Feierlicher Festakt für Militärpfarrer Claus Wagner

Einen Got­tes­dienst der ganz beson­de­ren Art erleb­ten die Teil­neh­mer in der evan­ge­li­schen Mili­tär­kir­chen­ge­mein­de.
Mili­tär­pfar­rer Claus Wag­ner wur­de am 9.1. in einer Fei­er­stun­de durch den Mili­tär­bi­schof Dr. Sigurd Rink in sein Amt ein­ge­führt.
Knapp andert­halb Stun­den dau­er­te der Got­tes­dienst, der sich durch abwechs­lungs­rei­che Wort­bei­trä­ge und anmu­ti­ge, musi­ka­li­sche Dar­bie­tun­gen aus­zeich­ne­te.
Nach dem fei­er­li­chen Ein­zug, begrüß­te die lei­ten­de Mili­tär­de­ka­nin Petra Reitz die zahl­rei­chen Anwe­sen­den.
Sie beschrieb Wag­ner als einen warm­her­zi­gen Pfar­rer, der für jeden ein offe­nes Ohr habe. Der Theo­lo­ge ist ver­hei­ra­tet und hat zwei Kin­der. Man­che ken­nen ihn viel­leicht auch vom Diet­rich-Bon­höf­fer-Berufs­kol­leg. „Dort war er Pfar­rer im Schul­dienst und Fach­be­reichs­lei­ter für Reli­gi­ons­fort­bil­dun­gen“, erklärt Reitz. Die Arbeit habe ihm eben­falls Freu­de berei­tet. „Hier in August­dorf habe er aber sei­nen Arbeits­platz gefun­den. „Die Arbeit hier, ist sehr viel­fäl­tig“, schil­der­te die Mili­tär­de­ka­nin die Anfor­de­run­gen .

Dazu zäh­le, dass Wag­ner natür­lich nicht nur die Sol­da­ten auf den Übungs­plät­zen besu­che, son­dern auch auf Ein­sät­zen beglei­te; ein Umstand, den Wag­ner spä­ter auch selbst in sei­ner Pre­digt her­vor­hob.
„Sol­da­ten­seel­sor­ge fin­det dort statt, wo Sol­da­ten sind“, unter­strich er und füg­te hin­zu, dass er nah bei den Sol­da­ten sein wol­le.

Die Pro­be­zeit hat Wag­ner nun hin­ter sich und ist jetzt für sechs Jah­re erst ein­mal gesetzt. „Die Opti­on besteht, dann auch für zwölf Jah­re hier zu sein“, äußer­te Bischof Rink.

Wag­ners Ziel ist es jeden­falls, bis zur Alters­gren­ze die Sol­da­ten zu betreu­en. „Der Dienst erfor­dert natür­lich auch kör­per­li­che Fit­ness“, gab er vor weni­gen Wochen gegen­über den August­dor­fer Nach­rich­ten zu beden­ken.

Sein Haupt­au­gen­merk aber liegt selbst­ver­ständ­lich auf etwas ande­rem. „Ich möch­te eine kom­pe­ten­te Hil­fe­stel­lung im Ver­ste­hen des Evan­ge­li­ums geben“, so sein Cre­do. Oder um es mit Luther zu for­mu­lie­ren: „Dem Volk auf‘s Maul schau­en.“
Wag­ners Got­tes­bild ist nach eige­nen Anga­ben das eines lie­ben­den Got­tes. „Jemand, der immer offen für unse­re Wege ist“, erläu­tert er. Natür­lich sei die­ser auch eine Stüt­ze und Kor­rek­tur. Aller­dings kön­ne eine Kor­rek­tur nur jemand erhal­ten, der auch eine Bezie­hung zu Gott auf­ge­baut habe.

Nach einem Gebet und dem Lied „Jesus ist kom­men“, beton­te Mili­tär­bi­schof Sigurd Rink, dass er sich über den Schritt Wag­ners freue, in August­dorf als Mili­tär­pfar­rer tätig zu wer­den. „Mili­tär­ge­mein­den haben eine ganz beson­de­re Her­aus­for­de­run­gen“, beton­te er. Dabei wand­te er sich auch an Mar­tin Ben­ker und beschei­nig­te ihm, „aus­ge­zeich­ne­te Arbeit“ geleis­tet zu haben. „Mein Dank und mei­ne Aner­ken­nung gehen an Sie. Es ist höchst bemer­kens­wert, was Sie hier geleis­tet haben“, so Rink.

