Ein fahrendes Rechenzentrum

Mit einem großen Medienaufgebot hat das Panzerbataillon 203 den 40. Geburtstag des Kampfpanzers Leopard 2 begangen.

„Seit 40 Jahren bilden Kampfpanzer vom Typ Leopard 2 das gepanzerte Rückgrat des Deutschen Heeres“, erklärte Oberstleutnant Jörg Stenzel nicht ohne stolz. Denn als am 25. Oktober 1979 der erste Leopard 2 in Munster übergeben wurde, war der Kalte Krieg in vollem Gange.

Die Bundeswehr hatte Ende der 70er-Jahre eine halbe Million Mann unter Waffen, mit Frühwarnflugzeugen, Panzerabwehrraketen, dem Mehrzweckkampfflugzeug Tornado und einer neuen Lkw-Generation investierte die Bundesregierung massiv in ihre Streitkräfte.

Bezahlt machte sich der Leopard 2 auf jeden Fall für den Hersteller Krauss-Maffei. Die mehr als 3000 gebauten Exemplare wurden und werden von 18 Staaten eingesetzt. Der Leopard 2 entwickelte sich zum De-Facto-Standard-Kampfpanzer der Nato. Grund für den Erfolg waren die ausgewogene Umsetzung der drei Grundprinzipien des Panzerbaus: Feuerkraft, Schutz und Beweglichkeit. Das unterstrich auch Stenzel.

Mit seiner 120-mm-Kanone war der Leopard 2 bei seiner Einführung stärker bewaffnet als die meisten anderen Kampfpanzertypen in Ost und West. Ebenso wichtig war die hochmoderne Feuerleitanlage. Auch heute sorgt ein Kreiselstabilisator über hydraulische und elektrische Antriebe dafür, dass Turm und Kanone stets auf das vom Richtschützen anvisierte Ziel ausgerichtet bleiben, unbeeinflusst von Fahrmanövern und Bodenbeschaffenheit.

Auch hatte sich die Nachtkampffähigkeit zum Vorgängermodell deutlich verbessert. Hatte der Leopard 1 dafür noch einen unförmigen Scheinwerfer mit Infrarot- und Weißlicht benötigt, erhielt sein Nachfolger ein Wärmebildgerät, das passiv die Infrarotstrahlung von Objekten erfasste.

Für den Schutz der Besatzung sorgt die damals neuartige Verbundpanzerung. Dabei dienen mehrere Schichten von Stahlplatten als tragende Karosserieteile.  In die Hohlräume sind Platten aus Keramik und Kunststoffen eingelassen, die die Schutzwirkung des Stahls ergänzen.  Die Munition ist in einem von der Besatzung mit einem Schott abgetrennten Bunker untergebracht. Sogenannte Blow-off-Panels lösen sich im Explosionsfall nach außen ab und mindern so die Wirkung der Druckwelle. Damit die rund 60 t des Leopard 2 beweglich bleiben, arbeitet im Heck ein 12-Zylinder-Dieselmotor  mit 1100 KW, der unter idealen Straßenbedingungen eine Höchstgeschwindigkeit von knapp über 70 km/h erlaubt.

Zehn Jahre nach Einführung des Leopard 2 fiel die Mauer, und mit dem Ende des Kalten Krieges verloren Kampfpanzer erst einmal ihre Bedeutung. Bei Auslandseinsätzen waren leichtere und beweglichere Fahrzeuge gefragt. Entsprechend reduzierte die Bundeswehr ihren Bestand von mehr als 2000 Leopard 2 um rund zwei Drittel.

Bei der Bundeswehr soll der Leopard 2 vom Jahr 2035 an sukzessive vom als MGCS bezeichneten Nachfolger abgelöst werden.  Doch bis dahin muss er eine wichtige Rolle im deutschen Sicherheitskonzept übernehmen. Mit Russlands Besetzung der Krim und dem Krieg in der Ukraine ist der Schutz des eigenen Landes und der Nato-Verbündeten wieder in den Mittelpunkt der deutschen Sicherheitspolitik gerückt.  

