Kritik an Wulf nach Erwiderung — „Ein Bürgermeister der Halbwahrheiten.”

Dr. Andreas Wulf reagiert auf eine Veröffentlichung der AUGUSTDORFER NACHRICHTEN und bringt damit zahlreiche Ausschussmitglieder gegen sich auf.

Nach­dem die August­dor­fer Nach­rich­ten in der heu­ti­gen Aus­ga­be über die Kri­tik vom Jugend­fo­rum an Bür­ger­meis­ter Dr. Andre­as Wulf  berich­tet hat­ten, ver­öf­fent­lich­te die­ser nur weni­ge Stun­den spä­ter einen Arti­kel auf der Gemein­de­home­page mit dem Titel: „Es besteht kein Grund zur Ent­täu­schung.”

Dort erklärt Wulf, war­um sei­ner Ansicht nach alles rich­tig kom­mu­ni­ziert wor­den sei: „In dem Bericht in den August­dor­fer Nach­rich­ten wird der kri­ti­sier­te Satz „Es hat sich nie­mand bei der Ver­wal­tung gemel­det“ auf einen wei­ter vor­ne in der Beschluss­vor­la­ge genann­ten Satz bezo­gen, der lau­tet; „Der Aus­schuss [für öffent­li­che Ein­rich­tun­gen] bat die Ein­woh­ne­rin­nen und Ein­woh­ner, die sich für die Fort­füh­rung des Holz­schuh­tan­zes, des Luft­bal­lon­wett­be­wer­bes, des Later­nen­um­zu­ges und wei­te­ren Tei­len des Rah­men­pro­gram­mes per­sön­lich enga­gie­ren wol­len, sich bei der Ver­wal­tung zu mel­den.“ Auf die­sen Satz sei aber die Aus­sa­ge, dass sich nie­mand gemel­det habe, nicht bezo­gen wor­den, so der Dr. Wulf. Der Satz „Ein Auf­ruf in „Der August­dor­fer“ (Aus­ga­be Dezember/Januar) und auf der Inter­net­sei­te der Ver­wal­tung war ohne Erfolg“ wird in dem Bericht in den August­dor­fer Nach­rich­ten nicht erwähnt.” (Die kom­plet­te Erwi­de­rung lesen Sie hier.)

Sozi­al­ar­bei­te­rin Susan­ne Gerne­cke stell­te nach einem Tele­fo­nat mit Wulf klar, dass sich das Jugend­fo­rum erst nach dem zwei­ten Auf­ruf gemel­det habe. „Das Jugend­fo­rum und ich freu­en uns auf die wie immer gute Zusam­men­ar­beit mit Iris Diek­mann”, so Gerne­cke.

Aus­schuss­mit­glie­der, quer durch alle Par­tei­en, mit denen die Redak­ti­on gespro­chen hat, emp­fin­den die Äuße­run­gen von Wulf als Haar­spal­te­rei. „Selbst in der Sit­zung hat er doch nicht gesagt, dass sich jemand gemel­det hat”, erklä­ren Hein­rich Georg Schnei­der (SPD), Peter Kaup (FWG) und Harald Schult­ze (FDP).

Und auch Lutz Mül­ler (CDU) hat nach eige­nen Anga­ben an dem Abend nichts davon gehört, dass sich jemand für das Rah­men­pro­gramm der Herbst­kir­mes gemel­det habe. Erst durch den Arti­kel in den August­dor­fer Nach­rich­ten sei­en sie dar­auf auf­merk­sam gewor­den, dass sich das Jugend­fo­rum bereit erklärt habe, den Later­nen­um­zug und den Luft­bal­lon­wett­be­werb zu über­neh­men. „Ich war in der Sit­zung der fes­ten Ansicht, dass sich bis­her nie­mand bereit erklärt hat”, so Schnei­der.