Gera­de im Hin­blick auf die aktu­el­le Situa­ti­on im Irak unter­strich der Bischof, dass die Ein­füh­rung Wag­ners ein Signal Got­tes sei. „Die­se Ein­füh­rung ist ein Zei­chen, dass die Sol­da­tin­nen und Sol­da­ten unse­re Für­bit­ten drin­gend benö­ti­gen“, erklär­te Rink in sei­ner sehr per­sön­li­chen Anspra­che.

Dabei sei der Schritt, einen zwei­ten Mili­tär­pfar­rer ein­zu­set­zen, „recht, bil­lig und not­wen­dig“, unter­strich Dr. Sigurd Rink. Denn das hebe auch die Bedeu­tung des Stand­or­tes her­vor, den August­dorf ohne Zwei­fel habe.
Nach dem Ver­le­sen der Urkun­de stimm­ten Orga­nist Fabi­an Krä­mer und Posau­nist Johan­nes Opp mit dem Musik­stück „Jesus blei­bet mei­ne Freu­de“ von Johann Sebas­ti­an Bach auf das Glau­bens­be­kennt­nis und zahl­rei­che Lesun­gen ein, die sich alle mit der Losung „Gott rüs­te Dich“ aus­ein­an­der­setz­ten.

Im Anschluss an ein gemein­sa­mes Lied und dem Gebet fand die Ein­seg­nung statt, die Mili­tär­bi­schof Dr. Sigurd Rink als Ers­ter vor­nahm.

Dann war es an Claus Wag­ner, nach dem gemein­sa­men Lied „Geh unter der Gna­de“, sei­ne ers­te „offi­zi­el­le“ Pre­digt als Mili­tär­pfar­rer zu hal­ten. Anschau­lich und sym­pa­thisch ging er dabei auf das Wort aus Ephe­ser 6, 14 bis 17 ein. „So steht nun fest, umgür­tet an euren Len­den mit Wahr­heit und ange­tan mit dem Pan­zer der Gerech­tig­keit und beschuht an den Füßen, bereit für das Evan­ge­li­um des Frie­dens“, heißt es dort unter ande­rem.

Claus Wag­ner ver­deut­lich­te, dass das Sol­da­ten­sein ein ganz beson­de­rer Beruf sei, „da er den gan­zen Men­schen for­de­re. Dabei erin­ner­te er auch an die ers­ten paar Wochen sei­ner Dienst­zeit. „Wie ich dort ein­ge­klei­det wur­de, hät­te ich nicht für mög­lich gehal­ten“, so Wag­ner. Gott wie­der­um klei­de auch ein, mit Din­gen die not­wen­dig sei­en, zur Bewäl­ti­gung der Auf­ga­be.

Im Anschluss über­rasch­ten noch die Kin­der der Kita Sta­chel­bär den Pfar­rer mit einem Musik­stück, das die Zuhö­rer mit lang anhal­ten­dem Applaus hono­rier­ten, bevor der Fest­akt mit einem Emp­fang abge­schlos­sen wur­de. Ein wür­di­ger Ein­stand für Claus Wag­ner, der lan­ge im Gedächt­nis bleibt.

