Kreis hält zweites Diagnosezentrum nicht für sinnvoll

„Der Kreis Lippe war der erste Kreis in OWL, der im Kampf gegen die Coro­na-Krise ein mobiles Diag­nosezen­trum ein­gerichtet hat. Damit waren wir sog­ar

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„Der Kreis Lippe war der erste Kreis in OWL, der im Kampf gegen die Corona-Krise ein mobiles Diagnosezentrum eingerichtet hat. Damit waren wir sogar landesweit einer der Vorreiter. Und das Zentrum hat sich bewährt. Trotzdem wäre die Einrichtung eines zweiten Diagnosezentrums in Bad Salzuflen nicht sinnvoll.“ Damit weist Landrat Dr. Axel Lehmann entsprechende Forderungen des Praxisnetzes Bad Salzuflen und der Ratsfraktionen zurück. „Es gibt keinen Bedarf für ein zweites Zentrum. Und wichtiger noch: Auch unsere personellen Ressourcen sind begrenzt. Wenn wir diese noch auf zwei Orte aufsplitten, schwächen wir uns insgesamt im Kampf gegen Corona.“ Der Kreis Lippe stimmt mit den Ärzten durchaus überein, dass die Abstrichzahlen gesteigert werden müssen, um Infektionsketten zu durchbrechen. Ein zweites Diagnosezentrum helfe dabei aber nicht weiter. Lehmann erläutert: „Wir haben gerade erst unsere Untersuchungskapazität im Diagnosezentrum am Hangar in Detmold von 200 auf 300 Abstriche pro Tag erhöht und den Kreis der berechtigten Personen deutlich ausgeweitet. Trotzdem waren gestern nur rund 150 Patienten dort, um sich auf Coronaviren testen zu lassen. Die Abstrichzahlen sind seit einigen Tagen tatsächlich rückläufig. Erst, wenn der Hangar an seine Kapazitätsgrenzen stößt, kann eine zweite Station sinnvoll sein.“ Das sei im Übrigen auch genau so mit der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) abgesprochen. Den Weg zum Hangar in den Detmolder Norden hält man beim Kreis für grundsätzlich zumutbar. „Und für die Menschen, die nicht zum Hangar kommen können, weil gesundheitliche Gründe oder mangelnde Mobilität dagegen sprechen, haben wir zurzeit fünf mobile Teams im Einsatz, die zu den Menschen rausfahren, um die Abstriche vorzunehmen. Daran scheitert keine Diagnose“, verweist Lehmann auf das Angebot des Kreises. Der Landrat weist auch darauf hin, dass der Kreis Lippe mehr als 160 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zusätzlich zur normalen Belegschaft in Gesundheitsamt und Bevölkerungsschutz im Schichtsystem einsetze, um der Krise Herr zu werden. „Allein am Hangar sind wir beständig mit rund 30 Kreisbediensteten plus etwa zehn Ehrenamtlichen aus Feuerwehren und Hilfsdiensten im Einsatz – ein Vielfaches des Personaleinsatzes der KV. Eine zweite Diagnosestation wäre zumindest für den Kreis Lippe kaum mehr zu stemmen.“ Unverständlich ist dem Landrat das Ansinnen des Praxisnetzes Bad Salzuflen, positiv auf Corona getestete Menschen in einer ambulanten Versorgungsstation behandeln zu wollen. „Eigentlich sollte klar sein, dass positiv Getestete sich in häuslicher Quarantäne oder bereits in einem Krankenhaus befinden. Diese Personen dürfen sich gar nicht zur weiteren Behandlung in eine wie auch immer geartete Versorgungsstation begeben. Sie machten sich sonst strafbar.“ Für die Behandlung dieser Patienten böte sich dagegen ein hausärztlicher Besuchsdienst an. „Es würde mich freuen, wenn das Praxisnetz diesen auf die Beine stellen würde, denn der gesetzliche Versorgungsauftrag liegt nicht etwa beim Gesundheitsamt sondern bei den niedergelassenen Ärzten.“ Über einen solchen Besuchsdienst habe es Gespräche zwischen Kreis und KV gegeben. „Wir wären sogar bereit gewesen, den Fahrdienst der Ärzteschaft mit eigenen Fahrzeugen und eigenen Fahrern gegen eine geringfügige Kostenerstattung deutlich zu unterstützen. Dieses Angebot hat die KV leider nicht angenommen.“