Physiotherapeut schlägt Alarm: „Uns droht der finanzielle Ruin!”

Ob Phy­sio­the­ra­peu­ten, Ergo­the­ra­peu­ten, Logo­pä­den oder Podo­lo­gen – unter den soge­nann­ten Heil­mit­teler­brin­gern wächst in die­sen Tagen aller­orts die Ver­zweif­lung — auch in August­dorf. Grund ist, dass wegen der Coro­na-Kri­se immer mehr Pati­en­ten ihre Behand­lungs­ter­mi­ne absa­gen. Die selbst­stän­di­gen Pra­xis­in­ha­ber und deren Ange­stell­te bringt das immer näher an den Rand des wirt­schaft­li­chen Ruins.

„Soll­ten die Pra­xen aus finan­zi­el­len Grün­den schlie­ßen müs­sen, wird dies auch bei uns nicht nur jetzt in der Kri­se, son­dern auf Dau­er mas­si­ve Ver­sor­gungs­pro­ble­me brin­gen, was am Ende allen Pati­en­ten scha­det, weil es Hei­lungs­pro­zes­se ver­zö­gert oder unmög­lich macht”, erklärt der August­dor­fer Phy­sio­the­ra­peut Rüdi­ger Gast.

Soll­te dies nicht der Fall sein, neh­me die Poli­tik wis­sent­lich die Insol­venz von vie­len tau­send Heil­mit­teler­brin­gern in Kauf und gefähr­de damit hun­dert­tau­sen­de von Arbeits­plät­zen und die Gesund­heit der Bevöl­ke­rung, erklärt Gast gegen­über den AUGUSTDORFER NACHRICHTEN. „Die Heil­mit­tel­be­rei­che lei­den seit Jah­ren unter sehr gerin­gen Ver­gü­tungs­sät­zen. Und bei den der­zei­ti­gen Umsatz­rück­gän­gen um 60 bis 90 Pro­zent sind die finan­zi­el­len Rück­la­gen dann schnell auf­ge­braucht, wenn es sie über­haupt gibt”, ist sich Rüdi­ger Gast sicher.

Grund für die Umsatz­rück­gän­ge sei einer­seits, dass zahl­rei­che Pati­en­ten aus Angst vor der Coro­na-Wel­le ihre Ter­mi­ne absa­gen. „Vie­le unse­rer Pati­en­ten gehö­ren zur Risi­ko­grup­pe und blei­ben nun lie­ber zuhau­se. Vie­le glau­ben aber auch, dass die Pra­xen auf­grund der ver­häng­ten Kon­takt­ver­bo­te geschlos­sen sind. Das ist aber nicht kor­rekt. Phy­sio­the­ra­peu­ten sind sys­tem­re­le­vant,”, erklärt der Phy­sio­the­ra­peut. Das bedeu­te, dass sie aus­drück­lich zum Kern der Gesund­heits­ver­sor­gung wie Kran­ken­häu­ser, Ärz­te und Apo­the­ker gehö­ren. Sie dür­fen und müs­sen wei­ter­hin Pati­en­ten behan­deln. „Des­halb muss ein wei­te­rer Ret­tungs­schirm ganz selbst­ver­ständ­lich auch für uns Phy­sio­the­ra­peu­ten gel­ten”, for­dert der August­dor­fer.

Auch der Ver­band for­dert finan­zi­el­le Sofort­hil­fen von der Gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung in Form von Aus­gleichs­zah­lun­gen. Gast unster­streicht: „Wenn wir kei­ne Leis­tung erbrin­gen kön­nen, ent­ste­hen den Kran­ken­kas­sen kei­ne Kos­ten. Ganz im Gegen­teil: Sie pro­fi­tie­ren finan­zi­ell von die­ser Situa­ti­on, denn die Kos­ten für Phy­sio­the­ra­pie, Ergo­the­ra­pie, Logo­pä­die und Podo­lo­gie sind im Haus­halts­plan der Kran­ken­kas­sen bereits ein­ge­plant. Es bringt sie also nicht in finan­zi­el­le Schwie­rig­kei­ten, den Heil­mit­teler­brin­gern eine Sofort­hil­fe aus­zu­zah­len, um deren Umsatz­ein­bu­ßen aus­zu­glei­chen.”

