Giesdorf — Tochterfirma meldet mit fünf anderen Insolvenz an

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Kar­sams­tag wun­der­ten sich zahl­rei­che lip­pi­sche Leser, dass „Lip­pe Aktu­ell“ nicht aus­ge­lie­fert wur­de. Statt­des­sen stan­den die 140.000 Exem­pla­re der kos­ten­lo­sen Zei­tung auf dem Hof des Unter­neh­mens Media Dis­tri­bu­ti­ons-Ser­vice (MDS) her­um und wur­den weder abge­holt noch ver­teilt. MDS ist eine Toch­ter­fir­ma der Gies­dorf Medi­en Grup­pe; wo eben­falls die Lip­pi­sche Lan­des­zei­tung pro­du­ziert wird.

Nach kur­zer Recher­che erfuh­ren die Ver­ant­wort­li­chen, dass das Unter­neh­men MDS, das unter ande­rem mit der Ver­tei­lung von „Lip­pe Aktu­ell“ beauf­tragt ist, drei Tage vor­her Insol­venz ange­mel­det hat­te, genau­so wie fünf wei­te­re Toch­ter­un­ter­neh­men von MDS, unter ande­rem die Zustell-Ser­vice Lip­pe GmbH und auch die PZS Pres­se-Zustell­ser­vice GmbH Det­mold. Alle Fir­men haben ihren Sitz in der Det­mol­der Ohm­stra­ße, wo auch die Lip­pi­sche Lan­des­zei­tung ihre Zen­tral­re­dak­ti­on hat.

Die Geschäfts­füh­rung von „Lip­pe Aktu­ell“ zeig­te sich von dem Vor­ge­hen der Gies­dorf-Toch­ter­ge­sell­schaft über­rascht. Denn wäh­rend das Anzei­gen­blatt, das bei der Opper­mann Druck- und Ver­lags­ge­sell­schaft her­ge­stellt wird, nicht aus­ge­teilt wur­de, wur­de die Gies­dorf­sche Pro­duk­ti­on „Lip­pi­sche Neu­es­te Nach­rich­ten“ an die Haus­hal­te ver­teilt, trotz ange­mel­de­ter Insol­venz der MDS. „Das sind Wild­west­me­tho­den im Unter­neh­mer­tum“, heißt es aus Krei­sen von „Lip­pe Aktu­ell“.

Zum vor­läu­fi­gen Insol­venz­ver­wal­ter wur­de der Det­mol­der Rechts­an­walt Mar­tin Schmidt ernannt. Die­ser erklär­te gegen­über den AUGUSTDORFER NACHRICHTEN, dass Lip­pe Aktu­ell der Fir­ma MDS einen sechs­stel­li­gen Betrag schul­de. Nicht nur, aber auch durch die­se Zah­lungs­rück­stän­de, sei ein Antrag auf Insol­venz unaus­weich­lich gewe­sen. Auch habe das Anzei­gen­blatt im März ohne Rück­spra­che mit MDS die Pro­duk­ti­on aus­ge­setzt. Dadurch sei­en wei­te­re Kos­ten erstan­den.

Schmidt erklärt, dass er bis­her kei­ne Hin­wei­se auf Wild­west­me­tho­den gefun­den, die­se Gerüch­te aber wohl auch gehört habe. „Ich bin nun am drit­ten Arbeits­tag mit die­ser Ange­le­gen­heit befasst und wer­de natür­lich auch die­sen Sach­ver­hal­ten nach­ge­hen“, so Schmidt. Zuerst sei es aber sei­ne Auf­ga­be, die Mit­ar­bei­ter zu schüt­zen. Laut Aus­sa­ge von Geschäfts­füh­rer Max Gies­dorf sind mehr als 500 Per­so­nen von den sechs Insol­ven­zen­an­mel­dun­gen betrof­fen.

Mar­tin Schmidt erläu­tert, dass er die Insol­venz­geld­vor­fi­nan­zie­rung vor­be­rei­tet habe, so dass die Gehäl­ter bis Juni gesi­chert sein soll­ten. „Wir ste­hen im Augen­blick noch am Anfang des Pro­zes­ses, ich bin aber zuver­sicht­lich, dass die Mit­ar­bei­ter in vol­lem Umfang ihr Geld bekom­men wer­den“, so Schmidt.

