Auch in der ver­gan­ge­nen Sit­zung des Haupt- und Finanz­aus­schus­ses war die Klär­schlammt­rock­nungs­an­la­ge The­ma. Zahl­rei­che Besu­cher hat­ten sich dazu eingefunden.

Zuvor hat­ten 74 Anwoh­ner einen Brief unter­zeich­net, in dem die Gemein­de auf­ge­for­dert wur­de, sich der „belas­ten­den Situa­ti­on anzu­neh­men.” „Wir füh­len uns in kei­ner Wei­se ernst genom­men”, heißt es in dem Schrei­ben. So sei­en Anru­fe oft­mals abge­tan, die Anwoh­ner selbst mit nichts­sa­gen­den Wor­ten abge­speist wor­den. „Sind wir denn Men­schen zwei­ter Klas­se?”, lau­te­te die Fra­ge der Antrag­stel­ler. Auch sei man nie in die Plä­ne der Trock­nungs­an­la­ge infor­miert worden.

Laut Beschluss­vor­schlag soll­ten die Gemein­de­wer­ke dar­um gebe­ten wer­den, „im Rah­men der lau­fen­den Betriebs­füh­rung wei­te­re Maß­nah­men zur Redu­zie­rung der Geruchs­emis­sio­nen zu ergreifen.”

Bür­ger­meis­ter Dr. Andre­as Wulf erklär­te, dass er den Unter­zeich­nern mit­ge­teilt habe, dass sich der Betriebs­aus­schuss mit den Geruchs­emis­sio­nen der Klär­an­la­ge befasst und dort über die wei­te­re Vor­ge­hens­wei­se infor­miert wer­de. Außer­dem sei zu einem Orts­ter­min in der Klär­an­la­ge ein­ge­la­den wor­den. „Bei­de Ange­bo­te wur­den gut ange­nom­men”, so Wulf.

Lutz Mül­ler (CDU) wand­te sich an die Anlie­ger und gab sein Bedau­ern zum Aus­druck, wenn sich die­se bei Anru­fen an die Gemein­de nicht rich­tig behan­delt gefühlt hät­ten. Er unter­strich auch: „Sie sind nicht Bür­ger zwei­ter Klasse.”

Hein­rich-Georg Schnei­der (SPD) mach­te deut­lich, dass ihm der Antrag nicht weit genug gehe und ern­te­te dar­auf­hin spon­ta­nen Applaus der Zuschau­er. „Der Som­mer steht vor der Tür und das Wort Geruchs­be­läs­ti­gung ist eine Ver­nied­li­chung” so Schnei­der. Er schlug eine Ände­rung des Antra­ges vor, in dem gefor­dert wer­de, dass die Trock­nung ab jetzt sofort aus­ge­setzt wer­den müs­se. „Der Klär­schlamm ist ab jetzt bis zur Fer­tig­stel­lung der Kami­ne in Con­tai­nern zu lagern. Die­se sind nach der Befül­lung sofort abzu­fah­ren”, so Schnei­der. Nach Fer­tig­stel­lung der Abluft­an­la­ge sol­len im Rah­men einer Ein­woh­ner­ver­samm­lung die Anlie­ger infor­miert wer­den. Die­sem Antrag wur­de bei einer Ent­hal­tung von allen Par­tei­en zugestimmt.

Nun geht in die­ser Woche die Dis­kus­si­on in die nächs­te Run­de. Der beschlos­se­ne Antrag soll dann vom Rat bestä­tigt wer­den. Mitt­ler­wei­le wird seit ein paar Tagen die Klär­schlammt­rock­nungs­an­la­ge der Klär­an­la­ge geräumt. Das berich­te­te die Gemein­de August­dorf auf ihrer Face­book-Sei­te. Der Klär­schlamm wer­de nun in Con­tai­ner ver­la­den und nach Pfings­ten abtrans­por­tiert. Die­ser sei in den letz­ten zwei Wochen gut getrock­net und habe erheb­lich an Volu­men verloren.

Dass die Anwoh­ner der­weil nicht locker las­sen, zeigt ein Ein­trag in den sozia­len Netz­wer­ken eines Anwoh­ners. Er wirft die Fra­ge auf: „Der Abstands­er­lass und die Geruchsim­mis­si­ons-Richt­li­nie (GIRL) des Lan­des NRW schei­nen in August­dorf kei­ne Rol­le spie­len. Viel­leicht dann ein Bundesgesetz?”

Dar­in ver­weist der Anwoh­ner auf §25 des Bun­des-Immis­si­ons­schutz­ge­setz. Dort heißt es im zwei­ten Absatz: „Wenn die von einer Anla­ge her­vor­ge­ru­fe­nen schäd­li­chen Umwelt­ein­wir­kun­gen das Leben oder die Gesund­heit von Men­schen oder bedeu­ten­de Sach­wer­te gefähr­den, soll die zustän­di­ge Behör­de die Errich­tung oder den Betrieb der Anla­ge ganz oder teil­wei­se unter­sa­gen, soweit die All­ge­mein­heit oder die Nach­bar­schaft nicht auf ande­re Wei­se aus­rei­chend geschützt wer­den kann.”

Von Redaktion

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