Ver­mumm­te Sol­da­ten schlei­chen zum Haus­ein­gang. „Gesi­chert” ruft einer, wäh­rend der Rest der Trup­pe das G36 im Anschlag Stock­werk für Stock­werk nach oben geht, hoch­kon­zen­triert nach allen Sei­ten abge­si­chert. Dann im obers­ten Stock­wech­sel ein kur­zes aber hef­ti­ges Feu­er­ge­fecht. Ein Angrei­fer, der sich im hin­te­ren Zim­mer ver­schanzt hat, wird über­wäl­tigt und festgenommen.

Was sich wie eine Repor­ta­ge aus einem Kriegs­ge­biet anhört, fand ges­tern mit­ten in Det­mold statt, in einem ver­las­se­nen Ver­wal­tungs­ge­bäu­de des Stra­ßen­bau­am­tes Westfalen.

Mit zwölf Sol­da­ten war die Abtei­lung mili­tä­ri­sche Aus­bil­dungs­un­ter­stüt­zung der Pan­zer­bri­ga­de 21 im Übungs­ein­satz, um sich auf ihren Auf­trag im Novem­ber in Kabul vor­zu­be­rei­ten. „Die Sol­da­ten neh­men dort eine Schutz­auf­ga­be wahr”, erklärt Oberst­leut­nant Micha­el Henneberg.
Um die­se Auf­ga­be erfolg­reich durch­zu­füh­ren, dien­te das mehr­tä­gi­ge Trai­ning, das bereits am Mon­tag­mor­gen star­te­te. „Das Sze­na­rio, das wir hier simu­lie­ren, geht von einem Bom­ben­an­schlag aus, der soeben statt­ge­fun­den hat. Nun soll die Trup­pe einen Bera­ter aus einem Haus holen”, so Henneberg.

Und nach wel­chen Kri­te­ri­en wer­den die Sol­da­ten aus­ge­sucht? „Neben tak­ti­schem Geschick und der Kom­mu­ni­ka­ti­on spielt auch das Auf­fas­sungs­ver­mö­gen und die Geis­tes­ge­gen­wart eine Rol­le”, so Henneberg.

Nach­dem die Sol­da­ten die Übung mehr­fach absol­viert haben, zei­gen sich die Lei­ter der Übun­gen mit Lern­er­folg ihrer Schütz­lin­ge zufrie­den. „Wir haben die Schwach­stel­len bespro­chen und besei­tigt”, freut sich einer der Aus­bil­der, den die Redak­ti­on aus Sicher­heits­grün­den nicht nennt.

Auch Pres­se­of­fi­zier Haupt­mann Mar­tin Wal­te­ma­the zeigt sich beein­druckt. „Für die Sol­da­ten ist es wich­tig, zwi­schen­durch eine Übung außer­halb der Kaser­ne durch­zu­füh­ren”, erklärt er.

Und wie fan­den die Sol­da­ten die Übung? „Es war anspruchs­voll und anstren­gend, hat sich aber gelohnt”, so das ein­hel­li­ge Fazit. Für ihren Auf­trag in Kabul füh­len sich die Kame­ra­den gut vorbereitet.

Von Redaktion

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