Die­se erhiel­ten in den ver­gan­ge­nen Tagen bereits Post von Rai­ner Gies­dorf und Ralf Klohs, dem Geschäfts­füh­rer der AZS, die eben­falls Insol­venz ange­mel­det hat. In die­sem Schrei­ben (liegt der Redak­ti­on vor) erklä­ren bei­de, dass weder die Arbeits­plät­ze, noch die finan­zi­el­len Zuwen­dun­gen in Gefahr sei­en. „Der Lip­pi­sche Zei­tungs­ver­lag hat ein grund­le­gen­des Inter­es­se […] dar­an, den Ver­trieb für das Kern­ob­jekt, die Lip­pi­sche Lan­des-Zei­tung […] zu för­dern“, heißt es dar­in.

Und auch wenn die LZ in den ver­gan­ge­nen Mona­ten sie­ben Redak­teu­ren gekün­digt habe, „hat das nichts mit der Situa­ti­on im Zustell­ser­vice zu tun“, erklärt Max Gies­dorf gegen­über den AUGUSTDORFER NACHRICHTEN. Die Kün­di­gun­gen sei­en bereits lan­ge geplant gewe­sen. „Wir sind für die wei­te­re Zukunft gut gerüs­tet“, so der Geschäfts­füh­rer.

Im Moment ste­he die gesam­te Koope­ra­ti­on mit Lip­pe Aktu­ell, die vor Jah­ren ein­ge­stilt wur­de und auch teil­wei­se die Redak­ti­ons­ar­beit umfasst, auf dem Prüf­stand.

„Lip­pe Aktu­ell“ Ver­lags­lei­ter Kai Lin­ne­mann erklär­te, dass das Unter­neh­men gesund sei und sich im Augen­blick damit beschäf­ti­ge, ein neu­es Ver­triebs­netz auf­zu­bau­en.

Klar ist aber wohl auch, dass vie­le Anwäl­te im Augen­blick damit beschäf­tigt sind, die Vor­komm­nis­se auf­zu­ar­bei­ten. Dabei wird sicher­lich auch eine Rol­le spie­len, dass die MDS häu­fig den Ruf hat­te, das Min­dest­maß an Ver­teil­qua­li­tät nicht ein­zu­hal­ten. Wie die AUGUSTDORFER NACHRICHTEN aus zuver­läs­si­ger Quel­le erfuh­ren, gab es immer wie­der Beschwer­den von Kun­den, deren Pro­duk­te nicht an die Haus­hal­te zuge­stellt wur­den. „MDS hat Lip­pe Aktu­ell durch schlech­te Leis­tung gro­ßen Scha­den zuge­fügt“, heißt es.

Insol­venz­ver­wal­ter Mar­tin Schmidt will in weni­gen Tagen einen kla­ren Über­blick haben, wie die gesam­te Sach­la­ge aus­sieht. Und natür­lich wer­den auch die AUGUSTDORFER NACHRICHTEN wei­ter über den Fall berich­ten.

