Der Klas­sen­er­halt wur­de geschafft und vie­le jun­ge Spie­ler haben sich wei­ter­ent­wi­ckelt – das Pro­jekt Team Hand­bALL trägt ers­te Früch­te. Nach der ers­ten Sai­son mit der Mann­schaft aus der Koope­ra­ti­on zwi­schen der ers­ten Mann­schaft der HSG Augustdorf/Hövelhof und den Lem­go Youngs­ters spricht Trai­ner Mat­thi­as Struck im Inter­view über die abge­lau­fe­ne Sai­son und blickt auf die kom­men­de Spiel­zeit vor­aus. „Alle wer­den eine abso­lu­te Ver­stär­kung sein“, so Struck über die drei exter­nen Neu­zu­gän­ge, die zum Team Hand­bALL sto­ßen wer­den. Dar­un­ter auch Ergän­zun­gen für den rech­ten Rück­raum. So ste­hen für den Trai­ner, der auch in der letz­ten Sai­son oft aktiv ins Spiel­ge­sche­hen ein­grif­fen hat, die Chan­cen gut, sich nun voll und ganz auf das Trai­ner­ge­schäft zu kon­zen­trie­ren. Erst­mals nach mehr als 30 Jah­ren will Struck dann ohne Spiel­ein­sät­ze eine Sai­son absolvieren.

Herr Struck, schau­en wir auf die letz­te Spiel­zeit zurück. Wie bewer­ten Sie aus sport­li­cher Sicht die ers­te Sai­son des Team HandbALL?

Mat­thi­as Struck:
Gut war sicher­lich, dass wir den Klas­sen­er­halt geschafft haben. Dies ist uns dazu auch noch vor dem letz­ten Spiel­tag gelun­gen, so konn­ten wir auch ohne den Druck, sie­gen zu müs­sen, in die letz­ten Spie­le rein­ge­hen. Ich den­ke, wir haben – über die gesam­te Sai­son gese­hen – alle Facet­ten durch­lebt. Wir haben gute Spie­le gegen gute Mann­schaf­ten gese­hen, gute Spie­le gegen Mann­schaf­ten, die im unte­ren Drit­tel der Tabel­le stan­den, wir haben aber auf der ande­ren Sei­te auch Leis­tun­gen gezeigt, mit denen wir selbst, ich als Trai­ner und die Mann­schaft als Spie­ler, unzu­frie­den waren. Da hat es sich dann aber auch wider­ge­spie­gelt, dass wir eine jun­ge Mann­schaft haben.

Wir haben pha­sen­wei­se mit sie­ben A‑Jugendlichen in der 3. Liga gespielt und auch in die­sen Pha­sen eini­ge Spie­le, auch gegen erfah­re­ne Mann­schaf­ten, knapp gestal­ten kön­nen und auch Punk­te geholt. Alle in der Mann­schaft, vor allem die ganz jun­gen Spie­ler haben in die­sem Jahr sehr, sehr viel dazu­ge­lernt, sehr viel Erfah­rung gesam­melt und wir kön­nen, den­ke ich, sehr stark aus die­ser Sai­son hin­aus­ge­hen, um dann nach der Som­mer­pau­se die neue Spiel­run­de mit dem nöti­gen Selbst­be­wusst­sein anzu­pa­cken. In der Sai­son 2019/2020 wol­len wir ein­fach wie­der noch ein paar Spiel­ta­ge frü­her den Klas­sen­er­halt schaf­fen und dem­entspre­chend noch eine etwas ande­re Rol­le in der Liga spielen.

Was waren die High­lights der Saison?

Mat­thi­as Struck:
Natür­lich war es ein High­light, als wir zu Hau­se gegen Lon­ge­rich und Schalks­müh­le sehr, sehr wich­ti­ge Punk­te im Abstiegs­kampf geholt haben. Aber auf der ande­ren Sei­te sind für mich High­lights, wenn ich eine Ent­wick­lung unse­rer Spie­ler sehe. Zum Bespiel Juli­us Rose, der sich Anfang der Sai­son erst­mal in der 3. Liga zurecht, sei­nen Platz und sein Spiel fin­den muss­te und dann am Ende der Sai­son ein kla­rer Leis­tungs­trä­ger der Mann­schaft gewor­den ist.