Entsprechend kündigte das Bundesverteidigungsministerium vor vier Jahren an, bis 2023 die Zahl der Leopard 2 durch Rückkauf aus dem Ausland auf 328 Exemplare zu erhöhen. Wie sehr auch die Panzertruppe unter dem schlechten Zustand der Bundeswehr leidet, zeigte sich Ende 2017, als das Ministerium eingestehen musste, dass von 224 Leopard 2 nur 95 einsatzbereit waren.

„Der Leopard ist ein fahrendes Rechenzentrum“, erklärte Oberstleutnant Stenzel den anwesenden Gästen. Und so konnten diese auf auf dem Kasernengeländ3e nicht nur verfolgen, wie Soldaten am Simulator ausgebildet werden. Das Bataillon hatte auch dafür gesorgt, dass Soldatinnen und Soldaten auf dem Truppenübungsplatz Senne die Leistungsfähigkeit des Leopard 2 demosntrieren konnten. Zudem stellen die Männer und Frauen um ihren Bataillonskommandeurden Bataillonsgefechtsstand vor und zeigen, wie die Versorgung eines Panzerbataillons im Gefecht funktioniert.

 

Das Panzerbataillon 203

Das Panzerbataillon 203 ist Teil der Panzertruppe und gehört damit zu den Kampftruppen des Heeres. Gemeinsam mit den Panzergrenadieren bildet die Panzertruppe einen Truppengattungsverbund, die Panzertruppen. Das Hauptwaffensystem des Panzerbataillons ist der Kampfpanzer Leopard 2.

Das Bataillon hat den Auftrag, gegen feindliche Panzerverbände zu kämpfen.
1956 wurde das Panzerbataillon 203 als Panzergrenadierbataillon 13 im schleswigholsteinischen Schleswig aufgestellt. Ab 1957 war der Verband im nordrheinwestfälischen Hemer stationiert und wurde zu einem Panzerbataillon umgegliedert. Im Jahr 2006 wurde das Panzerbataillon von Hemer in die Generalfeldmarschall-Rommel-Kaserne nach Augustdorf verlegt. Das Panzerbataillon 203 verfügt aktuell über fünf, mit dem Jahreswechsel über zukünftig sechs Kompanien und ca. 700 Soldatinnen und Soldaten.

 

