Feierliche Umbenennung des Lehrsaalgebäudes

Wo sonst Rekruten und Kommandeure ein- und ausgehen, war es am vergangenen Mittwochabend feierlich still. 800 Soldatinnen und Soldaten hatten sich vor dem Lehrsaalgebäude 110 eingefunden, um dessen Umbenennung in das „Oberstabsgefreite Alexej Kobelew Gebäude“ zu zelebrieren. Der Augustdorfer Soldat Alexej Kobelew war gerade mal 23 Jahre alt, als er vor acht Jahren bei einem Sprengstoffanschlag im Norden Afghanistans getötet wurde, fünf weitere Bundeswehrsoldaten wurden teils schwer verletzt. An diese Situation erinnerte der Brigadegeneral a.D. Dirk Backen einer einfühlsamen und zugleich hoch emotionalen Rede. Nachdem der Regionalkommandeur Nord Markus Kneip am im Mai 2011 bei einem Sprengstoffanschlag im Gouverneurssitz der nordafghanischen Provinz Takhar in Taloqan verwundet wurde und zur weiteren Behandlung nach Deutschland ausgeflogen werden musste, übernahm Backen während dessen

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Wo sonst Rekruten und Kommandeure ein- und ausgehen, war es am vergangenen Mittwochabend feierlich still. 800 Soldatinnen und Soldaten hatten sich vor dem Lehrsaalgebäude 110 eingefunden, um dessen Umbenennung in das „Oberstabsgefreite Alexej Kobelew Gebäude“ zu zelebrieren. Der Augustdorfer Soldat Alexej Kobelew war gerade mal 23 Jahre alt, als er vor acht Jahren bei einem Sprengstoffanschlag im Norden Afghanistans getötet wurde, fünf weitere Bundeswehrsoldaten wurden teils schwer verletzt. An diese Situation erinnerte der Brigadegeneral a.D. Dirk Backen einer einfühlsamen und zugleich hoch emotionalen Rede. Nachdem der Regionalkommandeur Nord Markus Kneip am im Mai 2011 bei einem Sprengstoffanschlag im Gouverneurssitz der nordafghanischen Provinz Takhar in Taloqan verwundet wurde und zur weiteren Behandlung nach Deutschland ausgeflogen werden musste, übernahm Backen während dessen Abwesenheit und Genesung bis zum 29. Juli 2011 das Kommando. „Und genau in dieser Zeit geschah der Anschlag“, berichtete er. Backen ließ die Situation noch einmal aufleben, angefangen, als die Truppe den Weg nach Afghanistan antrat. „Der Tod saß schon im Gepäck“, erinnerte er sich; denn zum Zeitpunkt seiner Abreise habe seine Schwiegermutter im Sterben gelegen. „Das war der schwerste Sommer meines Lebens“, erinnerte er sich. Auch den schicksalhaften Tag, als der Tod den Zugführer Alexej Kobelew ereilte, beschrieb Backen fast minutiös. „Der Einsatz erforderte Mut, Entschlossenheit und Tapferkeit“, so der Brigadegeneral a.D. Ganz still war es auf der Straße vor dem Gebäude 110, als Backen berichtete, wie der Leichnam des Kameraden zurück geflogen wurde, durch amerikanischen Verbündete. „Dem Piloten flüsterte ich ins Ohr: „Thank you, for bringing our boy home (Danke, dass Sie unseren Jungen nach Hause bringen)“ berichtete Backen, den Anwesenden auf dem Kasernengelände, unter denen sich auch die Familie des Soldaten befand. Oberstleutnant Maik Cohrs erklärte in seiner Ansprache, dass der Name des getöteten Soldaten bewusst für dieses Lehrgebäude gewählt worden sei. „Das Haus soll mahnen, dass die jungen Rekruten ihren Einsatz letzten Endes auch mit dem Leben bezahlen können“, so Cohrs. Auch General Ansgar Meyer richtete ein Grußwort an die Anwesenden und erklärte: Man vergisst so leicht, dass auch Soldaten Menschen sind.“ Mit dem heutigen Tag wolle man dem Vergessen vorbeugen. Alle drei enthüllten dann gemeinsam die Plakette, die über dem Eingang angebracht wurde. Aber nicht nur die Plakette erinnert an den Zugführer, sondern auch eine Vitrine im Eingangsbereich, die neben einem Bild Kobelews auch Hintergründe zum Anschlag präsentiert. Fast wie auf einem friedhof, nahmen zahlreiche Soldatinnen und Soldaten ein weiteres Mal Abschied von ihrem Kameraden, als sie stumm zur Vitrine gingen, als würden sie noch einmal „Lebewohl“ sagen. Mit den Klängen von „Brothers in Arms“ klang die Veranstaltung aus, die wohl noch jedem Teilnehmer für immer im Gedächtnis bleiben wird.