sofortiger Wirkung abzugeben.

Da der CDU-Ortsverband nun keinen Vorstand mehr hat, springt die nächsthöhere Instanz, der CDU-Kreisverband, ein. Dessen Vorsitzender, Lars Brakhage, sprach exklusiv mit den AUGUSTDORFER NACHRICHTEN über die Abstimmung und wie es nun weiter geht. „Mich wundert das Ergebnis der Abstimmung nicht“, erklärte er im Gespräch, da er aus beiden Lagern im Vorfeld Anrufe erhalten habe. Er selbst zeigte sich verwundert, dass überhaupt eine Probeabstimmung durchgeführt wurde. „Das hätte ich nicht gemacht“, so Brakhage.

„In der kommenden Woche wird der Kreisvorstand das weitere Vorgehen beraten und dann nach Augustdorf kommen, um die Vorschläge zu unterbreiten“, erläutert der Kreisverbandsvorsitzende das weitere Vorgehen. Durch die Auseinandersetzung, sieht Brakhage auch die Marke der CDU beschädigt. „Wir wollen bei der nächsten Wahl den Landrat stellen und auch in den Kommunen stark sein, da ist so ein Streit nicht förderlich“, so Brakhage.

Er sei allerdings in den Konflikt erst eingeschaltet worden, als eine Annäherung zwischen den Lagern mehr möglich gewesen sei. In seinen Augen wurde in Augustdorf unnötig Porzellan zerschlagen. „Man hätte sich früher zusammensetzen sollen, um miteinander zu sprechen“, so sein Vorschlag.

Das unterstreicht auch Bürgermeister Wulf. In einer Erklärung betont er: „Es hätte meines Erachtens nicht so weit kommen müssen, wenn der Vorstand frühzeitig das Gespräch gesucht hätte – und zwar bevor er eine Entscheidung traf.“

Das will der Fraktionsvorsitzende Lutz Müller nicht auf sich sitzen lassen. „Es hat im Vorfeld immer wieder Gespräche mit dem Bürgermeister gegeben, bei denen wir ihm Signale gegeben haben, dass Handlungsbedarf besteht“, so Müller.

Wulf sieht sich durch die Abstimmung gestärkt: „Ich freue mich natürlich sehr über die Zustimmung der Mitglieder. Ihnen und Gott bin ich sehr dankbar. Auf der anderen Seite betrübt mich die ganze Entwicklung. Wir haben schließlich 17 Jahre zusammen gearbeitet. Ich habe in der Versammlung deutlich gesagt, dass ich weiterhin zu einer Kooperation bereit bin. Ich bin nicht nachtragend. Alle Menschen machen Fehler. Denjenigen, die nicht für mich gestimmt haben, reiche ich die Hand.“

Diese Erklärung stößt Müller sauer auf. „Warum bringt der Bürgermeister Gott in’s Spiel?“ fragt er und unterstreicht, dass der Zusammenhang zwischen einer Abstimmung und Glauben für ihn unpassend sei.

Aus den Reihen, die am Donnerstag gegen Wulf gestimmt haben, ist zu hören, dass aus der Fraktion vielleicht nur wenige im kommenden Rat seien. „Wir stehen nicht hinter Wulf, also können wir auch keinen Wahlkampf machen“, heißt es.

Der kommende Vorstand wird damit einer großen Aufgabe stehen. Wer das sein wird, ist jedoch noch nicht abzusehen. Es gibt Stimmen, die glauben, dass Wulf selbst die Aufgabe anstreben könnte.

Für Lars Brakhage würde das kein Problem darstellen. „Solange ein CDU-Gemeindeverbandsvorsitzender demokratisch legitimiert ist, ist das in Ordnung. Die Souveränität des Verbandes steht an erster Stelle“, erklärt er.

