Scha­det das Mili­tär dem Grund­was­ser in der Sen­ne? Auf den Gedan­ken könn­te man kom­men, wenn man den Bericht ernst nimmt, der in der ver­gan­ge­nen Woche in zwei Regio­nal­zei­tun­gen erschien. „Wird das Was­ser knapp? Sor­ge um Trink­was­ser­re­ser­voir in August­dorf”, lau­te­te die Über­schrift des Arti­kels. Dort lässt der Autor vor allem Mit­glie­der des För­der­ver­eins Natio­nal­park Sen­ne-Egge­ge­bir­ge zu Wort kommen.

„Die Grund­was­ser­vor­kom­men der Sen­ne beson­ders zu schüt­zen, muss obers­tes Ziel von Poli­tik und Ver­wal­tung sein”, erklärt dort der Diplom­bio­lo­ge Man­fred Düm­mer, der als Autor auch schon für die Zeit­schrift des Lin­ken Forums Pader­born in Erschei­nung trat.

Sowohl dort, als auch in dem Arti­kel erklärt Düm­mer, dass die geplan­te inten­si­ve Nut­zung des Trup­pen­übungs­plat­zes nicht mit dem  Ziel des Schut­zes ver­ein­bar sei. „Es sei viel­mehr zu befürch­ten, dass nicht nur für Pflan­zen und Tie­re irrepa­ra­ble Schä­den ein­tre­ten, son­dern auch die Gewin­nung von unbe­las­te­tem Trink­was­ser erheb­lich gefähr­det wird.”

Auch Fritz Trill­mich, wis­sen­schaft­li­cher Bei­rat des För­der­ver­eins, kommt zu Wort und warnt: „Die geneh­mig­ten För­der­men­gen an Grund­was­ser sind sowohl in Bie­le­feld als auch in Pader­born zu über 80 Pro­zent ausgeschöpft.”

„Das stimmt so ein­fach über­haupt nicht, die Trink­was­ser­qua­li­tät ist nicht gefähr­det”, erklärt eine mit der Situa­ti­on ver­trau­te Per­son. Pres­se­of­fi­zier Haupt­mann Mar­tin Wal­te­ma­the wird kon­kret: „Die Trink­was­ser­qua­li­tät in der Sen­ne war in der Ver­gan­gen­heit trotz mili­tä­ri­scher Nut­zung gut. Unse­ren Erkennt­nis­sen nach besteht dem zu Fol­ge kei­ne Ver­bin­dung zwi­schen der Was­ser­qua­li­tät und dem Grad der mili­tä­ri­schen Nutzung.”

Julia­ne Fröh­ling, von der Pres­se­stel­le des Kreis Lip­pe erläu­tert, dass im Jahr 2017 eine his­to­ri­sche Erkun­dung des Trup­pen­übungs­plat­zes Sen­ne durch­ge­führt wor­den sei, bei der die Gefähr­den­be­las­tung unter­sucht wur­de. „Dar­aus stammt die Emp­feh­lung, das Grund­was­ser unter­su­chen zu las­sen.” Gemein­sam mit den Krei­sen Pader­born und Güters­loh sowie der Bezirks­re­gie­rung Det­mold wird die­ser Emp­feh­lung nun nach­ge­gan­gen, eine genaue­re Unter­su­chung des Grund­was­sers soll bis 2020 erfolgt sein.

Auch hydro­geo­lo­gi­sche Unter­su­chun­gen an ande­ren Trup­pen­stand­or­ten Deutsch­lands erge­ben, dass sich durch eine mili­tä­ri­sche Nut­zung nicht zwangs­läu­fig ein Trink­was­ser­qua­li­täts­pro­blem ergibt.

Der Arti­kel sug­ge­riert, dass die geplan­te inten­si­ve Nut­zung des Trup­pen­übungs­plat­zes bereits beschlos­se­ne Sache sei. Mit dem The­ma ver­trau­te Per­so­nen erklä­ren, dass erst die Ver­hand­lun­gen zei­gen wer­den, wie stark die Nut­zung zukünf­tig sein wird. „Im Augen­blick steht noch nichts fest.”

Auch in den sozia­len Netz­wer­ken wird das The­ma auf­ge­grif­fen: „Bis in die spä­ten 80er Jah­re wur­de die Sen­ne viel inten­si­ver genutzt als in den ver­gan­ge­nen Jah­ren. Umwelt­vorschrif­ten spiel­ten ein viel gerin­ge­re Rol­le als heu­te. Damals hat das Trink­was­ser nicht dar­un­ter gelit­ten. Es ist unwahr­schein­lich, dass die frü­he­re Inten­si­tät wie­der erreicht wird. War­um soll­te das Trink­was­ser zukünf­tig gefähr­det sein?” lau­tet ein Kommentar.

Und auch die Aus­sa­ge über die För­der­men­ge darf in Zwei­fel gezo­gen wer­den. Die Stadt­wer­ke Bie­le­feld, die auch aus der Sen­ne Was­ser schöp­fen, erklär­ten gegen­über der Redak­ti­on, „Die Anga­ben kön­nen wir so nicht bestätigen.”

Von Redaktion

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