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Einen Gottesdienst der ganz besonderen Art erlebten die Teilnehmer in der evangelischen Militärkirchengemeinde. Militärpfarrer Claus Wagner wurde am 9.1. in einer Feierstunde durch den Militärbischof Dr. Sigurd Rink in sein Amt eingeführt. Knapp anderthalb Stunden dauerte der Gottesdienst, der sich durch abwechslungsreiche Wortbeiträge und anmutige, musikalische Darbietungen auszeichnete. Nach dem feierlichen Einzug, begrüßte die leitende Militärdekanin Petra Reitz die zahlreichen Anwesenden. Sie beschrieb Wagner als einen warmherzigen Pfarrer, der für jeden ein offenes Ohr habe. Der Theologe ist verheiratet und hat zwei Kinder. Manche kennen ihn vielleicht auch vom Dietrich-Bonhöffer-Berufskolleg. „Dort war er Pfarrer im Schuldienst und Fachbereichsleiter für Religionsfortbildungen“, erklärt Reitz. Die Arbeit habe ihm ebenfalls Freude bereitet. „Hier in Augustdorf habe er aber seinen Arbeitsplatz gefunden. „Die Arbeit hier, ist sehr vielfältig“, schilderte die Militärdekanin die Anforderungen . Dazu zähle, dass Wagner natürlich nicht nur die Soldaten auf den Übungsplätzen besuche, sondern auch auf Einsätzen begleite; ein Umstand, den Wagner später auch selbst in seiner Predigt hervorhob. „Soldatenseelsorge findet dort statt, wo Soldaten sind“, unterstrich er und fügte hinzu, dass er nah bei den Soldaten sein wolle. Die Probezeit hat Wagner nun hinter sich und ist jetzt für sechs Jahre erst einmal gesetzt. „Die Option besteht, dann auch für zwölf Jahre hier zu sein“, äußerte Bischof Rink. Wagners Ziel ist es jedenfalls, bis zur Altersgrenze die Soldaten zu betreuen. „Der Dienst erfordert natürlich auch körperliche Fitness“, gab er vor wenigen Wochen gegenüber den Augustdorfer Nachrichten zu bedenken. Sein Hauptaugenmerk aber liegt selbstverständlich auf etwas anderem. „Ich möchte eine kompetente Hilfestellung im Verstehen des Evangeliums geben“, so sein Credo. Oder um es mit Luther zu formulieren: „Dem Volk auf‘s Maul schauen.“ Wagners Gottesbild ist nach eigenen Angaben das eines liebenden Gottes. „Jemand, der immer offen für unsere Wege ist“, erläutert er. Natürlich sei dieser auch eine Stütze und Korrektur. Allerdings könne eine Korrektur nur jemand erhalten, der auch eine Beziehung zu Gott aufgebaut habe. Nach einem Gebet und dem Lied „Jesus ist kommen“, betonte Militärbischof Sigurd Rink, dass er sich über den Schritt Wagners freue, in Augustdorf als Militärpfarrer tätig zu werden. „Militärgemeinden haben eine ganz besondere Herausforderungen“, betonte er. Dabei wandte er sich auch an Martin Benker und bescheinigte ihm, „ausgezeichnete Arbeit“ geleistet zu haben. „Mein Dank und meine Anerkennung gehen an Sie. Es ist höchst bemerkenswert, was Sie hier geleistet haben“, so Rink. Gerade im Hinblick auf die aktuelle Situation im Irak unterstrich der Bischof, dass die Einführung Wagners ein Signal Gottes sei. „Diese Einführung ist ein Zeichen, dass die Soldatinnen und Soldaten unsere Fürbitten dringend benötigen“, erklärte Rink in seiner sehr persönlichen Ansprache. Dabei sei der Schritt, einen zweiten Militärpfarrer einzusetzen, „recht, billig und notwendig“, unterstrich Dr. Sigurd Rink. Denn das hebe auch die Bedeutung des Standortes hervor, den Augustdorf ohne Zweifel habe. Nach dem Verlesen der Urkunde stimmten Organist Fabian Krämer und Posaunist Johannes Opp mit dem Musikstück „Jesus bleibet meine Freude“ von Johann Sebastian Bach auf das Glaubensbekenntnis und zahlreiche Lesungen ein, die sich alle mit der Losung „Gott rüste Dich“ auseinandersetzten. Im Anschluss an ein gemeinsames Lied und dem Gebet fand die Einsegnung statt, die Militärbischof Dr. Sigurd Rink als Erster vornahm. Dann war es an Claus Wagner, nach dem gemeinsamen Lied „Geh unter der Gnade“, seine erste „offizielle“ Predigt als Militärpfarrer zu halten. Anschaulich und sympathisch ging er dabei auf das Wort aus Epheser 6, 14 bis 17 ein. „So steht nun fest, umgürtet an euren Lenden mit Wahrheit und angetan mit dem Panzer der Gerechtigkeit und beschuht an den Füßen, bereit für das Evangelium des Friedens“, heißt es dort unter anderem. Claus Wagner verdeutlichte, dass das Soldatensein ein ganz besonderer Beruf sei, „da er den ganzen Menschen fordere. Dabei erinnerte er auch an die ersten paar Wochen seiner Dienstzeit. „Wie ich dort eingekleidet wurde, hätte ich nicht für möglich gehalten“, so Wagner. Gott wiederum kleide auch ein, mit Dingen die notwendig seien, zur Bewältigung der Aufgabe. Im Anschluss überraschten noch die Kinder der Kita Stachelbär den Pfarrer mit einem Musikstück, das die Zuhörer mit lang anhaltendem Applaus honorierten, bevor der Festakt mit einem Empfang abgeschlossen wurde. Ein würdiger Einstand für Claus Wagner, der lange im Gedächtnis bleibt.

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