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Mit einem großen Medienaufgebot hat das Panzerbataillon 203 den 40. Geburtstag des Kampfpanzers Leopard 2 begangen. "Seit 40 Jahren bilden Kampfpanzer vom Typ Leopard 2 das gepanzerte Rückgrat des Deutschen Heeres", erklärte Oberstleutnant Jörg Stenzel nicht ohne stolz. Denn als am 25. Oktober 1979 der erste Leopard 2 in Munster übergeben wurde, war der Kalte Krieg in vollem Gange. Die Bundeswehr hatte Ende der 70er-Jahre eine halbe Million Mann unter Waffen, mit Frühwarnflugzeugen, Panzerabwehrraketen, dem Mehrzweckkampfflugzeug Tornado und einer neuen Lkw-Generation investierte die Bundesregierung massiv in ihre Streitkräfte. Bezahlt machte sich der Leopard 2 auf jeden Fall für den Hersteller Krauss-Maffei. Die mehr als 3000 gebauten Exemplare wurden und werden von 18 Staaten eingesetzt. Der Leopard 2 entwickelte sich zum De-Facto-Standard-Kampfpanzer der Nato. Grund für den Erfolg waren die ausgewogene Umsetzung der drei Grundprinzipien des Panzerbaus: Feuerkraft, Schutz und Beweglichkeit. Das unterstrich auch Stenzel. Mit seiner 120-mm-Kanone war der Leopard 2 bei seiner Einführung stärker bewaffnet als die meisten anderen Kampfpanzertypen in Ost und West. Ebenso wichtig war die hochmoderne Feuerleitanlage. Auch heute sorgt ein Kreiselstabilisator über hydraulische und elektrische Antriebe dafür, dass Turm und Kanone stets auf das vom Richtschützen anvisierte Ziel ausgerichtet bleiben, unbeeinflusst von Fahrmanövern und Bodenbeschaffenheit. Auch hatte sich die Nachtkampffähigkeit zum Vorgängermodell deutlich verbessert. Hatte der Leopard 1 dafür noch einen unförmigen Scheinwerfer mit Infrarot- und Weißlicht benötigt, erhielt sein Nachfolger ein Wärmebildgerät, das passiv die Infrarotstrahlung von Objekten erfasste. Für den Schutz der Besatzung sorgt die damals neuartige Verbundpanzerung. Dabei dienen mehrere Schichten von Stahlplatten als tragende Karosserieteile.  In die Hohlräume sind Platten aus Keramik und Kunststoffen eingelassen, die die Schutzwirkung des Stahls ergänzen.  Die Munition ist in einem von der Besatzung mit einem Schott abgetrennten Bunker untergebracht. Sogenannte Blow-off-Panels lösen sich im Explosionsfall nach außen ab und mindern so die Wirkung der Druckwelle. Damit die rund 60 t des Leopard 2 beweglich bleiben, arbeitet im Heck ein 12-Zylinder-Dieselmotor  mit 1100 KW, der unter idealen Straßenbedingungen eine Höchstgeschwindigkeit von knapp über 70 km/h erlaubt. Zehn Jahre nach Einführung des Leopard 2 fiel die Mauer, und mit dem Ende des Kalten Krieges verloren Kampfpanzer erst einmal ihre Bedeutung. Bei Auslandseinsätzen waren leichtere und beweglichere Fahrzeuge gefragt. Entsprechend reduzierte die Bundeswehr ihren Bestand von mehr als 2000 Leopard 2 um rund zwei Drittel. Bei der Bundeswehr soll der Leopard 2 vom Jahr 2035 an sukzessive vom als MGCS bezeichneten Nachfolger abgelöst werden.  Doch bis dahin muss er eine wichtige Rolle im deutschen Sicherheitskonzept übernehmen. Mit Russlands Besetzung der Krim und dem Krieg in der Ukraine ist der Schutz des eigenen Landes und der Nato-Verbündeten wieder in den Mittelpunkt der deutschen Sicherheitspolitik gerückt.   Entsprechend kündigte das Bundesverteidigungsministerium vor vier Jahren an, bis 2023 die Zahl der Leopard 2 durch Rückkauf aus dem Ausland auf 328 Exemplare zu erhöhen. Wie sehr auch die Panzertruppe unter dem schlechten Zustand der Bundeswehr leidet, zeigte sich Ende 2017, als das Ministerium eingestehen musste, dass von 224 Leopard 2 nur 95 einsatzbereit waren. "Der Leopard ist ein fahrendes Rechenzentrum", erklärte Oberstleutnant Stenzel den anwesenden Gästen. Und so konnten diese auf auf dem Kasernengeländ3e nicht nur verfolgen, wie Soldaten am Simulator ausgebildet werden. Das Bataillon hatte auch dafür gesorgt, dass Soldatinnen und Soldaten auf dem Truppenübungsplatz Senne die Leistungsfähigkeit des Leopard 2 demosntrieren konnten. Zudem stellen die Männer und Frauen um ihren Bataillonskommandeurden Bataillonsgefechtsstand vor und zeigen, wie die Versorgung eines Panzerbataillons im Gefecht funktioniert.   Das Panzerbataillon 203 Das Panzerbataillon 203 ist Teil der Panzertruppe und gehört damit zu den Kampftruppen des Heeres. Gemeinsam mit den Panzergrenadieren bildet die Panzertruppe einen Truppengattungsverbund, die Panzertruppen. Das Hauptwaffensystem des Panzerbataillons ist der Kampfpanzer Leopard 2. Das Bataillon hat den Auftrag, gegen feindliche Panzerverbände zu kämpfen. 1956 wurde das Panzerbataillon 203 als Panzergrenadierbataillon 13 im schleswigholsteinischen Schleswig aufgestellt. Ab 1957 war der Verband im nordrheinwestfälischen Hemer stationiert und wurde zu einem Panzerbataillon umgegliedert. Im Jahr 2006 wurde das Panzerbataillon von Hemer in die Generalfeldmarschall-Rommel-Kaserne nach Augustdorf verlegt. Das Panzerbataillon 203 verfügt aktuell über fünf, mit dem Jahreswechsel über zukünftig sechs Kompanien und ca. 700 Soldatinnen und Soldaten.  

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