Neben der CDU, der SPD und der FWG, bestimmt auch die FDP über die Geschi­cke der Sen­ner­an­d­ge­mein­de. Grund genug für die AUGUSTDORFER NACHRICHTEN ein Inter­view mit dem Vor­sit­zen­den Roger Rit­ter zu führen.

AUGUSTDORFER NACHRICHTEN: Herr Rit­ter, was ist Ihnen in der poli­ti­schen Arbeit wichtig?

Roger Rit­ter: Ich fin­de es wich­tig, dass man zum Bei­spiel nach einer Sit­zung auch noch mit jedem Cola und Was­ser trin­ken kann, und ich kann das. Natür­lich darf man unter­schied­li­che Mei­nun­gen haben und die sind in einer Demo­kra­tie auch wich­tig. Jeder soll­te sich aber auch zivi­li­siert benehmen.

AN: Glau­ben Sie, dass auch jeder mit Ihnen Cola und Was­ser trin­ken würde?

Rit­ter (lacht): Ich den­ke schon. Ich kann mit jedem spre­chen. Der christ­li­che Glau­be ver­bie­tet es, dass man nachtritt. Man muss ein­fach auch ande­re Mei­nun­gen akzeptieren.

AN: Gemein­sam mit der SPD und FWG haben Sie schon eini­ge Pro­jek­te gestemmt. Wor­an liegt es, dass nicht auch die CDU mit Ihnen häu­fi­ger im Boot sitzt?

Rit­ter: Anschei­nend sind die Unter­schie­de zu groß. Ich sage aber auch deut­lich: wir haben kei­ne Koali­ti­on mit den ande­ren Par­tei­en gebil­det. Ich glau­be eher, dass es dar­an liegt, dass ande­re viel­leicht nicht mit uns reden möch­ten. Ich bin vor Jah­ren schon offen auf die CDU zuge­gan­gen, aber da scheint kein Wunsch zu sein, mit­ein­an­der zu reden. Ich gebe Ihnen ein ande­res Beispiel…

AN: Wel­ches wäre das?

Rit­ter: Der Bür­ger­meis­ter wur­de von der CDU auf­ge­stellt und besucht, soweit ich weiß, auch die Frak­ti­ons­sit­zun­gen der Par­tei. Ich habe ihn vor der Wahl damals ein­ge­la­den, auch in unse­re Frak­ti­ons­sit­zun­gen zu kom­men. Das ist bis­her nicht gesche­hen. Er gehört der CDU an, das muss man ein­fach deut­lich sehen.

AN: Es hat eini­gen Wir­bel gege­ben, dass Sie gemein­sam mit den ande­ren Oppo­si­ti­ons­par­tei­en die Vor­la­ge für die Ver­än­de­rung des Bebau­ungs­pla­nes Nr. 5 nicht in den Bau­aus­schuss ver­wie­sen haben. War­um haben Sie das gemacht?

Rit­ter: Es gab in vie­len Din­gen ein­fach ein hin und her. Und auch da hät­te man es wie­der kaputt­ge­re­det. Wir zie­hen das jetzt durch und dann kann man dar­über spre­chen. Mehr­hei­ten sind dazu da, um Ent­schei­dun­gen zu tref­fen und das haben wir jetzt hier mal getan. Denn auch der Bür­ger ver­langt von uns, dass wir Ent­schei­dun­gen treffen.

AN: Was macht für Sie Poli­tik aus?

Rit­ter: Dass man sei­ne Mei­nung und sei­ne Vor­stel­lung rein­brin­gen und gestal­te­risch tätig sein kann.

AN: Was will die FDP in den nächs­ten Mona­ten und Jah­ren in August­dorf voranbringen?

Rit­ter: Die Schu­len, dass das Inter­net in August­dorf vor­an­ge­bracht wird, und auch die Frei­bad­flä­che ist für uns ein Thema.

AN: Sie spre­chen vom bezahl­ba­ren Wohnraum?

Rit­ter: Genau. Im Augen­blick ist die Flä­che ja eine Bra­che, da muss ja was gemacht werden.

AN: Wel­che Punk­te haben Sie noch auf Ihrer Agenda?

Rit­ter: Auch die Zukunft der Rühl­mann­stät­te ist uns wich­tig, eben­so wie die Gestal­tung des Dorf­plat­zes, die Leer­stän­de im ehe­ma­li­gen Jibi-Gebäu­de und natür­lich Schaf­fung von Räum­lich­kei­ten für Jugendliche.

AN: Apro­pos Jugend­li­che, wie beur­tei­len Sie die Aus­wir­kun­gen vom Jugend­fo­rum, das vor kur­zem statt­ge­fun­den hat?

Rit­ter: Ich habe lei­der seit­dem gar nichts mehr davon gehört. Ich will mich aber in der kom­men­den Zeit mal im Jugend­zen­trum mel­den, damit man ins Gespräch kommt. Ich fin­de es wich­tig, den Jugend­li­chen auch zu ver­mit­teln, wie Poli­tik in der Gemein­de gestal­tet wird. Ich wür­de mich freu­en, wenn die Jugend­li­chen auch auf uns zukämen.

AN: Wie sehen Sie die Zukunft der Sennerandgemeinde?

Rit­ter: Es ist wich­tig, eine Ent­wick­lung mit Augen­maß hin­zu­be­kom­men. Dabei fin­de ich es gut, dass August­dorf eine mul­ti­kul­tu­rel­le Gemein­de ist, in der es ein gutes Mit­ein­an­der gibt. Das The­ma der Zukunft wird sicher­lich auch der Öffent­li­che Per­so­nen­nah­ver­kehr sein.

AN: Was bedeu­tet „mit Augenmaß”?

Rit­ter: Ich glau­be nicht, dass wir so rie­sig wei­ter wach­sen müs­sen. Auch den Aus­bau des Indus­trie­ge­biets fin­de ich gut; und auch da muss mit Augen­maß gehan­delt werden.

 AN: Herz­li­chen Dank für das Gespräch.

Von Redaktion

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