Im Ver­gleich zur letz­ten Euro­pa­wahl hat die AfD in August­dorf am ver­gan­ge­nen Sonn­tag um 8,08 Pro­zent­punk­te zuge­legt. Sie ist im Bund die größ­te Oppo­si­ti­ons­par­tei und in allen Lan­des­par­la­men­ten ver­tre­ten. Was hat die AfD in August­dorf vor? Wel­che Zie­le hat sie? Und wie will sie bei der nächs­ten Kom­mu­nal­wahl im kom­men­den Jahr antre­ten? Den Fra­gen hat sich das Grün­dungs­mit­glied der AfD in Lip­pe, Uwe Detert gestellt.

AUGUSTDORFER NACHRICHTEN: Wie sieht im Augen­blick die Situa­ti­on für die AfD in August­dorf aus?

Uwe Detert: Wir haben im Augen­blick das Pro­blem, dass bun­des­weit in vie­len Medi­en gegen die AfD Front gemacht wird.

AN: Wie wirkt sich das denn auf August­dorf aus?

Detert: Gera­de für die Wahl im kom­men­den Jahr bau­en wir zur Zeit kom­mu­na­le Struk­tu­ren auf. Man­che Mit­glie­der wol­len durch die Vor­wür­fe der Medi­en im Hin­ter­grund blei­ben. Gera­de für die Wahl brau­chen wir aber Leu­te, die sich vor­ne hin­stel­len. Da sind wir im Augen­blick auf der Suche, wer dazu bereit ist.

AN: Wie sieht es kon­kret in August­dorf mit der Mit­ar­beit aus?

Detert: Wir haben im Augen­blick zwei Per­so­nen, die öffent­lich für die AfD ste­hen, wir benö­ti­gen aber für die sie­ben Wahl­be­zir­ke immer noch eini­ge, die mit­ma­chen wollen.

AN: Wer­den Sie mit einem eige­nen Bür­ger­meis­ter antreten?

Detert: Wir wer­den sehen, wie sich die Situa­ti­on dar­stellt. Wenn wir genü­gend Per­so­nen haben, wer­den wir mit einem eige­nen Kan­di­da­ten antreten.

AN: Wor­auf füh­ren Sie den Erfolg der AfD in August­dorf zurück?

Detert: Ich den­ke, dass es mit dem Unmut der Leu­te zusam­men­hängt. Es hat aber auch mit der Bevöl­ke­rungs­si­tua­ti­on im All­ge­mei­nen zusammen.

AN: Was mei­nen Sie damit?

Detert: August­dorf hat eine gerin­ge Kauf­kraft. Da haben wir schon mal einen gewis­sen Unmut. Zusätz­lich haben wir hier auch einen hohen Anteil von Russ­land­deut­schen. Mit die­sen füh­ren wir vie­le Gespräche.

AN: Was ist der Inhalt der Gespräche?

Detert: Vie­le stel­len fest, dass die eta­blier­ten Par­tei­en einen gewis­sen Islam­kon­sens haben.

AN: Was ist Ihre Position?

Detert: Wir leh­nen den poli­ti­schen Islam ab, weil er gleich­zei­tig nicht nur als Reli­gi­on gilt, son­dern sei­ne eige­nen Rechts­sys­te­me hat. Jeder der unser Grund­ge­setz als Wer­te­ka­non vor sei­nen Glau­ben stellt, ist hier rich­tig. Die die­ses nicht wol­len, soll­ten über­le­gen, ob sie hier nicht falsch sind.

AN: Wie sehr sind Sie mit den Augus­tor­fer Russ­land­deut­schen im Gespräch?

Detert: Wir haben einen eige­nen Unter­ver­band „Russ­land­deut­sche in der AfD“, hier­durch wer­den vor Ort Gesprä­che geführt.

AN: Was bewegt die Russ­land­deut­schen Ihrer Mei­nung nach in August­dorf noch?

Detert: Vie­le haben ein gro­ßes Pro­blem mit der „Ehe für alle” und „Ehe für Gleich­ge­schlecht­li­che”. Dar­um füh­len sie sich bei der AfD gut aufgehoben.

AN: Wie ste­hen Sie dazu?

Detert: Ich habe für die Part­ner­schaft von Gleich­ge­schlecht­li­chen einen gemä­ßig­ten Ansatz. Die Christ­li­che Ehe für Gleich­ge­schlecht­li­che leh­ne ich aber genau wie vie­le Russ­land­deut­sche ab.

AN: Was wür­de sich in August­dorf ändern, wenn ein AfD-Bür­ger­meis­ter käme?

Detert: Man­che glau­ben, dass man mit einem neu­en Bür­ger­meis­ter auch einen neu­en König wählt. Das ist natür­lich Quatsch. Der Bür­ger­meis­ter hat im Rat eine Stim­me. Für mich hat der Bür­ger­meis­ter eine Schlüs­sel­po­si­ti­on, um zwi­schen Ver­wal­tung, Rat und den Bür­gern zu ver­mit­teln. Er soll­te eigent­lich als Sprach­rohr für den Bür­ger in den Rat hin­ein agieren.

AN: Wenn die AfD aller­dings gut abschnei­det, kann sie ja die Poli­tik mit­ge­stal­ten. Was erwar­tet den Bür­ger dann?

Detert: Wich­tig ist für uns, dass wir eine höhe­re Trans­pa­renz der Rats- und Ver­wal­tungs­ar­beit bekom­men. Da schwebt uns zum Bei­spiel ein Live-Stream vor, so dass die Bür­ger, die inter­es­siert sind aber kei­ne Zeit haben, an den Sit­zun­gen teil­zu­neh­men, sich die­se anschau­en kön­nen. Wei­ter­hin sind wir auch für mehr Bürgerentscheide.

AN: War­um?

Detert: Wir wol­len den Bür­ger­wil­len ver­stärkt auf­grei­fen und die­sen umsetzen.

AN: Was wird noch im Pro­gramm der AfD für August­dorf stehen?

Detert: Wir wer­den alles dafür tun, dass der Bun­des­wehr­stand­ort August­dorf erhal­ten bleibt und dass der Natio­nal­park nicht kommt.

AN: Herr Detert, herz­li­chen Dank für das Gespräch.

Von Redaktion

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