Die­se Ent­wick­lun­gen zu sehen bei jedem ein­zel­nen Spie­ler, da ist Juli­us jetzt nur ein Bei­spiel, das sind für mich die High­lights, wenn ich auf die Sai­son zurück­bli­cke. Ein Domi­nik Schmidt, der sehr, sehr viel Ver­ant­wor­tung über­nom­men hat, der immer da war, wenn man ihn gebraucht hat, hat sowohl auf Außen, aber gera­de auch im Rück­raum auf der Mit­te der Mann­schaft auch in sehr, sehr schwie­ri­gen Pha­sen wei­ter­ge­hol­fen. Das sind für mich die High­lights. Das mache ich jetzt nicht an Ergeb­nis­sen oder Punk­ten fest, son­dern eher an den Ent­wick­lun­gen und den Leis­tun­gen der ein­zel­nen Spieler.

Wie bewer­ten Sie das ers­te Jahr der Koope­ra­ti­on zwi­schen der HSG Augustdorf/Hövelhof und Hand­ball Lem­go und was hat sich dadurch für das Team geändert?

Mat­thi­as Struck:
Man merk­te schnell, dass etwas her­an­wächst, aber auch vie­les sich sehr schnell ein­ge­spielt hat. Im Umfeld ist viel pas­siert, an vie­len Stel­len greift bereits ein Rad ins ande­re, wie zum Bei­spiel bei unse­rer Geschäfts­füh­rung. Die Auf­ga­ben­tei­lung zwi­schen Andre­as Blüs­se und Andre­as Sukop funk­tio­niert, die bei­den arbei­ten gut zusam­men und arbei­ten in die glei­che Rich­tung. Das ist die Grund­la­ge für eine erfolg­rei­che Zusam­men­ar­beit und ein erfolg­rei­ches Zusam­men­wach­sen in den nächs­ten Jahren.

Im sport­li­chen Bereich ist es ähn­lich. Wir trai­nie­ren an unter­schied­li­chen Orten, mal in August­dorf, mal in Lem­go, das wird von der Mann­schaft ange­nom­men und das ist viel­leicht sogar posi­ti­ver zu sehen als vor­her. Wir haben im Trai­ning immer viel Abwechs­lung. Wir kön­nen allein auf­grund der Aus­stat­tun­gen der Trai­nings­stät­ten immer ande­re Inhal­te ver­fol­gen. Das macht sehr viel Spaß und bringt uns weiter.

Dass unse­re Spiel­stät­te in August­dorf ist, ist eben­falls eine sehr gute Sache. Die Jungs bekom­men dort den Platz, sich wei­ter­zu­ent­wi­ckeln. Die Zuschau­er neh­men das an und ste­hen hin­ter der Mann­schaft, egal ob die Spie­le posi­tiv oder nicht so posi­tiv für uns aus­ge­gan­gen sind. Die Zuschau­er sind trotz­dem da und auch nach eini­gen Nie­der­la­gen in Fol­ge sind die Zuschau­er­zah­len sta­bil geblie­ben, die Fans sind uns treu geblie­ben. Und sie wur­den dann auch mit tol­len Spie­len wie zum Bei­spiel gegen Lon­ge­rich und Schalks­müh­le belohnt.

Ande­rer­seits merkt man aber auch, dass die jun­gen Spie­ler noch ein wenig in ihre Rol­len rein­wach­sen müs­sen. Sie spie­len oft erst­mals vor so einem gro­ßen Publi­kum und da müs­sen sie ler­nen, es mit­zu­neh­men, mit­zu­rei­ßen, eine emo­tio­na­le Bin­dung zu den Zuschau­ern auf­zu­bau­en. Die geht natür­lich mit schö­nem Hand­ball, aber ande­rer­seits mit Emo­tio­nen, die bei erfolg­rei­chen Aktio­nen ent­ste­hen. Die Ver­bin­dung von Mann­schaft und Fans wird in der kom­men­den Sai­son noch stär­ker wer­den und wir wer­den da noch­mal einen Schritt in der Heim­stär­ke zule­gen können.

