Ein Auto­fah­rer kennt das: Der Motor stot­tert oder springt gar nicht erst an, die Bat­te­rie ist plötz­lich platt und muss aus­ge­wech­selt wer­den. Und wenn die nächs­te Haupt­un­ter­su­chung ansteht, steht vie­len die Fahrt zur Werk­statt bevor. Auch Mar­der, Puma, Din­go und ande­re Fahr­zeu­ge der Bun­des­wehr müs­sen regel­mä­ßig zur tech­ni­schen Über­prü­fung – aber nicht bei TÜV & Co. Die August­dor­fer Nach­rich­ten durf­te exklu­siv einen Blick hin­ter die Kulis­sen einer neu­en Instand­set­zungs­hal­le in der Gene­ral­feld­mar­schall-Rom­mel-Kaser­ne werfen.Es ist die Werk­statt des Pan­zer­gre­na­dier­ba­tail­lons 212. Die Hal­le mit der Num­mer 304 wur­de im Juni fer­tig­ge­stellt. „Die Pro­jekt­kos­ten belau­fen sich auf drei­ein­halb Mil­lio­nen Euro”, erklärt Pres­se­of­fi­zier Haupt­mann Mar­tin Waltemathe.

Acht Arbeits­stän­de hat die Hal­le, wovon drei mit Gru­ben ver­se­hen sind. Ober­feld­we­bel Ste­ven Gawen­da (Instand­set­zung) ist begeis­tert, was die neue Hal­le für Mög­lich­kei­ten bie­tet. Neben einer Absaug­an­la­ge und Decken­ven­ti­la­to­ren glänzt Hal­le 304 mit man­cher­lei tech­ni­schen Raf­fi­nes­sen. So ste­hen in einem eigens ein­ge­rich­te­ten Raum acht Bat­te­rie­la­de­sta­tio­nen bereit. „Das hört sich erst ein­mal viel an”, so Gawen­da. „Aller­dings hat ein Pan­zer bereits acht Bat­te­rien.” Die Lade­sta­tio­nen sei­en aller­dings kei­ne Fabri­ka­te, die man aus der Auto­werk­statt ken­ne. Denn hier kön­nen Bat­te­rien nicht nur gela­den, son­dern oft auch wie­der­her­ge­stellt wer­den. Ein Ölab­schei­der ist vor­han­den, die Wän­de sind zum gro­ßen Teil mit Sili­kon ange­stri­chen. „Wenn mal etwas Schmutz an die Wand kom­men soll­te, kann das leicht abge­wa­schen wer­den”, erklärt Gawen­da. Mit 30 Mann im Voll­be­trieb arbei­tet die Trup­pe, die zur Ver­sor­gungs- und Unter­stüt­zungs­kom­pa­nie des Pan­zer­gre­na­dier­ba­tail­lons gehört.

„Wir haben 15 Mecha­ni­ker, zwei von ihnen sind Frau­en”, erläu­tert Gawen­da. Die Feu­er­pro­be kommt auf die Hal­le und die Besat­zung in der kom­men­den Woche zu: Dann fin­det die ers­te tech­ni­sche Mate­ri­al­prü­fung statt. „Acht Fahr­zeu­ge, dar­un­ter zwei Mar­der, wer­den dann hier ste­hen”, erläu­tert Gawen­da. Erst am 2. Mai wird die Hal­le kom­plett ein­satz­be­reit sein. „Es müs­sen ins­ge­samt mehr als 50.000 Werk­zeu­ge von der alten in die neue Hal­le gebracht wer­den”, ver­deut­licht Ste­ven Gawen­da den Umfang des Umzu­ges. Die Trup­pe darf alle Fahr­zeu­ge und Pan­zer war­ten – mit einer Aus­nah­me. „Für die Inspek­ti­on am neu­en Puma haben die Her­stel­ler­fir­men Kraus-Maff­ei, Weg­mann und Rhein­me­tall-Land­sys­te­me noch die Berech­ti­gung”, erläu­tert der Ober­feld­we­bel. Erst im Lau­fe des kom­men­den Jah­res sol­len auch die Tech­ni­ker der Ver­sor­gungs- und Unter­stüt­zungs­kom­pa­nie in die tech­ni­sche War­tung ein­ge­weiht wer­den. „Dar­an zeigt sich, dass es nicht damit getan ist, ein neu­es Waf­fen­sys­tem ein­zu­füh­ren, es müs­sen eben auch alle dar­an aus­ge­bil­det wer­den”, ver­deut­licht Haupt­mann Mar­tin Wal­te­ma­the die Zusam­men­hän­ge. Und das daue­re län­ger, als die Öffent­lich­keit manch­mal vermutete.

Von Redaktion

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