Die Gesell­schaft für Abfall­ent­sor­gung Lip­pe (GAL) und der Abfall­wirt­schafts­ver­band Lip­pe (AWV) neh­men die Bio­ton­nen auch in August­dorf ab Mit­te Juni genau­er unter die Lupe. Der Hin­ter­grund: Seit Ein­füh­rung der Bio­ton­nen zu Beginn der 90er Jah­re hat sich die Qua­li­tät des gesam­mel­ten Mate­ri­als kon­ti­nu­ier­lich ver­schlech­tert. Die gesetz­li­chen Anfor­de­run­gen an die Pro­duk­te aus dem Kom­post­werk in Lem­go sind hin­ge­gen gestie­gen. Hin­zu kommt, dass die fal­sche Müll­tren­nung mas­si­ve Pro­ble­me in den Auf­be­rei­tungs­an­la­gen ver­ur­sacht. Die erfor­der­li­chen Repa­ra­tu­ren und die damit ver­bun­de­nen Aus­fall­zei­ten füh­ren zu beträcht­li­chen Mehr­kos­ten mit Aus­wir­kun­gen auf den Gebührenhaushalt.

„Wenn sich die Qua­li­tät wei­ter ver­schlech­tert, dürf­te im schlimms­ten Fall der Kom­post nicht mehr ver­wen­det und teu­er ent­sorgt wer­den, was eine schmerz­haf­te Gebüh­ren­er­hö­hung für die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger in Lip­pe zur Fol­ge hät­te“ warnt Dr. Ute Röder, Lei­te­rin des Fach­be­rei­ches Umwelt und Ener­gie im Kreis Lip­pe. Daher enga­giert sich der Kreis Lip­pe für eine Ver­bes­se­rung des Kom­posts. „Ab Mit­te Juni wer­den wir daher im gesam­ten Kreis­ge­biet die Kon­trol­le der Bio­ton­nen inten­si­vie­ren“, kün­digt Bert­hold Lock­s­tedt, Geschäfts­füh­rer der GAL, an. Bei der Über­prü­fung der Behäl­ter wer­den zwei Wege beschrit­ten: Zum einen begut­ach­ten Mit­ar­bei­ter der Pre­Ze­ro Ser­vice West­fa­len, die die Bio­ton­nen im Kreis erfasst, wäh­rend der Sam­mel­tour die Qua­li­tät der Abfäl­le. Zum ande­ren kom­men Detek­to­ren zum Ein­satz, die Stör­stof­fe erken­nen und den Schütt­vor­gang am Fahr­zeug unter­bre­chen. Das Resul­tat ist jedoch iden­tisch – wer­den uner­wünsch­te Mate­ria­li­en ent­deckt, bleibt die Ton­ne unge­leert ste­hen. Die betrof­fe­nen Ver­brau­cher kön­nen ihre Bio­ab­fäl­le bis zur nächs­ten tur­nus­ge­mä­ßen Samm­lung nach­sor­tie­ren oder einen kos­ten­pflich­ti­gen Sack neben den Rest­müll­be­häl­ter stellen.

„Die­se Maß­nah­men sind not­wen­dig, da es eini­ge Haus­hal­te in Lip­pe mit der Tren­nung ihrer Abfäl­le nicht mehr so genau neh­men“, ergänzt Ulrich Schlott­hau­er, eben­falls Geschäfts­füh­rer der GAL und ver­ant­wort­lich für den Betrieb des Kom­post­werks in Lem­go. Fol­gen­de Regeln gibt es bei den Bio­ton­nen zu beach­ten: Alt­klei­der, Bau­schutt oder Elek­tro­ge­rä­te gehö­ren dabei eben­so wenig in die Bio­ton­ne, wie Lebens­mit­tel­ver­pa­ckun­gen oder Plas­tik­tü­ten. „Auch Müll­beu­tel aus kom­pos­tier­ba­rer Folie sind für unse­re Pro­zes­se denk­bar unge­eig­net. Sie stö­ren in der Sor­tie­rung und ver­rot­ten zudem deut­lich lang­sa­mer als die bio­lo­gi­schen Antei­le im Mate­ri­al“, erklärt Ulrich Schlott­hau­er. Erlaubt sind alte Zei­tun­gen, die Feuch­tig­keit und Gerü­che binden.

Neben die­sen tech­ni­schen Her­aus­for­de­run­gen unter­liegt die Her­stel­lung von Kom­post heu­te auch strik­ten recht­li­chen Regu­la­ri­en. In der Bio­ab­fall­ver­ord­nung ist fest­ge­hal­ten, dass beim Kom­post maxi­mal 0,5 Pro­zent des Gesamt­ge­wichts aus Fremd­stof­fen bestehen dür­fen. Die Dün­ge­mit­tel­ver­ord­nung schreibt vor, dass der Kunst­stoff­an­teil am Gesamt­ge­wicht maxi­mal 0,1 Pro­zent betra­gen darf. „Es ist jedoch unser Anspruch, die­se Höchst­gren­zen mit der Unter­stüt­zung der lip­pi­schen Haus­hal­te zu ver­mei­den. Bio­ab­fäl­le sind wich­ti­ge Roh­stof­fe und soll­ten kei­ner­lei Fremd­stof­fe ent­hal­ten – auch im Hin­blick auf die Gefah­ren, die sich aus dem Ein­trag von Mikro­plas­tik in die ver­schie­de­nen Öko­sys­te­me erge­ben“, so Rüdi­ger Kuh­le­mann, Fach­ge­biets­lei­ter für Was­ser- und Abfall­wirt­schaft im Kreis Lippe.

Die Gesell­schaft für Abfall­ent­sor­gung Lip­pe und die Abfall­be­sei­ti­gungs-GmbH Lip­pe bie­ten umfang­rei­che Infor­ma­tio­nen zum The­ma auch im Inter­net an: www.gal-lippe.de und www.abg-lippe.de.

Tele­fo­ni­sche Aus­künf­te und Sor­tier­tipps erhal­ten inter­es­sier­te Ver­brau­cher unter der Ruf­num­mer 05261/9487–20.

Von Redaktion

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