Auf den Tischen ste­hen Ker­zen, alles ist blitz­blank geputzt, und die Bow­ling­bahn war­tet auf die ers­ten Spie­ler. In weni­gen Wochen wird das frü­he­re Sol­da­ten­heim, das nun „Oase – Haus Sen­ne” heißt, eröff­nen. Die AUGUSTDORFER NACHRICHTEN haben sich dar­in umgesehen.

Bei einer ers­ten Bege­hung erklärt Man­fred Lam­mert, Pro­jekt­ver­ant­wort­li­cher des Bau- und Lie­gen­schafts­be­triebs NRW: „Wir sind sehr froh, dass die Oase nach der lan­gen, unfrei­wil­li­gen Schlie­ßung den Män­nern und Frau­en an einem der größ­ten Bun­des­wehr­stand­or­te wie­der eine sinn­vol­le und zeit­ge­mä­ße Betreu­ung außer­halb mili­tä­ri­scher Struk­tu­ren zur Ver­fü­gung stel­len wird.”

2009 wur­de der Betrieb des Sol­da­ten­heims ein­ge­stellt und 2011 sei­ne Sanie­rung gestoppt, nach­dem zahl­rei­che Män­gel auf­ge­taucht waren. Nach­dem diver­se Vari­an­ten, wie es mit der Ein­rich­tung wei­ter­ge­hen könn­te, durch­ge­spielt wur­den, ent­schie­den sich die Ver­ant­wort­li­chen für eine Kom­plett­sa­nie­rung für knapp 5 Mil­lio­nen Euro, wie Lam­mert erklärt.

Dafür erstrahlt die Oase, die von der Evan­ge­li­schen Arbeits­ge­mein­schaft für Sol­da­ten­be­treu­ung (EAS) betrie­ben wird, nun in neu­em Glanz. „Eine Bow­ling­bahn, ein gemüt­li­cher Gas­tro­no­mie­be­trieb mit moder­ner Küchen­aus­stat­tung, neue Fuß­bö­den und Elek­tro­lei­tun­gen, ein rund­um erneu­er­ter Ver­an­stal­tungs­saal, repa­rier­te Dächer sowie eine ener­ge­ti­sche Sanie­rung der Fas­sa­den waren Teil der Maß­nah­men und sol­len dazu die­nen, dass sich in Zukunft Sol­da­ten und Zivi­lis­ten in dem Haus wohl füh­len”, erklärt Lammert.

Dafür will Her­bert Sprie­wald sor­gen, der mit sei­ner Frau Manue­la Päch­ter des Betrie­bes ist: „Wir wol­len bür­ger­li­che deut­sche Küche anbie­ten, mit der einen oder ande­ren Über­ra­schung”, erklärt der gebür­ti­ge August­dor­fer, der vor eini­gen Jah­ren den nahe gele­ge­nen Dören­krug betrieb. „In der ers­ten Zeit wer­den wir direkt in der Oase woh­nen, um als Ansprech­part­ner vor Ort zu sein”, erklärt er. Man sei auch für diver­se Ver­an­stal­tun­gen offen, so der gelern­te Hotelfachmann.

Der Eröff­nungs­ter­min steht noch nicht fest. Spä­tes­tens im Juni soll es los­ge­hen, Reser­vie­run­gen nimmt das Ehe­paar schon ent­ge­gen. Sie kön­nen sich vor­stel­len, in Zukunft auch Mys­te­ry-Din­ner und ande­re Ver­an­stal­tun­gen anzu­bie­ten. „Unser Ziel ist es, das Haus bekannt zu machen und sowohl die Sol­da­ten als auch die zivi­le Bevöl­ke­rung hier zusam­men zu brin­gen”, erklärt er. Rolf Hart­mann, Haupt­ge­schäfts­füh­rer der EAS, betont: „Das ist hier kein mili­tä­ri­scher Bereich, son­dern es soll eine Begeg­nungs­stät­te sein.” Der Stand­ort­äl­tes­te, Oberst Jochen Geck, hofft, dass die Oase stets gut aus­ge­las­tet ist. Das Ehe­paar Sprie­wald ist der­weil noch auf Per­so­nal­su­che für Ser­vice und Küche.

Soldatenbetreuung durch die evangelische Kirche

Bis in die Mit­te der 1980er-Jah­re wur­den von der EAS mit Unter­stüt­zung des Bun­des über 40 Sol­da­ten­hei­me gebaut und betrie­ben. Sie lagen stets außer­halb, aber in direk­ter Nähe der jewei­li­gen mili­tä­ri­schen Lie­gen­schaft. Aus­ge­stat­tet mit einem gro­ßen Ver­an­stal­tungs­saal, Lese­zim­mer, Kegel­bahn, Kel­ler­bar und Bil­lard­zim­mer boten die Häu­ser den über­wie­gend jun­gen Sol­da­ten die Mög­lich­keit, ihre Frei­zeit außer­halb mili­tä­ri­scher Struk­tu­ren an den zumeist abge­le­ge­nen Bun­des­wehr­stand­or­ten sinn­voll zu gestalten.

Dar­über hin­aus eta­blier­ten sich die Häu­ser als wich­ti­ge Begeg­nungs­stät­ten zwi­schen Bun­des­wehr­an­ge­hö­ri­gen und Zivil­be­völ­ke­rung. Mit den ers­ten Aus­lands­ein­sät­zen der Bun­des­wehr wur­den auch in den Ein­satz­feld­la­gern Sol­da­ten­hei­me errich­tet. Bis heu­te sind sie in den Ein­satz­ge­bie­ten der Bun­des­wehr als „OASE” wich­ti­ger Treff­punkt und Ruhe­pol für die Sol­da­ten vor Ort.

Von Redaktion

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