Wel­che Zie­le ste­cken sich das Team und Sie sich als Trai­ner für die kom­men­de Saison?

Mat­thi­as Struck:
Jeden Spie­ler per­sön­lich wei­ter zu brin­gen, das ist ja sowie­so unser ers­tes Ziel, dafür haben wir das Kon­zept mit den jun­gen Spie­lern, die wir aus der Jugend her­an­füh­ren oder in der Ent­wick­lung wei­ter­brin­gen wol­len nach der Jugend­zeit. Die­ses Jahr hat­ten wir sogar, wie erwähnt, schon oft A‑Jugendliche dabei. Ich glau­be, da sehen wir bei jedem ein­zel­nen wirk­lich sehr gute Fort­schrit­te. In der nächs­ten Sai­son sto­ßen wei­te­re A‑Jugendliche, wie Timon Müh­len­städt auf der Tor­hü­ter­po­si­ti­on, Tho­re Oetjen am Kreis und im Rück­raum Chris­ti­an Herz dazu, die dann nächs­tes Jahr, auch wenn sie noch in der A‑Ju­gend-Bun­des­li­ga spie­len, bei uns in der 3. Liga schon viel dazu­ler­nen kön­nen und auch werden.

Zusätz­lich muss man auch noch berück­sich­ti­gen, dass wir in der kom­plet­ten Sai­son sehr, sehr sel­ten in der Best­for­ma­ti­on gespielt haben. Es war eigent­lich immer ein wich­ti­ger Leis­tungs­trä­ger nicht dabei. Wir haben dies aber weg­ge­steckt und wol­len auch in der nächs­ten Sai­son die­se Aus­fäl­le mög­lichst gut kompensieren.

‚Zufrie­den‘ ist viel­leicht das fal­sche Wort im Zusam­men­hang mit der Bewer­tung der Sai­son, denn wenn man zufrie­den ist, ten­diert man eher dahin, auf­zu­hö­ren. Aber wir wol­len wei­ter­ma­chen. Wir sind hung­rig. Wir wol­len wei­te­re Schrit­te nach vor­ne machen. Wir freu­en uns auf das nächs­te Jahr.

Bli­cken wir auf die Sai­son 2019/2020 vor­aus. Mit Shawn Pau­ly, Alex Rei­mann und Jac­ques Tiron­zel­li sto­ßen drei neue Spie­ler zum Kader…

Mat­thi­as Struck:
Alle drei wer­den eine abso­lu­te Ver­stär­kung für das Team Hand­bALL sein.

Mit Alex­an­der Rei­mann kommt auf Links­au­ßen ein Spie­ler zu uns, der auch in der Bun­des­li­ga-Mann­schaft beim TBV Lem­go Lip­pe sei­ne Erfah­run­gen sam­meln wird und uns auf Links­au­ßen eine gewis­se Qua­li­tät mit ins Team bringt. Er soll sich bei uns wei­ter­ent­wi­ckeln und vie­le Spiel­an­tei­le bekommen.

Auf Shawn Pau­ly vom VfL Gum­mers­bach freu­en wir uns natür­lich auch rie­sig. Er ist ein abso­lu­ter Gewinn für den rech­ten Rück­raum. Er ist tor­ge­fähr­lich, hat Spiel­ver­ständ­nis und ist, den­ke ich, eines der größ­ten Talen­te in der 3. Liga. Es freut mich sehr, dass wir ihn ver­pflich­ten konn­ten. Er hat sicher­lich auch die Per­spek­ti­ve Bun­des­li­ga und könn­te dort in der nächs­ten Sai­son viel­leicht schon das ein oder ande­re Mal aushelfen.

Jac­ques Tiron­zel­li aus Luxem­burg, der ab dem 1. Janu­ar 2020 zu uns sto­ßen wird, ist auch ein Spie­ler, der uns wei­ter­bringt. Gera­de im rech­ten Rück­raum sind wir jetzt brei­ter auf­ge­stellt. Da muss­te Hark Han­sen zum Groß­teil immer allei­ne kämp­fen und hat wenig Pau­sen bekom­men. Und da kön­nen wir ihm jetzt ein wenig Luft geben. Jac­ques ist auch ein spiel­star­ker Spie­ler. Wir freu­en uns sehr, dass er eben­falls zu uns kommt.

