Gegen den Wil­len von CDU und Bür­ger­meis­ter Dr. Andre­as Wulf hat­ten SPD, FWG und FDP in der ver­gan­ge­nen Rats­sit­zung dafür gestimmt, den Bebau­ungs­plan Nr. 5 zu ändern. Kon­kret geht es dabei um die Teil­flä­chen des ehe­ma­li­gen Frei­ba­des und der in Gemein­de­be­sitz befind­li­chen Gemein­be­darfs­flä­che süd­lich des­sel­bi­gen. (AUGUSTDORFER NACHRICHTEN berich­te­ten).

Man­che ein Leser frag­te sich, war­um die Oppo­si­ti­on geschlos­sen dage­gen gestimmt hat­te, den Antrag in den Bau­aus­schuss zu ver­wei­sen, wie von Bür­ger­meis­ter Wulf vor­ge­schla­gen. Auch der Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de Lutz Mül­ler hat­te dafür nach eige­nen Wor­ten kei­ne Erklärung.

Im Gespräch mit den AUGUSTDORFER NACHRICHTEN ver­tei­digt der SPD-Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de Hein­rich-Georg Schnei­der die­ses Vor­ge­hen. „Wir woll­ten uns den Antrag nicht kaputt­ma­chen las­sen, aber natür­lich habe ich gese­hen, dass sich die ande­re Sei­te geär­gert hat”, erklärt er. Für ihn stel­le sich aber viel­mehr die Fra­ge, war­um der Bür­ger­meis­ter so gegen die Bebau­ung die­ses Are­als sei.

Als Beweis führt Schnei­der eine Maß­nah­me aus dem ers­ten inte­grier­ten städ­te­bau­li­che Ent­wick­lungs­kon­zept (ISEK) von 2015 an. Die Maß­nah­me 20b befasst sich mit der Frei­bad­flä­che. „In dem Kon­zept taucht auf ein­mal die Idee einer Was­ser­spiel­mög­lich­keit auf”, zeigt sich Schnei­der noch im Nach­hin­ein ver­wun­dert. „Die­ses Kon­zept des ISEK haben wir dann abge­lehnt, da wir es nicht für sinn­voll und die Schaf­fung von sol­chen Was­ser­spiel­mög­lich­kei­ten mit einer Mil­li­on Euro für völ­lig über­zo­gen gehal­ten haben”, erläu­tert Schnei­der die dama­li­gen Zusam­men­hän­ge. Er ist sich sicher: „Die August­dor­fer wol­len kei­ne sol­chen Mög­lich­kei­ten, da der Bür­ger­meis­ter ja einen Bade­see ver­spro­chen hat.”

Das sieht Andre­as Wulf anders: „Ins­be­son­de­re der letz­te Som­mer hat gezeigt, dass zahl­rei­che Fami­li­en sich Was­ser- und Matsch­spiel­mög­lich­kei­ten für klei­ne­re Kin­der wün­schen. Im Moment müs­sen die­se Fami­li­en in ande­re Kom­mu­nen aus­wei­chen, zum Bei­spiel zur Ems-Erleb­nis-Welt nach Stu­ken­b­rock-Sen­ne”, erklärt er gegen­über den AUGUSTDORFER NACHRICHTEN.

Sowohl er, als auch Roger Rit­ter (FDP) und Peter Kaup (FDP) rie­ben sich nach eige­nen Anga­ben ver­wun­dert die Augen, als unmit­tel­bar nach dem Bür­ger­ent­scheid im Febru­ar 2017, Bür­ger­meis­ter Dr. Andre­as Wulf in einer Email die­se Idee jedoch wie­der auf­griff und vor­schlug, sich dar­über zu beraten.

Um die Zukunft die­ses Are­als wird seit Jah­ren gerun­gen. (Foto: Wolff)

„Nach­dem wir jetzt unse­ren Antrag gestellt haben, das Gelän­de in eine Bau­flä­che für bezahl­ba­ren Miet­wohn­raum zu ändern, schreibt Herr Dr. Wulf wie­der davon, dass man dort auch Was­ser- und Matsch­spiel­mög­lich­kei­ten ent­wi­ckeln kön­ne”, so Schnei­der und schiebt hin­ter­her: „Für wen will er die­se Fläche?”

