Die Geschichte des Deutschen Heeres

Die Ent­ste­hung des Hee­res der Bun­des­wehr kann man bis in das Jahr 1950 zurück­füh­ren. Am 26. Okto­ber wur­de Theo­dor Blank zum „Beauf­trag­ten des Bun­des­kanz­lers

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Die Entstehung des Heeres der Bundeswehr kann man bis in das Jahr 1950 zurückführen. Am 26. Oktober wurde Theodor Blank zum „Beauftragten des Bundeskanzlers für die mit der Vermehrung der alliierten Truppen zusammenhängenden Fragen“ ernannt und das Amt Blank gegründet. Am 7. Juni 1955 wurde dieses in das Bundesministerium für Verteidigung umgewandelt und Theodor Blank zum ersten Verteidigungsminister ernannt. Im Ministerium wurde die Abteilung V Heer aufgestellt. Sie umfasste drei Unterabteilungen für die Aufgabenbereiche Führung und Ausbildung, Organisation sowie Logistik. Kurze Zeit später, am 12. November 1955, war es dann endlich soweit. Theodor Blank ernannte in einer improvisierten Zeremonie in der ehemaligen Bonner Ermekeilkaserne die ersten 101 Freiwilligen der Bundeswehr. Fortan gilt dieses Datum als ihr Gründungstag. Anfang 1956 wurden als erste Truppenteile der Bundeswehr sieben Lehrkompanien in Andernach für das Heer aufgestellt. Der Aufbau der zunächst zwölf Truppenschulen des Heeres begann am 1. Juli 1956. Im Verlauf der Geschichte wurde das Heer über mehrere Heeresstrukturen den stetig wechselnden Rahmenbedingungen der Politik angepasst. Die ministerielle Abteilung V „Heer“ erarbeitete eine völlig neue Heeresstruktur. Die ersten Planungen für diese Heeresstruktur 1 waren insgesamt sehr großzügig. Der für die NATONorth Atlantic Treaty Organization-Unterstellung vorgesehene Teil allein des Heeres sollte 320.000 Soldaten umfassen. Hinzu kamen das Truppenamt, die Schulen des Heeres und die ortsfesten Depoteinrichtungen. Die organisatorische Gliederung des Heeres in der Heeresstruktur 1 orientierte sich teilweise am USUnited States-amerikanischen Vorbild. Jedes der drei nationalen Korps sollte vier Divisionen führen. Dabei waren je sechs Panzer- und Grenadierdivisionen geplant. Ebenfalls 1956, am 5. Oktober, wurde das Gesetz über den zwölfmonatigen Wehrdienst verabschiedet, sodass die ersten 10.000 Wehrpflichtigen am 1. April 1957 in die Kasernen einrückten. Unter dem neuen Verteidigungsminister Franz Josef Strauß wurde der Friedensumfang des Feldheeres Ende 1956 aber auf zunächst 195.000 Soldaten reduziert. Bereits kurz nach dem Beginn des Heeresaufbaus musste 1958 die Struktur neu überdacht werden, weil sich die sicherheitspolitischen Rahmenbedingungen geändert hatten. Die Einführung von taktisch-nuklearen Gefechtsfeldwaffen bei den sowjetischen Streitkräften erforderte, die Bundeswehr auf diese neue Qualität der Bedrohung auszurichten. Die mit bis zu 28.000 Mann sehr großen Divisionen der Heeresstruktur 1 erschienen für den Einsatz unter atomaren Bedingungen als zu schwerfällig. Die Wirkung gegnerischer Atomwaffen musste so gering wie möglich gehalten werden. In den Mittelpunkt der Überlegungen rückte daher der Gedanke einer beweglich geführten Verteidigung mit der Fähigkeit zu reaktionsschnellen Gegenangriffen. Es mussten folglich kleinere und mobilere Verbände geschaffen werden. Für die Heeresstruktur 2 setzte die Neukonzeption deshalb vor allem bei der Struktur der Divisionen an. Als kleinerer Grundbaustein innerhalb der Division wurde die Brigade eingeführt. Diese verfügte im Gegensatz