Wir kön­nen uns auf die nächs­te Sai­son freu­en, die Jungs wer­den uns viel Freu­de berei­ten. Die Mann­schaft ist immer noch blut­jung und ich den­ke, das macht auch den Reiz aus.

Wann star­ten Sie in die neue Sai­son und was wer­den die ers­ten Schrit­te sein?

Mat­thi­as Struck:
Unse­re Sai­son­vor­be­rei­tung star­tet am 10. Juli. Es gilt, auf der einen Sei­te die Mann­schaft phy­sisch wei­ter­zu­brin­gen, wir wer­den viel im ath­le­ti­schen Bereich arbei­ten: Kraft, Lau­fen, Schnel­lig­keit und auf der ande­ren Sei­te wol­len wir natür­lich die Neu­zu­gän­ge schnell inte­grie­ren, die Mann­schaft for­men und dann mit einer hoch­mo­ti­vier­ten Trup­pe in die Liga starten.

Seit ein paar Tagen sind die neu­en Staf­fel­ein­tei­lun­gen bekannt. Das Team Hand­bALL Lip­pe spielt in der Staf­fel Nord-West, prak­tisch ist dies die West­staf­fel aus der letz­ten Sai­son. Hin­zu­ge­kom­men sind bei­spiels­wei­se die Zwei­li­gaab­stei­ger Hagen, Wil­helms­ha­ven und die Rhein Vikings. Wie bewer­test Du Staffel?

Mat­thi­as Struck:
Wir haben in der kom­men­den Sai­son eine sehr star­ke Liga, nicht allei­ne dadurch, dass drei Abstei­ger aus der 2. Liga ein­ge­glie­dert wur­den, son­dern auch weil wir schon sehr star­ke Mann­schaf­ten wie bei­spiels­wei­se Schalks­müh­le, Lon­ge­rich, Min­den, die letz­tes Jahr eine sehr gute Rol­le gespielt haben, Spen­ge, die sich als Auf­stei­ger trotz Ver­let­zungs­aus­fäl­len als star­ke Mann­schaft gezeigt haben und da kom­men noch die Ber­gi­schen Pan­ther und Leich­lin­gen hin­zu. Ich den­ke, dass wir neun bis zehn Top­mann­schaf­ten in der Liga haben, in der es wirk­lich sehr offen ist, wer am Ende oben steht. Weder Hagen, noch Wil­helms­ha­ven, noch die Rhein Vikings wer­den mei­ner Mei­nung nach da unan­ge­foch­ten an der Spit­ze ste­hen, das wird ein ziem­lich har­ter Kampf um die Meisterschaft.

Dann haben wir natür­lich auch vie­le ande­re ordent­li­che Mann­schaf­ten in der Liga. Man muss abwar­ten, wie sich die Auf­stei­ger Aurich und Nord­hem­mern ein­fü­gen. Ob sie eine ähn­lich star­ke Rol­le wie Spen­ge im letz­ten Jahr spie­len kön­nen oder ob sie eher in die ‚nor­ma­le‘ Rol­le fal­len, da müs­sen wir abwar­ten, wie sie auch in die Sai­son starten.

Wir selbst haben uns ver­stärkt. Für uns gilt es, eine ordent­li­che Vor­be­rei­tung hin­zu­le­gen, mög­lichst ver­let­zungs­frei zu blei­ben und dann glau­be ich, dass wir eine gute Rol­le spie­len kön­nen, dass wir gegen sehr star­ke Geg­ner bestehen kön­nen, aber natür­lich unse­re Haus­auf­ga­ben gegen ver­meint­li­che Nicht-Auf­stiegs­kan­di­da­ten machen müs­sen. Wir müs­sen in jedem Spiel an unse­re Gren­zen gehen. Wir müs­sen jedes Mal alles inves­tie­ren, was wir haben und dann wer­den wir auch sicher­lich in jedem Spiel, in dem wir es schaf­fen, alles rein zu schmei­ßen, unse­re Chan­cen auf Punk­te bekommen.

Von Redaktion

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