Die­se gan­ze Geschich­te habe dazu geführt, dass sich SPD, FDP und FWG dazu ent­schie­den hät­ten, nun Nägel mit Köp­fen zu machen und kei­ne Dis­kus­si­on mehr dar­über zuzu­las­sen. „Wir erwar­ten vom Bür­ger­meis­ter Lösun­gen, wie er das bewerk­stel­li­gen kann und wol­len nicht hören, war­um es nicht geht”, so Schnei­der gegen­über den AUGUSTDORFER NACHRICHTEN. Er zeigt sich ent­täuscht dar­über, dass das Gemein­de­ober­haupt statt­des­sen nur „10 Absät­ze auf­zählt, war­um es sei­ner Mei­nung nach nicht funktioniert”.

„Wenn er Bür­ger­meis­ter für alle Bür­ger wäre, wür­de er alles dar­an­set­zen, dass unser Antrag zur Schaf­fung von Bau­flä­chen für ange­mes­se­nen und bezahl­ba­ren Miet­wohn­raum für Fami­li­en in unse­rer Gemein­de mög­lichst schnell umge­setzt wird”, so Schnei­der. Die August­dor­fer brauch­ten nicht nur Bau­flä­chen für schi­cke Ein­fa­mi­li­en­häu­ser. Es gebe auch vie­le August­dor­fer, die sich den Bau eines Eigen­hei­mes nicht leis­ten könn­ten oder aus beruf­li­chen Grün­den, wie Sol­da­ten, auf attrak­ti­ve Woh­nun­gen ange­wie­sen seien.

Schnei­der betont, „dass die Ände­rung die­ses Bebau­ungs­pla­nes gleich­zei­tig die Umset­zung öko­lo­gi­scher Zie­le für die­se Teil­be­rei­che bewir­ken soll.” Das kön­ne in Form von Niedrigenergie‑, Passiv‑, und Null­ener­gie­häu­sern gesche­hen oder auch durch Errich­tung einer zen­tra­len Ener­gie­ver­sor­gungs­an­la­ge wie einer Kraft-Wärme-Koppelung.”

In einer Stel­lung­nah­me zeigt sich Bür­ger­meis­ter Dr. Andre­as Wulf von den Vor­wür­fen unbe­ein­druckt. „Der Vor­wurf ent­behrt einer sach­li­chen Grund­la­ge”, so Wulf und stellt fest: „Gera­de weil ich die Inter­es­sen aller Bür­ger im Blick habe, möch­te ich die­se an der Ziel­fin­dung für das Frei­bad­ge­län­de betei­li­gen und zwar von Anfang an.”

Er hält es auch für falsch, „Zie­le ohne sach­li­che Dis­kus­si­on im Fach­aus­schuss und im Rat zu beschlie­ßen.” ” Ich glau­be, dass das Ver­fah­ren ins­ge­samt schnel­ler durch­ge­führt wer­den kann, wenn man die Emp­feh­lun­gen der Ver­wal­tung berück­sich­tigt”, so Wulf, der kri­ti­siert: „Die drei Frak­tio­nen haben erst kürz­lich zu Recht betont, dass Sach­dis­kus­sio­nen grund­sätz­lich in den Fach­aus­schuss gehö­ren. Es wur­de lei­der nicht begrün­det, war­um das jetzt wie­der anders gese­hen wird.”

Das Ober­haupt der Sen­ner­an­d­ge­mein­de stellt klar: „Wenn die drei Frak­tio­nen wol­len, dass ihr Antrag schnell umge­setzt wird, dann müs­sen sie auch die offe­nen Fra­gen dazu beant­wor­ten.” Das hät­ten die­se im Rat lei­der nicht gemacht. „Wenn die Ver­wal­tung einen Archi­tek­ten mit der Ände­rung eines Bebau­ungs­plans beauf­tra­gen soll, dann muss der Rat auch das Geld dafür bereit stel­len”, so Wulf.

Er macht deut­lich: „Ich bedaue­re es sehr, dass die drei Frak­tio­nen es hin­sicht­lich ihres Antrags bevor­zu­gen, über mich zu reden, anstatt mit mir zu spre­chen. Ich habe das Gespräch ange­bo­ten, ins­be­son­de­re durch den Vor­schlag, den Antrag an den Fach­aus­schuss zu ver­wei­sen. Das wur­de abge­lehnt. Auch im Gemein­de­rat bestand kei­ne Bereit­schaft, über die offe­nen Fra­gen des Antrags zu sprechen.”

Von Redaktion

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