Als Peter Kaup von Wul­fs Erwi­de­rung hört, kann er sich nicht mehr hal­ten. „Jetzt eine Unter­schei­dung zu tref­fen, zwi­schen dem ers­ten und zwei­ten Auf­ruf ist doch lächer­lich”, erklärt er und fügt hin­zu. „Wulf ist ein Bür­ger­meis­ter der Halb­wahr­hei­ten. Er hät­te doch ein­fach sagen kön­nen: „Tut mir leid, dass wir Euch ges­tern nicht ange­spro­chen haben.”” Genau­so sieht das auch Schnei­der: „Wenn sich schon Jugend­li­che mel­den, um was zu tun, soll­te man das doch auch aner­ken­nen.”

Peter Kaup hat einen Tipp für die Jugend­li­chen parat. „Wenn Ihr dem­nächst etwas an die Ver­wal­tung schreibt, infor­miert auch gleich die Frak­tio­nen, denn der Bür­ger­meis­ter gibt lei­der nur die Din­ge wei­ter, die ihm wich­tig sind”. Das Jugend­fo­rum sei es anschei­nend nicht.

© 2020, AUGUSTDORFER NACHRICHTEN. Inhal­te sind urhe­ber­recht­lich geschützt. Wei­ter­ver­wen­dung nur mit schrift­li­cher Geneh­mi­gung der Redak­ti­on.

Nachdem die Augustdorfer Nachrichten in der heutigen Ausgabe über die Kritik vom Jugendforum an Bürgermeister Dr. Andreas Wulf  berichtet hatten, veröffentlichte dieser nur wenige Stunden später einen Artikel auf der Gemeindehomepage mit dem Titel: "Es besteht kein Grund zur Enttäuschung." Dort erklärt Wulf, warum seiner Ansicht nach alles richtig kommuniziert worden sei: "In dem Bericht in den Augustdorfer Nachrichten wird der kritisierte Satz „Es hat sich niemand bei der Verwaltung gemeldet“ auf einen weiter vorne in der Beschlussvorlage genannten Satz bezogen, der lautet; „Der Ausschuss [für öffentliche Einrichtungen] bat die Einwohnerinnen und Einwohner, die sich für die Fortführung des Holzschuhtanzes, des Luftballonwettbewerbes, des Laternenumzuges und weiteren Teilen des Rahmenprogrammes persönlich engagieren wollen, sich bei der Verwaltung zu melden.“ Auf diesen Satz sei aber die Aussage, dass sich niemand gemeldet habe, nicht bezogen worden, so der Dr. Wulf. Der Satz „Ein Aufruf in „Der Augustdorfer“ (Ausgabe Dezember/Januar) und auf der Internetseite der Verwaltung war ohne Erfolg“ wird in dem Bericht in den Augustdorfer Nachrichten nicht erwähnt." (Die komplette Erwiderung lesen Sie hier.) Sozialarbeiterin Susanne Gernecke stellte nach einem Telefonat mit Wulf klar, dass sich das Jugendforum erst nach dem zweiten Aufruf gemeldet habe. "Das Jugendforum und ich freuen uns auf die wie immer gute Zusammenarbeit mit Iris Diekmann", so Gernecke. Ausschussmitglieder, quer durch alle Parteien, mit denen die Redaktion gesprochen hat, empfinden die Äußerungen von Wulf als Haarspalterei. "Selbst in der Sitzung hat er doch nicht gesagt, dass sich jemand gemeldet hat", erklären Heinrich Georg Schneider (SPD), Peter Kaup (FWG) und Harald Schultze (FDP). Und auch Lutz Müller (CDU) hat nach eigenen Angaben an dem Abend nichts davon gehört, dass sich jemand für das Rahmenprogramm der Herbstkirmes gemeldet habe. Erst durch den Artikel in den Augustdorfer Nachrichten seien sie darauf aufmerksam geworden, dass sich das Jugendforum bereit erklärt habe, den Laternenumzug und den Luftballonwettbewerb zu übernehmen. "Ich war in der Sitzung der festen Ansicht, dass sich bisher niemand bereit erklärt hat", so Schneider. Als Peter Kaup von Wulfs Erwiderung hört, kann er sich nicht mehr halten. "Jetzt eine Unterscheidung zu treffen, zwischen dem ersten und zweiten Aufruf ist doch lächerlich", erklärt er und fügt hinzu. "Wulf ist ein Bürgermeister der Halbwahrheiten. Er hätte doch einfach sagen können: "Tut mir leid, dass wir Euch gestern nicht angesprochen haben."" Genauso sieht das auch Schneider: "Wenn sich schon Jugendliche melden, um was zu tun, sollte man das doch auch anerkennen." Peter Kaup hat einen Tipp für die Jugendlichen parat. "Wenn Ihr demnächst etwas an die Verwaltung schreibt, informiert auch gleich die Fraktionen, denn der Bürgermeister gibt leider nur die Dinge weiter, die ihm wichtig sind". Das Jugendforum sei es anscheinend nicht.