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Karsamstag wunderten sich zahlreiche lippische Leser, dass „Lippe Aktuell“ nicht ausgeliefert wurde. Stattdessen standen die 140.000 Exemplare der kostenlosen Zeitung auf dem Hof des Unternehmens Media Distributions-Service (MDS) herum und wurden weder abgeholt noch verteilt. MDS ist eine Tochterfirma der Giesdorf Medien Gruppe; wo ebenfalls die Lippische Landeszeitung produziert wird. Nach kurzer Recherche erfuhren die Verantwortlichen, dass das Unternehmen MDS, das unter anderem mit der Verteilung von „Lippe Aktuell“ beauftragt ist, drei Tage vorher Insolvenz angemeldet hatte, genauso wie fünf weitere Tochterunternehmen von MDS, unter anderem die Zustell-Service Lippe GmbH und auch die PZS Presse-Zustellservice GmbH Detmold. Alle Firmen haben ihren Sitz in der Detmolder Ohmstraße, wo auch die Lippische Landeszeitung ihre Zentralredaktion hat. Die Geschäftsführung von „Lippe Aktuell“ zeigte sich von dem Vorgehen der Giesdorf-Tochtergesellschaft überrascht. Denn während das Anzeigenblatt, das bei der Oppermann Druck- und Verlagsgesellschaft hergestellt wird, nicht ausgeteilt wurde, wurde die Giesdorfsche Produktion „Lippische Neueste Nachrichten“ an die Haushalte verteilt, trotz angemeldeter Insolvenz der MDS. „Das sind Wildwestmethoden im Unternehmertum“, heißt es aus Kreisen von „Lippe Aktuell“. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der Detmolder Rechtsanwalt Martin Schmidt ernannt. Dieser erklärte gegenüber den AUGUSTDORFER NACHRICHTEN, dass Lippe Aktuell der Firma MDS einen sechsstelligen Betrag schulde. Nicht nur, aber auch durch diese Zahlungsrückstände, sei ein Antrag auf Insolvenz unausweichlich gewesen. Auch habe das Anzeigenblatt im März ohne Rücksprache mit MDS die Produktion ausgesetzt. Dadurch seien weitere Kosten erstanden. Schmidt erklärt, dass er bisher keine Hinweise auf Wildwestmethoden gefunden, diese Gerüchte aber wohl auch gehört habe. „Ich bin nun am dritten Arbeitstag mit dieser Angelegenheit befasst und werde natürlich auch diesen Sachverhalten nachgehen“, so Schmidt. Zuerst sei es aber seine Aufgabe, die Mitarbeiter zu schützen. Laut Aussage von Geschäftsführer Max Giesdorf sind mehr als 500 Personen von den sechs Insolvenzenanmeldungen betroffen. Martin Schmidt erläutert, dass er die Insolvenzgeldvorfinanzierung vorbereitet habe, so dass die Gehälter bis Juni gesichert sein sollten. „Wir stehen im Augenblick noch am Anfang des Prozesses, ich bin aber zuversichtlich, dass die Mitarbeiter in vollem Umfang ihr Geld bekommen werden“, so Schmidt. Diese erhielten in den vergangenen Tagen bereits Post von Rainer Giesdorf und Ralf Klohs, dem Geschäftsführer der AZS, die ebenfalls Insolvenz angemeldet hat. In diesem Schreiben (liegt der Redaktion vor) erklären beide, dass weder die Arbeitsplätze, noch die finanziellen Zuwendungen in Gefahr seien. „Der Lippische Zeitungsverlag hat ein grundlegendes Interesse [...] daran, den Vertrieb für das Kernobjekt, die Lippische Landes-Zeitung [...] zu fördern“, heißt es darin. Und auch wenn die LZ in den vergangenen Monaten sieben Redakteuren gekündigt habe, „hat das nichts mit der Situation im Zustellservice zu tun“, erklärt Max Giesdorf gegenüber den AUGUSTDORFER NACHRICHTEN. Die Kündigungen seien bereits lange geplant gewesen. „Wir sind für die weitere Zukunft gut gerüstet“, so der Geschäftsführer. Im Moment stehe die gesamte Kooperation mit Lippe Aktuell, die vor Jahren eingestilt wurde und auch teilweise die Redaktionsarbeit umfasst, auf dem Prüfstand. „Lippe Aktuell“ Verlagsleiter Kai Linnemann erklärte, dass das Unternehmen gesund sei und sich im Augenblick damit beschäftige, ein neues Vertriebsnetz aufzubauen. Klar ist aber wohl auch, dass viele Anwälte im Augenblick damit beschäftigt sind, die Vorkommnisse aufzuarbeiten. Dabei wird sicherlich auch eine Rolle spielen, dass die MDS häufig den Ruf hatte, das Mindestmaß an Verteilqualität nicht einzuhalten. Wie die AUGUSTDORFER NACHRICHTEN aus zuverlässiger Quelle erfuhren, gab es immer wieder Beschwerden von Kunden, deren Produkte nicht an die Haushalte zugestellt wurden. „MDS hat Lippe Aktuell durch schlechte Leistung großen Schaden zugefügt“, heißt es. Insolvenzverwalter Martin Schmidt will in wenigen Tagen einen klaren Überblick haben, wie die gesamte Sachlage aussieht. Und natürlich werden auch die AUGUSTDORFER NACHRICHTEN weiter über den Fall berichten.

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