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Auch vier Tage nach dem Rücktritt der CDU-Gemeindeverbandsvorsitzenden Frank Salomon, Uwe Rieks und Gottfried Dennebier sind die Wogen nicht geglättet. Im Gegenteil. Was ist geschehen? Der CDU-Vorstand hatte den einstimmigen Beschluss gefasst, Dr. Andreas Wulf nicht wieder als Kandidaten für die nächste Bürgermeisterwahl aufzustellen. In einer Probeabstimmung unter den Mitgliedern stimmte jedoch eine Mehrheit von drei Mitglieder dagegen. Grund genug für die drei Vorsitzenden, ihr Amt mit sofortiger Wirkung abzugeben. Da der CDU-Ortsverband nun keinen Vorstand mehr hat, springt die nächsthöhere Instanz, der CDU-Kreisverband, ein. Dessen Vorsitzender, Lars Brakhage, sprach exklusiv mit den AUGUSTDORFER NACHRICHTEN über die Abstimmung und wie es nun weiter geht. "Mich wundert das Ergebnis der Abstimmung nicht", erklärte er im Gespräch, da er aus beiden Lagern im Vorfeld Anrufe erhalten habe. Er selbst zeigte sich verwundert, dass überhaupt eine Probeabstimmung durchgeführt wurde. "Das hätte ich nicht gemacht", so Brakhage. "In der kommenden Woche wird der Kreisvorstand das weitere Vorgehen beraten und dann nach Augustdorf kommen, um die Vorschläge zu unterbreiten", erläutert der Kreisverbandsvorsitzende das weitere Vorgehen. Durch die Auseinandersetzung, sieht Brakhage auch die Marke der CDU beschädigt. "Wir wollen bei der nächsten Wahl den Landrat stellen und auch in den Kommunen stark sein, da ist so ein Streit nicht förderlich", so Brakhage. Er sei allerdings in den Konflikt erst eingeschaltet worden, als eine Annäherung zwischen den Lagern mehr möglich gewesen sei. In seinen Augen wurde in Augustdorf unnötig Porzellan zerschlagen. "Man hätte sich früher zusammensetzen sollen, um miteinander zu sprechen", so sein Vorschlag. Das unterstreicht auch Bürgermeister Wulf. In einer Erklärung betont er: "Es hätte meines Erachtens nicht so weit kommen müssen, wenn der Vorstand frühzeitig das Gespräch gesucht hätte - und zwar bevor er eine Entscheidung traf." Das will der Fraktionsvorsitzende Lutz Müller nicht auf sich sitzen lassen. "Es hat im Vorfeld immer wieder Gespräche mit dem Bürgermeister gegeben, bei denen wir ihm Signale gegeben haben, dass Handlungsbedarf besteht", so Müller. Wulf sieht sich durch die Abstimmung gestärkt: "Ich freue mich natürlich sehr über die Zustimmung der Mitglieder. Ihnen und Gott bin ich sehr dankbar. Auf der anderen Seite betrübt mich die ganze Entwicklung. Wir haben schließlich 17 Jahre zusammen gearbeitet. Ich habe in der Versammlung deutlich gesagt, dass ich weiterhin zu einer Kooperation bereit bin. Ich bin nicht nachtragend. Alle Menschen machen Fehler. Denjenigen, die nicht für mich gestimmt haben, reiche ich die Hand." Diese Erklärung stößt Müller sauer auf. "Warum bringt der Bürgermeister Gott in's Spiel?" fragt er und unterstreicht, dass der Zusammenhang zwischen einer Abstimmung und Glauben für ihn unpassend sei. Aus den Reihen, die am Donnerstag gegen Wulf gestimmt haben, ist zu hören, dass aus der Fraktion vielleicht nur wenige im kommenden Rat seien. "Wir stehen nicht hinter Wulf, also können wir auch keinen Wahlkampf machen", heißt es. Der kommende Vorstand wird damit einer großen Aufgabe stehen. Wer das sein wird, ist jedoch noch nicht abzusehen. Es gibt Stimmen, die glauben, dass Wulf selbst die Aufgabe anstreben könnte. Für Lars Brakhage würde das kein Problem darstellen. "Solange ein CDU-Gemeindeverbandsvorsitzender demokratisch legitimiert ist, ist das in Ordnung. Die Souveränität des Verbandes steht an erster Stelle", erklärt er.

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