Ärger um TV-Auftritt von Bürgermeister Wulf

Überraschung, Unverständnis und Ärger. Das sind die Emotionen, mit denen die Politik auf den Fernsehauftritt von Bürgermeister Dr. Andreas Wulf reagiert. Dieser war am Montagabend in der Lokalzeit OWL gemeinsam mit dem Vorsitzendes des FC Augustdorf, Christian Schmieder zu sehen. Dort berichteten beiden über die Förderzusage von 1,8 Millionen Euro. Und auch wenn die Politik sich gemeinsam über die Förderzusage freut; dem Auftritt des Bürgermeisters kann keiner etwas abgewinnen. Auch Christian Schmieder erntet Kritik.

„Schade, dass im Rahmen eines Interviews mit dem WDR kein Wort über die geleistete Arbeit des Gemeinderates gefallen ist“, findet CDU-Fraktionschef Lutz Müller. Denn für ihn steht fest, dass alle Fraktionen darüber nachgedacht hätten, wie dem Sport und somit den Fußballern geholfen werden könne. „Der Erfolg hat viele Väter“, so Müller.  Mit großem Nachdruck hätten alle Fraktionen darauf hingewirkt, dass die Verwaltung überhaupt einen Antrag zur Förderung gestellt habe. „Somit hätte ich es erwartet, dass ein Dank an die Mitglieder des Rates durch den Bürgermeister transportiert worden wäre“, zeigt sich Müller vom Verhalten Wulfs enttäuscht.

Müller bezieht auch Christian Schmieder in die Kritik mit ein. „Auch Herr Schmieder, der sonst nicht zimperlich mit Kritik gegenüber den Politikern ist,  zeigt sich hoch erfreut über den Erfolg, aber einen Dank an den Gemeinderat vermisse ich auch bei ihm“, so Müller. Seiner Meinung nach wäre eine Video-Botschaft von Schmieder auf Facebook ein gutes Signal.

Politiker aller Parteien kritisieren, dass aus der Politik niemand zu dem Termin eingeladen wurde. „Wenn die Zeit vorhanden war, Sportler zu benachrichtigen, dann hätte ich erwartet, dass zumindest auch ein Vertreter des Gemeinderates anwesend gewesen wäre“, erklären zahlreiche Ratsmitglieder.

Lutz Müller betont, dass auch erwähnt werden solle, „dass sich der CDU-Bundestagsabgeordnete Christian Haase mit großem Engagement für das Projekt „Schlingsbruch“ eingesetzt hat“. Ihm sei es zu verdanken, dass zukünftig optimale Bedingungen für den Sport in Augustdorf vorhanden seien.

Für Roger Ritter von der FDP steht fest: „Mit Zusammenarbeit hat dieses wenig zu tun!“ – ein Vorwurf, der immer wieder geäußert wird, da Wulf nicht mit den anderen zusammenarbeite.

Nachdem der Rat einen einstimmigen Beschluss gefasst habe und die vier Fraktionen „unseren Herrn Bürgermeister noch aufgefordert haben, diesen Antrag von der Verwaltung schreiben zu lassen, können wir jetzt froh sein das er den genehmigten Antrag wenigstens vor der Presse ohne die Fraktionen präsentiert hat“, so Ritter und fügt hinzu: „Und bei Herrn Schmieder frage ich mich, ob er mit seinem Verhalten einverstanden ist.“

Und auch Peter Kaup von der FWG hat nur Befremden und Enttäuschung für den Auftritt Wulfs übrig. Dieser habe mit keinem Wort den schwierigen Weg bis dahin erwähnt, „da Beschlüsse hierzu nur durch erheblichen Druck aus dem Rat und Kritik daran von seiner Seite zustande gekommen sind“. Kaup hebt hervor, dass als Grundlage der gemeinsamer Entwurf von SPD, FWG, FDP  „viele Kulturen – eine Leidenschaft“  gedient habe.

Kaup zeigt sich verärgert: „Es wurde nicht mal für nötig befunden, die Fraktionen zum Termin einzuladen geschweige zu informieren.“ Wiedereinmal sei diese eine reine Presseveranstaltung „nur für Herrn Dr. J. Wulf“ gewesen. Anscheinend habe „dieser es nach den ganzen Reibereien zu seiner Person im CDU Verband bitter nötig sich darzustellen“, so Kaup. Auch von Seiten des Vorsitzenden FC Augustdorf, hätte Kaup nach eigenen Angaben „nach aller geäußerten Kritik ein paar versöhnliche Worte in Richtung der Politik erwartet“. Die Förderzusage sei ein toller Erfolg nicht nur für den Fußball sondern für alle Augustdorfer.

