Am Diens­tag­vor­mit­tag herrsch­te hek­ti­sche Betrieb­sam­keit auf dem Gelän­de des Sand­werks Schle­gel. Dabei waren es nicht die zahl­rei­chen Bag­ger und Trans­por­ter, die ja zum all­täg­li­chen Bild der Sand­gru­be gehö­ren, son­dern drei Per­so­nen, die sich dar­an mach­ten, einen spe­zi­el­len Bereich der Sand­gru­be ganz genau zu inspizieren.

Dr. Lothar Schöll­mann, Dr. Chris­ti­an Pott und Dr. Elke Treu­de waren vor Ort, um den Platz unter die Lupe zu neh­men, an dem der Mam­mut­stoß­zahn gefun­den wur­de und des­sen Fund die AUGUSTDORFER NACHRICHTEN öffent­lich gemacht hat­ten. (ers­ter und zwei­ter Bericht).

Dr. Treu­de, die als stell­ver­tre­ten­de Lei­te­rin des Lan­des­mu­se­ums in Det­mold vor Ort war, ver­deut­lich­te gegen­über der Redak­ti­on, dass die­ser Fund der ers­te in der Sand­gru­be sei. „Das liegt auch dar­an, dass der Sand sehr rein ist, der unter ande­rem für die Glas­be­ar­bei­tung ver­wen­det wird”, so Treude.

Die bei­den Palä­on­to­lo­gen Schöll­mann und Pott inspi­zier­ten der­weil den Fund­ort und stell­ten fest, dass der Zahn in einer san­di­gen Schot­ter­schicht lag. „Anhand der Schicht kann man auch das Alter des Mam­muts bestim­men”, erklär­te Schöll­mann. Dabei wür­den Sedi­ment­pro­ben ent­nom­men und unter­sucht, so Schöll­mann. Die­se Vor­ge­hens­wei­se sei bis­her aber noch nicht geplant.

In der Zeit, in der das Mam­mut wahr­schein­lich gelebt habe, habe die Sen­ne­ge­gend einer Tun­dra gegli­chen; „mit der Vege­ta­ti­on einer Kalt­s­tep­pe”, erläu­tert Treu­de. Das Nah­rungs­an­ge­bot habe vor allem aus nahr­haf­ten Kräu­ter bestan­den, die die Grund­la­ge zur Ernäh­rung von Her­den gro­ßer Land­säu­ge­tie­re dar­stell­ten, so die Experte.

Aber natür­lich unter­such­ten die Palä­on­to­lo­gen nicht nur den Fund­ort, son­dern auch das Fund­stück, den Mam­mut­stoß­zahn selbst. „Der ist Zahn ist in einem bemer­kens­wer­ten Zustand”, erklär­te Lothar Schöll­mann, als er das Fund­stück unter­such­te, das eine Län­ge von einem Meter und einen Durch­mes­ser von 13 Zen­ti­me­tern aufweist.

Die Hoff­nung, dass es noch einen wei­te­ren Zahn in der Nähe gibt, hat Schöll­mann indes nicht. „Ich gehe davon aus, dass der Zahn einen Ein­zel­fund dar­stellt”, erläu­tert der Palä­on­to­lo­ge. Er nimmt an, dass der Zahn schon ein­mal woan­ders gele­gen habe. „Der Fund­ort könn­te damit eine sekun­dä­re Lager­stät­te sein”, so der Fachmann.

In den nächs­ten Wochen wird Schöll­mann mit sei­nen Kol­le­gen den Zahn mit ande­ren Fun­den abglei­chen. „Dann wer­den wir even­tu­ell genau­er sagen kön­nen, um was für ein Mam­mut es sich han­delt”, hofft der Experte.

Von Redaktion

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