Das Schenken steht nicht für alle im Vordergrund

Für die meisten Menschen gehören Geschenke zu Weihnachten, wie bunt gefärbte Eier zu Ostern. Andere wiederum wenden sich bewusst von dem Konsumgedanken zur stillen Zeit ab. Und natürlich gibt es auch welche, die das Fest der Liebe überhaupt nicht feiern. Neben persönlichen Überlegungen stecken auch häufig religiöse Überzeugungen hinter den Entscheidungen, wie das Fest aller Feste zu feiern ist. Wie sieht es nun in Augustdorf aus, einer Gemeinde, in der immerhin neun Religionsgemeinschaften und -bewegungen aktiv sind? Gibt es bei den einzelnen Gemeinschaften religiöse Traditionen oder Vorschriften, wie die Feiertage begangen werden?

Um das herauszufinden, haben die Augustdorfer Nachrichten mit vielen Bürgern gesprochen; vor allem mit den Mitgliedern der kleineren Glaubensgemeinschaften. Während sich viele auskunftsfreudig zeigten, scheuten andere wiederum das Gespräch. Zu groß ist nach eigenen Angaben die Sorge, mit eher konservativeren christlichen Traditionen in der Öffentlichkeit zu stehen.

Hauskreis „Aufwind“: Beim Hauskreis „Aufwind“ wird Weihnachten ganz individuell gefeiert. „Allerdings wollen wir auch bewusst das Fest so erleben, wie es früher war“, erklärt Mitglied Deborah Barke, die nach eigenen Angaben gerne eine Kleinigkeit verschenkt, „die der andere braucht“. Anders sieht es bei den Mitgliedern Lothar und Gabriele Bartholomäus aus. „Wir haben uns vor einigen Jahren dazu entschlossen, gegenseitig nichts mehr zu schenken“, erklärt Gabriele Bartholomäus. Für sie steht nach eigenen Angaben im Vordergrund, das Fest „so zu feiern, wie es früher war.“ „Dann verschenke ich auch mal Worte oder eine Karte“, so Bartholomäus. In der Vergangenheit war das Aufwind-Gemeindemitglied auch an Heiligabend gemeinsam mit ihrem Mann auswärts aktiv. „Wir sind auch schon mal nach Bielefeld gefahren und haben dort Obdachlose beschenkt“, erklärt sie.

Die Türkisch-Islamische Gemeinde: In der heiligen Schrift der Muslime wurde Jesus nicht im Stall geboren, sondern unter einer Palme, er ist nicht Gottes Sohn, sondern ein Gesandter. Trotzdem feiern in Deutschland und in anderen Teilen der Welt zahlreiche muslimische Familien das Fest. Allerdings tun sie dies eher weniger aus religiösen, sondern vielmehr aus kulturellen Gründen. Tüncer Sahin, Vorsitzender des Vereins der Türkisch-Islamischen Gemeinde zu Augustdorf, sagt: „Ich feiere die Tage überhaupt nicht.“ Er unterstreicht: „Das ist nicht unser Feiertag.“ Sahin führt aber auch an, dass er nicht wisse, wie die knapp 115 Familien seiner Gemeinde das Fest begehen. „Das macht jeder für sich“, erklärt er.

Evangelische Freikirche: Viktor Becker, einer von mehreren Leitungsmitgliedern der Freikirche an der Pivitsheider Straße, betont, dass in seiner Gemeinschaft „genauso wie woanders“ Weihnachten gefeiert werde „und natürlich auch mit Geschenken“, lacht er. Er selbst wird den Heiligabend im Kreis seiner Familie mit einer Bibellesung aus dem Evangelium des Lukas beginnen. „Im Anschluss daran singen wir, und die Kinder tragen Gedichte vor“, freut er sich.

Baptisten Brüdergemeinde: „Wir werden an Heiligabend einen Gottesdienst halten und dann auch dort Geschenke verteilen“, freut sich Andreas Friesen von der Baptisten Brüdergemeinde an der Haustenbecker Straße. Das Ganze hat durchaus Format. Zu den Gottesdiensten erwartet Friesen rund 1500 Besucher. Wie im Anschluss die Gemeindemitglieder Weihnachten feiern, sei jedem selbst überlassen. „Manche haben einen Tannenbaum, andere nicht“, so Friesen. Auch finde bei manchen Mitgliedern die Bescherung am 24., bei anderen am ersten Weihnachtstag statt.

