Auf Ein­la­dung der August­dor­fer CDU hat der EU-Poli­ti­ker Elmar Brok in Wen­zels Rat­stu­ben vor zahl­rei­chen Unter­neh­mern zum The­ma Bre­x­it refe­riert. Denn klar ist: in sei­nen fast 40 Jah­ren als Abge­ord­ne­ter des Euro­pa­par­la­ments hat Elmar Brok vie­les erlebt: Ein Cha­os wie den Bre­x­it aber mit Sicher­heit noch nicht.

Als einer der drei Bre­x­it-Beauf­trag­ten der Euro­päi­schen Volks­par­tei­en (EVP) kann er vie­les über das poli­ti­sche Cha­os auf der Insel berich­ten und erklärt die Thea­tra­lik des Dra­mas: „Abends über­le­gen wir zu Hau­se: Schau­en wir Rosa­mun­de Pil­cher oder Unterhaus?“

Dass das bri­ti­sche Par­la­ment sich nicht auf ein Modell eini­gen kann, mit dem es die EU ver­las­sen will, hat sei­ne Ursa­che laut Brok im poli­ti­schen Sys­tem: „Das ist ver­al­tet. Es gibt dort kei­ne Aus­schüs­se, in denen man sich mit ande­ren abstim­men kann. So bringt jeder Abge­ord­ne­te ohne Rück­spra­che Anträ­ge ins Par­la­ment ein“, erklärt er.

Teilnahme an der Europawahl

Groß­bri­tan­ni­en habe wei­ter Ver­bind­lich­kei­ten über 39 Mil­li­ar­den Euro, die nach dem Aus­tritt zu zah­len sei­en. „Das sind bei­spiels­wei­se Pro­jek­te, die gemein­sam geplant und begon­nen wur­den. Die müs­sen wei­ter gezahlt wer­den.“ Einen gro­ßen Vor­wurf macht Brok dem Par­la­ment auch, weil es die Situa­ti­on der EU-Bür­ger in sei­nem Land und die der Bri­ten in der EU nicht geklärt hat. „Die Men­schen leben in tota­ler Unsicherheit.“

Auch soll­ten sich die August­dor­fer bewusst sien, dass ein Bre­x­it auch die Sen­ner­an­d­ge­mein­de betrifft: „Denn dann wird auch die Fra­ge des Mili­tärs auf­kom­men”, pro­phe­zei­te „Mr. Europa”.

Neben dem Bere­x­it sprach Brok aber auch über Euro­pa und sei­ne Stär­ken und Schwä­chen. Die Regeln der EU mach­ten durch­aus Sinn, so Brok. „Sie ver­hin­dern zum Bei­spiel, dass Ban­ken uns durch rück­sichts­lo­se Zocke­rei in die nächs­te Finanz­kri­se stür­zen. Durch die euro­päi­schen Stan­dards erhal­ten alle Mit­glieds­staa­ten öko­no­mi­sche Vor­tei­le. Das sind nicht immer deut­sche Stan­dards, aber man muss eben Kom­pro­mis­se ein­ge­hen“, mahnt er und fügt hin­zu: „Trump, Xi und Putin: Die wür­den die EU ger­ne auf­lö­sen, um den ein­zel­nen Län­dern ihre Han­dels­be­din­gun­gen zu dik­tie­ren. In Zei­ten der Glo­ba­li­sie­rung sind ein­zel­ne Staa­ten zu schwach“, sagt Brok.
„Selbst Nor­we­gen und die Schweiz pas­sen ihre Stan­dards an und zah­len ihre Mit­glieds­bei­trä­ge in der Zoll­uni­on, um ihre öko­no­mi­schen Inter­es­sen zu wahren“.

Nach zahl­rei­chen Nach­fra­gen der anwe­sen­den Unter­neh­mer und lang anhal­ten­dem Applaus ver­ab­schie­de­te sich der Gast. Und eines scheint sicher: In irgend­ei­ner Funk­ti­on wird es Elmar Brok auch in Zukunft wie­der ein­mal nach August­dorf verschlagen.

Von Redaktion

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