Rüdi­ger Gast ist sich sicher: „Für die Kran­ken­kas­sen ist das ein Null­sum­men­spiel. Den Heil­mit­teler­brin­gern ret­tet das aber deren Exis­tenz– und dar­auf kommt es im Moment mehr denn je an.” Andern­falls sei die Ver­sor­gung mit Heil­mit­teln in der Zukunft gefähr­det.

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Ob Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden oder Podologen – unter den sogenannten Heilmittelerbringern wächst in diesen Tagen allerorts die Verzweiflung - auch in Augustdorf. Grund ist, dass wegen der Corona-Krise immer mehr Patienten ihre Behandlungstermine absagen. Die selbstständigen Praxisinhaber und deren Angestellte bringt das immer näher an den Rand des wirtschaftlichen Ruins. "Sollten die Praxen aus finanziellen Gründen schließen müssen, wird dies auch bei uns nicht nur jetzt in der Krise, sondern auf Dauer massive Versorgungsprobleme bringen, was am Ende allen Patienten schadet, weil es Heilungsprozesse verzögert oder unmöglich macht", erklärt der Augustdorfer Physiotherapeut Rüdiger Gast. Sollte dies nicht der Fall sein, nehme die Politik wissentlich die Insolvenz von vielen tausend Heilmittelerbringern in Kauf und gefährde damit hunderttausende von Arbeitsplätzen und die Gesundheit der Bevölkerung, erklärt Gast gegenüber den AUGUSTDORFER NACHRICHTEN. "Die Heilmittelbereiche leiden seit Jahren unter sehr geringen Vergütungssätzen. Und bei den derzeitigen Umsatzrückgängen um 60 bis 90 Prozent sind die finanziellen Rücklagen dann schnell aufgebraucht, wenn es sie überhaupt gibt", ist sich Rüdiger Gast sicher. Grund für die Umsatzrückgänge sei einerseits, dass zahlreiche Patienten aus Angst vor der Corona-Welle ihre Termine absagen. "Viele unserer Patienten gehören zur Risikogruppe und bleiben nun lieber zuhause. Viele glauben aber auch, dass die Praxen aufgrund der verhängten Kontaktverbote geschlossen sind. Das ist aber nicht korrekt. Physiotherapeuten sind systemrelevant,", erklärt der Physiotherapeut. Das bedeute, dass sie ausdrücklich zum Kern der Gesundheitsversorgung wie Krankenhäuser, Ärzte und Apotheker gehören. Sie dürfen und müssen weiterhin Patienten behandeln. "Deshalb muss ein weiterer Rettungsschirm ganz selbstverständlich auch für uns Physiotherapeuten gelten", fordert der Augustdorfer. Auch der Verband fordert finanzielle Soforthilfen von der Gesetzlichen Krankenversicherung in Form von Ausgleichszahlungen. Gast unsterstreicht: "Wenn wir keine Leistung erbringen können, entstehen den Krankenkassen keine Kosten. Ganz im Gegenteil: Sie profitieren finanziell von dieser Situation, denn die Kosten für Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie und Podologie sind im Haushaltsplan der Krankenkassen bereits eingeplant. Es bringt sie also nicht in finanzielle Schwierigkeiten, den Heilmittelerbringern eine Soforthilfe auszuzahlen, um deren Umsatzeinbußen auszugleichen." Rüdiger Gast ist sich sicher: "Für die Krankenkassen ist das ein Nullsummenspiel. Den Heilmittelerbringern rettet das aber deren Existenz– und darauf kommt es im Moment mehr denn je an." Andernfalls sei die Versorgung mit Heilmitteln in der Zukunft gefährdet.

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