SPD-Fraktionschef Heinrich Georg Schneider findet es gut, „dass ein für Augustdorf so bedeutendes Ergebnis des Gemeinderates auch in der Öffentlichkeit präsentiert wird“ Leider habe der Bürgermeister nur vergessen, dass der Rat den weitaus größten Teil zu diesem Erfolg beigetragen haben.

„Die Fraktionen haben schließlich auf die Realisierung und Bewerbung gedrängt. Nicht zuletzt ist dieses Ergebnis wahrscheinlich auch der Resolution zur Haushaltssituation der Fraktionen im Gemeinderat zu verdanken“, so Schneider. Aus der gesamten Geschichte könne man lernen, dass nicht nur Weitsicht, sondern auch Mut benötigt werde, um die Gemeinde zu gestalten.

Beides hätten in erster Linie die Ratsmitglieder bewiesen. Auch wenn manche Entscheidungen zuerst „hirnrissig“ erschienen, so gelte es, die gesamte Gemeinde im Blick zu haben. Die SPD-Fraktion sei zufrieden, dass wieder einmal der Dialog und die Bereitschaft, etwas zu verändern, den Ausschlag gegeben habe. „Wir werden auch weiter auf alle zugehen, um die Zukunft positiv zu gestalten“, so Schneider.

 

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Überraschung, Unverständnis und Ärger. Das sind die Emotionen, mit denen die Politik auf den Fernsehauftritt von Bürgermeister Dr. Andreas Wulf reagiert. Dieser war am Montagabend in der Lokalzeit OWL gemeinsam mit dem Vorsitzendes des FC Augustdorf, Christian Schmieder zu sehen. Dort berichteten beiden über die Förderzusage von 1,8 Millionen Euro. Und auch wenn die Politik sich gemeinsam über die Förderzusage freut; dem Auftritt des Bürgermeisters kann keiner etwas abgewinnen. Auch Christian Schmieder erntet Kritik. "Schade, dass im Rahmen eines Interviews mit dem WDR kein Wort über die geleistete Arbeit des Gemeinderates gefallen ist", findet CDU-Fraktionschef Lutz Müller. Denn für ihn steht fest, dass alle Fraktionen darüber nachgedacht hätten, wie dem Sport und somit den Fußballern geholfen werden könne. "Der Erfolg hat viele Väter", so Müller.  Mit großem Nachdruck hätten alle Fraktionen darauf hingewirkt, dass die Verwaltung überhaupt einen Antrag zur Förderung gestellt habe. "Somit hätte ich es erwartet, dass ein Dank an die Mitglieder des Rates durch den Bürgermeister transportiert worden wäre", zeigt sich Müller vom Verhalten Wulfs enttäuscht. Müller bezieht auch Christian Schmieder in die Kritik mit ein. "Auch Herr Schmieder, der sonst nicht zimperlich mit Kritik gegenüber den Politikern ist,  zeigt sich hoch erfreut über den Erfolg, aber einen Dank an den Gemeinderat vermisse ich auch bei ihm", so Müller. Seiner Meinung nach wäre eine Video-Botschaft von Schmieder auf Facebook ein gutes Signal. Politiker aller Parteien kritisieren, dass aus der Politik niemand zu dem Termin eingeladen wurde. "Wenn die Zeit vorhanden war, Sportler zu benachrichtigen, dann hätte ich erwartet, dass zumindest auch ein Vertreter des Gemeinderates anwesend gewesen wäre", erklären zahlreiche Ratsmitglieder. Lutz Müller betont, dass auch erwähnt werden solle, "dass sich der CDU-Bundestagsabgeordnete Christian Haase mit großem Engagement für das Projekt "Schlingsbruch" eingesetzt hat". Ihm sei es zu verdanken, dass zukünftig optimale Bedingungen für den Sport in Augustdorf vorhanden seien. Für Roger Ritter von der FDP steht fest: "Mit Zusammenarbeit hat dieses wenig zu tun!" - ein Vorwurf, der immer wieder geäußert wird, da Wulf nicht mit den anderen zusammenarbeite. Nachdem der Rat einen einstimmigen Beschluss gefasst habe und die vier Fraktionen "unseren Herrn Bürgermeister noch aufgefordert haben, diesen Antrag von der Verwaltung schreiben zu lassen, können wir jetzt froh sein das er den genehmigten Antrag wenigstens vor der Presse ohne die Fraktionen präsentiert hat", so Ritter und fügt hinzu: "Und bei Herrn Schmieder frage ich mich, ob er mit seinem Verhalten einverstanden ist." Und auch Peter Kaup von der FWG hat nur Befremden und Enttäuschung für den Auftritt Wulfs übrig. Dieser habe mit keinem Wort den schwierigen Weg bis dahin erwähnt, "da Beschlüsse hierzu nur durch erheblichen Druck aus dem Rat und Kritik daran von seiner Seite zustande gekommen sind". Kaup hebt hervor, dass als Grundlage der gemeinsamer Entwurf von SPD, FWG, FDP  "viele Kulturen - eine Leidenschaft"  gedient habe. Kaup zeigt sich verärgert: "Es wurde nicht mal für nötig befunden, die Fraktionen zum Termin einzuladen geschweige zu informieren." Wiedereinmal sei diese eine reine Presseveranstaltung "nur für Herrn Dr. J. Wulf" gewesen. Anscheinend habe "dieser es nach den ganzen Reibereien zu seiner Person im CDU Verband bitter nötig sich darzustellen", so Kaup. Auch von Seiten des Vorsitzenden FC Augustdorf, hätte Kaup nach eigenen Angaben "nach aller geäußerten Kritik ein paar versöhnliche Worte in Richtung der Politik erwartet". Die Förderzusage sei ein toller Erfolg nicht nur für den Fußball sondern für alle Augustdorfer. SPD-Fraktionschef Heinrich Georg Schneider findet es gut, "dass ein für Augustdorf so bedeutendes Ergebnis des Gemeinderates auch in der Öffentlichkeit präsentiert wird" Leider habe der Bürgermeister nur vergessen, dass der Rat den weitaus größten Teil zu diesem Erfolg beigetragen haben. "Die Fraktionen haben schließlich auf die Realisierung und Bewerbung gedrängt. Nicht zuletzt ist dieses Ergebnis wahrscheinlich auch der Resolution zur Haushaltssituation der Fraktionen im Gemeinderat zu verdanken", so Schneider. Aus der gesamten Geschichte könne man lernen, dass nicht nur Weitsicht, sondern auch Mut benötigt werde, um die Gemeinde zu gestalten. Beides hätten in erster Linie die Ratsmitglieder bewiesen. Auch wenn manche Entscheidungen zuerst „hirnrissig“ erschienen, so gelte es, die gesamte Gemeinde im Blick zu haben. Die SPD-Fraktion sei zufrieden, dass wieder einmal der Dialog und die Bereitschaft, etwas zu verändern, den Ausschlag gegeben habe. "Wir werden auch weiter auf alle zugehen, um die Zukunft positiv zu gestalten", so Schneider.  