zu den Kampfgruppen schon im Frieden organisch über Verbände und Einheiten. Dies erleichterte zum einen das Zusammenwirken im Gefecht der verbundenen Waffen und reduzierte zum anderen den Aufwand beim Herstellen der Einsatz- und Verteidigungsbereitschaft. Ende 1959 waren elf Divisionen mit insgesamt 27 Brigaden aufgestellt. Der Personalumfang des Heeres betrug rund 148.000 Mann. Die Grenadierdivisionen waren in Panzergrenadierdivisionen umbenannt worden. Unter anderem die verschärfte Bedrohungslage nach dem Bau der Berliner Mauer ab dem 13. August 1961 führte zur Verlängerung des Grundwehrdienstes auf 18 Monate ab dem 1. April 1962. 1969 gliederte der Führungsstab des Heeres erneut um. Entsprechend der zunehmenden Ausstattung des Heeres mit Hubschraubern wurde für die Aufgabe Luftbeweglichkeit ein eigenes Referat geschaffen. Mitte der Siebzigerjahre veränderte sich die Bedrohungssituation. Während bei den strategischen Atomwaffen zwischen den USAUnited States of America und der UdSSRUnion der Sozialistischen Sowjetrepubliken ein Gleichgewicht bestand, war es der Sowjetunion gelungen, ihr Übergewicht im Mittelstreckenbereich zu vergrößern. Am 12. Dezember 1979 reagierte die NATONorth Atlantic Treaty Organization mit einem Doppelbeschluss, der eine Modernisierung der nuklearen Mittelstreckenraketen ab 1983 bei einem gleichzeitigen Verhandlungsangebot an die Sowjetunion zur beiderseitigen Begrenzung der Mittelstreckensysteme vorsah. Der Führungsstab des Heeres reagierte auf diese Entwicklung in zweifacher Weise. Zum einen wurde neues Wehrmaterial, wie die Panzerabwehrlenkraketen Hot und Milan und der Flugabwehrkanonenpanzer Gepard, eingeführt und neue Waffensysteme, insbesondere der Kampfpanzer Leopard 2, der Flugabwehrpanzer Roland und der Panzerabwehrhubschrauber, entwickelt. Seit Mitte der Sechzigerjahre machte sich der Führungsstab des Heeres Gedanken darüber, wie die bestehende Struktur des Heeres den Rahmenbedingungen der neuen NATONorth Atlantic Treaty Organization-Strategie der flexiblen Erwiderung (Flexible Response) angepasst werden könnte. Das Verhältnis von Kampfverbänden zu Kampfunterstützungstruppenteilen sollte verbessert werden und es galt, die nicht erfolgte Ausrüstung mit atomaren Gefechtsfeldwaffen durch die Ausrüstung mit konventionellen Flächenfeuerwaffen auszugleichen. Vor dem Hintergrund steigender Betriebskosten und begrenzter Haushaltsmittel hieß das Stichwort für die Heeresstruktur 3 „Spezialisierung bei abgestufter Präsenz“. Zur Anpassung der Großverbände an das jeweilige Gelände ihres Einsatzraumes wurde das Jägerkonzept entwickelt. Die gravierendsten Veränderungen der Heeresstruktur 4 traten auf Brigade- und Bataillonsebene ein. Hier sollten – unter der Beibehaltung des hohen Präsenzgrades – kleinere Kampfverbände und -einheiten in größerer Zahl und eine somit höhere Führerdichte entstehen. Die Zahl der Kampftruppenbataillone in den Brigaden erhöhte sich von drei auf vier und es entstanden gemischte Panzer- und Panzergrenadierbataillone. Nach der Annexion der Krim 2014 durch Russland und dem NATONorth Atlantic Treaty Organization-Gipfel in Wales verlagerte das Heer seinen Schwerpunkt erneut wieder verstärkt hin zur Bündnis- und Landesverteidigung. Als eine der ersten Streitkräfte in Europa stellte das Deutsche Heer eine Multinationale Battlegroup unter deutscher Führung in Litauen.
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