Leserbriefe zu “Kritik an Wulf nach Erwiderung — „Ein Bürgermeister der Halbwahrheiten.”

Leserbriefe geben die Ansicht der Einsender wieder, die mit der Meinung der Redaktion nicht übereinstimmen muss.


  1. Bin ja mal gespannt, wie lan­ge sich zumin­dest die Oppo­si­ti­on im Rat gefal­len lässt, dass rein per­sön­li­che Recht­fer­ti­gung des Herrn Dr. Wulf , so halb­wahr unmög­lich sie sein mag, auf der offi­zi­el­len Hom­pa­ge der Gemein­de erscheint. Da gehört das hin, was die GEMEINDE zu sagen hat, beschlos­sen hat oder mit­zu­tei­len hat. Jeden­falls nicht die ver­klau­su­lier­ten schwer als wirk­lich wahr zu erken­nen­den Spitz­fin­dig­kei­ten des Herrn Dr. Wulf, mit denen ER sich glaubt recht­fer­ti­gen zu kön­nen Sei­ne wir­ren Face­book Tira­den sind schon uner­träg­lich genug.
    Micha­el Mül­ler.

  2. Man ist ja nun wirk­lich alles Mög­li­che und lei­der auch Unmög­li­che vom Bür­ger­meis­ter gewöhnt, dass er jetzt aber her­geht und nicht nur Erwach­se­ne der Gemein­de an der Nase her­um­führt, son­dern tat­säch­lich nicht davor zurück­schreckt die Jugend­li­chen mit sei­nen Halb­wahr­hei­ten zu über­zie­hen, das hät­te man nicht erwar­ten kön­nen.
    Die Art und Wei­se, wie er sich um einen Feh­ler, ein Ver­säum­nis oder ein­fach eine Nach­läs­sig­keit her­um­drückt , ist besorg­nis­er­re­gend nicht nor­mal !!! Ein sol­ches Ver­hal­ten wird eigent­lich als Bestim­mungs­stück einer bestimm­ten Per­sön­lich­keits­stö­rung zuge­rech­net !
    Da ver­blas­sen selbst sei­ne unge­fähr­li­chen August­dor­fer Kat­zen , und sein Auf­ruf zum Bade­ver­gnü­gen am Bag­ger­see kann da nicht mit­hal­ten und sei­ne Mär­chen­ge­schich­ten über Sekun­dar­schu­len schon lan­ge nicht, aber viel­leicht hat der Bür­ger­meis­ter erst den Städ­te- und Gemein­de­bund um Rat fra­gen müs­sen .….und das dau­ert nun mal. Wenn man unse­re Jugend­li­chen so dumm­dreist glaubt abwat­schen zu dür­fen, dis­qua­li­fi­ziert man sich end­gül­tig , Herr Dr. Wulf !!!!
    Ach ja, zur Fra­ge des fahr­läs­sig über­füll­ten Bus­ses , rate ich den Ver­kehrs­mi­nis­ter doch auch gleich mal ein­zu­la­den.
    Wann übri­gens erhal­ten die gefähr­de­ten Schü­ler , die auf den gefähr­lich über­füll­ten Bus nach Schloß-Hol­te-Stu­ken­b­rock ange­wie­sen sind , end­lich auch mal eine Ant­wort auf ihr Schrei­ben ????
    Ach­so­ooo, die Post hat da Schuld, hat es nicht gelie­fert. Ja, dann ……
    Micha­el Mül­ler

Schreiben Sie einen Leserbrief.

error: Der Inhalt ist geschützt!