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Für die meisten Menschen gehören Geschenke zu Weihnachten, wie bunt gefärbte Eier zu Ostern. Andere wiederum wenden sich bewusst von dem Konsumgedanken zur stillen Zeit ab. Und natürlich gibt es auch welche, die das Fest der Liebe überhaupt nicht feiern. Neben persönlichen Überlegungen stecken auch häufig religiöse Überzeugungen hinter den Entscheidungen, wie das Fest aller Feste zu feiern ist. Wie sieht es nun in Augustdorf aus, einer Gemeinde, in der immerhin neun Religionsgemeinschaften und -bewegungen aktiv sind? Gibt es bei den einzelnen Gemeinschaften religiöse Traditionen oder Vorschriften, wie die Feiertage begangen werden?

Um das herauszufinden, haben die Augustdorfer Nachrichten mit vielen Bürgern gesprochen; vor allem mit den Mitgliedern der kleineren Glaubensgemeinschaften. Während sich viele auskunftsfreudig zeigten, scheuten andere wiederum das Gespräch. Zu groß ist nach eigenen Angaben die Sorge, mit eher konservativeren christlichen Traditionen in der Öffentlichkeit zu stehen.

Hauskreis „Aufwind": Beim Hauskreis „Aufwind" wird Weihnachten ganz individuell gefeiert. „Allerdings wollen wir auch bewusst das Fest so erleben, wie es früher war", erklärt Mitglied Deborah Barke, die nach eigenen Angaben gerne eine Kleinigkeit verschenkt, „die der andere braucht". Anders sieht es bei den Mitgliedern Lothar und Gabriele Bartholomäus aus. „Wir haben uns vor einigen Jahren dazu entschlossen, gegenseitig nichts mehr zu schenken", erklärt Gabriele Bartholomäus. Für sie steht nach eigenen Angaben im Vordergrund, das Fest „so zu feiern, wie es früher war." „Dann verschenke ich auch mal Worte oder eine Karte", so Bartholomäus. In der Vergangenheit war das Aufwind-Gemeindemitglied auch an Heiligabend gemeinsam mit ihrem Mann auswärts aktiv. „Wir sind auch schon mal nach Bielefeld gefahren und haben dort Obdachlose beschenkt", erklärt sie.

Die Türkisch-Islamische Gemeinde: In der heiligen Schrift der Muslime wurde Jesus nicht im Stall geboren, sondern unter einer Palme, er ist nicht Gottes Sohn, sondern ein Gesandter. Trotzdem feiern in Deutschland und in anderen Teilen der Welt zahlreiche muslimische Familien das Fest. Allerdings tun sie dies eher weniger aus religiösen, sondern vielmehr aus kulturellen Gründen. Tüncer Sahin, Vorsitzender des Vereins der Türkisch-Islamischen Gemeinde zu Augustdorf, sagt: „Ich feiere die Tage überhaupt nicht." Er unterstreicht: „Das ist nicht unser Feiertag." Sahin führt aber auch an, dass er nicht wisse, wie die knapp 115 Familien seiner Gemeinde das Fest begehen. „Das macht jeder für sich", erklärt er.

Evangelische Freikirche: Viktor Becker, einer von mehreren Leitungsmitgliedern der Freikirche an der Pivitsheider Straße, betont, dass in seiner Gemeinschaft „genauso wie woanders" Weihnachten gefeiert werde „und natürlich auch mit Geschenken", lacht er. Er selbst wird den Heiligabend im Kreis seiner Familie mit einer Bibellesung aus dem Evangelium des Lukas beginnen. „Im Anschluss daran singen wir, und die Kinder tragen Gedichte vor", freut er sich.

Baptisten Brüdergemeinde: „Wir werden an Heiligabend einen Gottesdienst halten und dann auch dort Geschenke verteilen", freut sich Andreas Friesen von der Baptisten Brüdergemeinde an der Haustenbecker Straße. Das Ganze hat durchaus Format. Zu den Gottesdiensten erwartet Friesen rund 1500 Besucher. Wie im Anschluss die Gemeindemitglieder Weihnachten feiern, sei jedem selbst überlassen. „Manche haben einen Tannenbaum, andere nicht", so Friesen. Auch finde bei manchen Mitgliedern die Bescherung am 24., bei anderen am ersten Weihnachtstag statt.

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