Wie sah es frü­her in der Sen­ner­an­d­ge­mein­de aus? Die­se Fra­ge stel­len sich vie­le August­dor­fer. Aber die Anzahl der­je­ni­gen, die dar­über berich­ten kön­nen, wird immer kleiner.

Aus die­sem Grund haben sich der Horn-Bad Mein­ber­ger Olaf Bie­re und der Bie­le­fel­der Kar­to­graf Jür­gen Rosen­berg der Ange­le­gen­heit ange­nom­men und konn­ten nun dem Bür­ger­meis­ter das ers­te Exem­plar einer „Kar­te von 1937/41” prä­sen­tie­ren. Auch der Hei­mat­ver­ein erhielt ein Exem­plar. „Die Kar­te zeigt die Lage der Häu­ser und Höfe auf dem Gebiet der Gemein­de August­dorf, die zwi­schen 1937 und 1941 bei der Erwei­te­rung des Trup­pen­übungs­plat­zes von den Bewoh­nern auf­ge­ge­ben wer­den muss­ten”, erklär­te Olaf Bie­re bei sei­ner Prä­sen­ta­ti­on im Bürgerzentrum.

So habe im Jahr 1937 die Erwei­te­rung des Übungs­plat­zes das Gebiet der Gemein­de August­dorf erreicht. „Ins­ge­samt wur­den 40 Gebäu­de ange­kauft, dar­un­ter drei Wochen­end­häu­ser”, so Bie­re. Zwei Eigen­tü­mer, deren Höfe nicht im Ankaufs­ge­biet lagen, ver­lo­ren den größ­ten Teil ihres Flä­chen­be­sit­zes und ver­kauf­ten daher freiwillig.

Auch zur Geschich­te der Häu­ser und Höfe hat­te Bie­re eini­ges zu erzäh­len. „Die ers­ten Ansied­lun­gen in die­ser Gegend erfolg­ten süd­lich des spä­te­ren Poll­manns­kru­ges ent­lang der Haus­ten­be­cker Stra­ße”, erklär­te Bie­re, der sich selbst schmun­zelnd als Hob­by-Wis­sen­schaft­ler bezeichnet.

Ab 1818 wur­den in der Sen­ner­an­d­ge­mein­de Flä­chen abseits der Stra­ße aus­ge­wie­sen, wo sich wei­te­re Fami­li­en, die soge­nann­ten Colo­ne, ansie­del­ten. Bis 1937 leb­ten in die­sem Bereich über 40 August­dor­fer Fami­li­en, knapp 200 Per­so­nen, die das von den Vor­fah­ren urbar gemach­te Land nun auf­ge­ben mussten.

Bür­ger­meis­ter Dr. Andre­as Wulf bedank­te sich für das Geschenk und mach­te deut­lich, dass er die Arbeit für außer­or­dent­lich wert­voll hal­te. „Man kann durch Ihre Arbeit eine per­sön­li­che Bezie­hung zur Land­schaft ent­wi­ckeln”, so Wulf.

Wer sich die Kar­te, die nun im Ein­gang des Bür­ger­zen­trums hängt, nicht nur anschau­en, son­dern käuf­lich erwer­ben möch­te, kann dies tun. Ver­trie­ben wer­den die Kar­ten sowohl über den Büro­be­darf Office Alter­na­ti­ves in der Pivits­hei­der Stra­ße 31, als auch über Olaf Bie­re, erreich­bar unter olaf.biere@gmx.net. Der Preis beträgt  für den kleins­ten Aus­druck 30 Euro. Der Erlös geht an den Hei­mat­ver­ein Augustdorf.

Von Redaktion

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