Ein Kommentar zu “Ärger um TV-Auftritt von Bürgermeister Wulf

  1. Da hat man geglaubt, der Amoklauf des Bürgermeisters sich in Szene zu setzen, habe nun ein Ende gefunden, doch weit gefehlt !! Da tönt er von seinen Verdiensten nun auch noch im TV und glaubt wohlmöglich selbst, was er da sagt. Dabei sind die Tatsachen ja per Protokoll von Ratssitzungen belegbar. Der Bürgermeister musste von seinem Plan, den Naturrasenplatz im Schlingsbruch zum Kunstrasenplatz zu machen durch Ratsbeschluss Abschied nehmen. Und trotz vehementem Sträuben wurde er auch per Ratsbeschluss gezwungen (anders kann man das nicht benennen!) neben dem Naturrasenplatz einen Kunstrasenplatz zu schaffen und dafür in aller Eile doch Fördergelder zu beantragen. Also sind die glücklichen Fördergelder für den Ausbau des Schlingsbruchs nur deswegen geflossen, weil er sich dem Willen der FWG, der FDP und der SPD beugen musste. Ein Ehrenmann , der der Wahrheit die Ehre gibt, hätte das auch so dargestellt . Und er hätte, wenn schon TV Auftritt , die Macher der Fördergelder mit ins Boot geholt, oder doch wenigstens informiert. Aber Herr Dr. Wulf ist eben kein Ehrenmann, und der immer länger werdenden Liste von Unwahrheiten hat er eine weitere hinzugefügt. Ein normaler Mensch würde sich schämen, aber der Bürgermeister ist nun mal nicht normal, und daher kann man das von ihm nicht erwarten. Er wird sich nie dazu durchringen können, wahrheitsgemäß zu berichten, wenn irgendwie sein Image darunter leiden würde. Andersrum scheut er sich nicht, die tatsächlichen Ereignisse so zu verdrehen, bis sie seinem Image dienlich sein könnten. Da hat er überhaupt keine Spur von Unrechtsbewusstsein. Schlimmer noch , er glaubt wahrscheinlich tatsächlich , was er da und dort sagt, und das ist Ausfluss seiner gestörten Persönlichkeit. Er kann eigentlich gar nichts dafür. Juristen würden von mildernden Umständen sprechen. Und von Schildbürgerstreichen mit noch Resten von Humor kann man nichts mehr beschönigen , hier ist Münchhausen angesagt, dessen Geschichten sowieso keiner glaubt………warten wir auf die nächste….immerhin nicht langweilig

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