Protest gegen Ministerinnenbesuch in Augustdorf

Am 28.2. wird die Minis­te­rin für Hei­mat, Kom­mu­na­les, Bau und Gleich­stel­lung NRW, Ina Schar­ren­bach, August­dorf besu­chen. Der Besuch geht auf die Initia­ti­ve von Eri­ka

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Am 28.2. wird die Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung NRW, Ina Scharrenbach, Augustdorf besuchen. Der Besuch geht auf die Initiative von Erika Hellweg zurück. Denn der Besuch hat vor allem ein Ziel: das Gelände, wo früher Schloss Lopshorn stand. Und das liegt Hellweg sehr am Herzen. "Der Bereich Lopshorn mit ehemals Meierei, Sennegestüt, dann Schloß Lopshorn  hat mit zur Entwicklung Augustdorfs beigetragen, einige nicht wenige konnten dort früher, waren dort in Arbeit, für ihren Lebensunterhalt und den ihrer Familien sorgen und arbeiten", berichtet sie von der Geschichte des Ortes, von dem heute lediglich ein paar Steinhügel übrig geblieben sind. Selbst Augustdorfer Kinder seien dort geboren worden, so Erika Hellweg, die sich über den Besuch der Ministerin erfreut zeigt. Weniger erfreut reagierten die Vertreter von SPD, FWG und FDP auf die Einladung, die Bürgermeister Dr. Andreas Wulf ausgesprochen hatte. "Warum will die Frau Ministerin Scharrenbach ein Bodendenkmal besuchen, von dem nur noch ein Denkmalstein vorhanden ist?", stellen die drei Fraktionen die Frage auf.  Vom ehemaligen Schloss Lopshorn sei außer Schotter nichts mehr übrig geblieben. "Das ehemalige Jagdschloss wurde nach dem 2.  Weltkrieg abgebrannt und die übriggebliebenen Ruinen auf dem Truppenübungsplatz solange als Zielscheiben für Schießübungen genutzt, bis nichts mehr da war", heißt es in einer Mitteilung. Die drei Fraktionen befürchten, dass Frau Scharrenbach als Heimatministerin "tatsächlich über den Wiederaufbau dieses Schlosses nachdenkt." "Im Jahr 2003 gründete sich die Initiative „Wiederaufbau Schloss Lopshorn“. Nach der Gründung war von dieser Initiative aber bis heute so gut wie nichts mehr zu hören", schreiben die drei Fraktionen. "Wenn die Ministerin sich lediglich über die Geschichte und die aktuelle Situation des ehemaligen Jagdschlosses Lopshorn informieren möchte, raten wir ihr, sich über das Internet oder einschlägiger Literatur schlau zu machen", empfehlen die drei Fraktionen Scharrenbach. "Hierfür extra für eine gute Stunde nach Augustdorf zu kommen, macht unseres Erachtens keinen Sinn", stellen sie fest. "Wir, SPD, FWG und FDP, haben andere Probleme, als von Luftschlössern zu träumen", heißt es in dem Schreiben weiter. Die drei Fraktionen müssten sich "mit der nüchternen Wirklichkeit auseinandersetzen. Wir müssen beispielhaft aufzeigen, wie wir die Sanierung und Modernisierung unserer Schulen finanzieren wollen. Von uns wird verlangt, dass wir die Sportstätten, Spielplätze und alle anderen öffentlichen Einrichtungen zumindest in einem nutzbaren Zustand zur Verfügung stellen." SPD, FWG und FDP monieren, dass die Ministerin vor zwei Jahren nicht das "Kulturdenkmal Freibad" besucht habe. "Hier hätten wir für die Sanierung des Bades Unterstützung vom Land gerne entgegengenommen, damit unsere Kinder die Möglichkeit hätten, schwimmen zu lernen." Alle drei Parteien stellen klar: "sollte Frau Scharrenbach für einen Abstecher vom Truppenübungsplatz zum Schlingsbruch bereit sein, wären wir selbstverständlich sofort dabei. Sehr gerne würden wir uns mit der Ministerin austauschen, warum wir in Augustdorf einen Kunstrasenplatz benötigen, diesen Platz aber nur mit Hilfe der Landesregierung bzw. Fördergeldern realisieren können." "Sehr gerne würden der Ministerin auch weitere Chancen für den Tourismus in Augustdorf eröffnen", schließen die drei ihren Protest. Es müsse ja nicht gleich der Wiederaufbau eines Schlosses auf dem Truppenübungsplatz sein. Wir haben so viel Sehenswertes, das auch für alle Bürger zugänglich ist. Erika Hellweg empfindet die Absage der drei Fraktionen nach eigenen Angaben als "schade." Die Möglichkeit den Bereich einmal anzuschauen gebe es auch nicht alle Tage, auch wenn dort außer wunderbarem Gelände fast nichts mehr zu sehen sei, so die Augustdorferin. "Aber, jeder muss selbst entscheiden, ob  eine Sache für ihn von Interesse ist oder nicht, ob teilgenommen wird oder nicht", erklärt Hellweg.   Das Schloss Das Jagdschloss Lopshorn war eine Sommerresidenz der Fürsten zur Lippe und lag östlich von Augustdorf am Südhang des Teutoburger Waldes in der Senne. In direkter Nachbarschaft befand sich das Gestüt, in dem die Senner Pferde gezüchtet wurden. Am 11. Juni 1945 wurde Lopshorn durch Brandstiftung vernichtet und die Ruinen verfielen im Laufe der Zeit, so dass heute kaum noch etwas von der ehemaligen Anlage zu sehen ist. Es gibt jedoch Bestrebungen, das Schloss und Gestüt nach originalen Plänen an alter Stelle wieder zu errichten.

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