Eigent­lich woh­nen Ange­li­ka und Jür­gen Gerdt idyl­lisch. Eine Häus­chen am Insel­weg, das durch eine Ter­ras­se zusätz­lich geschmückt wird; direkt hin­ter einer Hecke liegt der Pau­sen­hof der Real­schu­le. Aber auch das stört das Ehe­paar nicht. „Wir haben im Haus unse­re Enkel­kin­der, da ist es selbst bei uns laut”, erklä­ren bei­de schmun­zelnd und fügen hin­zu: „Der Schul­hof­lärm macht uns über­haupt nichts aus.”

Was den bei­den jedoch die Freu­de raubt, sind nächt­li­che Ruhe­stö­run­gen, die sogar in Dro­hun­gen gegen Ange­li­ka Gerdt gegip­felt haben, wie sie selbst erzählt. „Vor fünf bis sie­ben Jah­ren hat alles ange­fan­gen”, erin­nern sich bei­de. Da hät­ten noch Bän­ke und Tische auf dem Schul­hof der Real­schu­le gestan­den. „Die waren dann des Abends und Nachts eine will­kom­me­ne Sitz­ge­le­gen­heit für Jugend­li­che, die sich hier voll­lau­fen lie­ßen und Radau mach­ten”, erin­nern sich bei­de. Erst nach einer Inter­ven­ti­on wur­den die Sitz­mög­lich­kei­ten wie­der abmon­tiert. „Uns tat das ja auch leid, weil den Schü­lern tags­über etwas weg­ge­nom­men wur­de”, so Ange­li­ka Gerdt.

Aber selbst mit dem Weg­fall von Tischen und Bän­ken hör­te die Ruhe­stö­rung nicht auf. „Das geht seit Jah­ren so”, kla­gen bei­de und unter­strei­chen, dass ihnen dadurch auch ein Stück Lebens­qua­li­tät abhan­den gekom­men sei. Vie­le Ein­ga­ben und Beschwer­den hät­ten sie bei der Gemein­de gemacht, die unver­hört ver­klun­gen sei­en. Und auch die zahl­rei­chen Anru­fe bei der Poli­zei hät­ten zu nichts geführt. „Nach eini­ger Zeit fragt uns ein Poli­zist, war­um denn immer wir anrie­fen”, empört sich das Ehepaar.

Am 26. Juni hat­ten die bei­den es dann leid und schal­te­ten einen Anwalt ein, der der Gemein­de einen Brief schick­te. Erst danach habe sich etwas getan. „Nun wur­den Bau­zäu­ne wäh­rend der Feri­en auf­ge­stellt, dadurch hat sich die Situa­ti­on ein wenig beru­higt”, so Jür­gen Gerdt, der unter­streicht: „Die­se tem­po­rä­re Lösung muss sta­tio­när und dau­er­haft werden.”

Am 31. Juli eska­lier­te die Situa­ti­on dann noch ein­mal. „Ich war im Haus und hör­te auf ein­mal wie Fla­schen zer­schlu­gen wur­den und Per­so­nen an den Bau­zäu­nen rüt­tel­ten”, erin­nert sich Ange­li­ka Gerdt. Sie ging raus und stell­te die Jugend­li­chen zur Rede. „Dann wur­de ich beschimpft und mir wur­den sogar Schlä­ge ange­droht”, ent­rüs­tet sie sich.

Es ist aber nicht nur der Lärm, der dem Ehe­paar Angst macht. Die bei­den ver­mu­ten, dass auch mit Dro­gen gehan­delt wird. „Es ist auch auf­fäl­lig, dass zu bestimm­ten Uhr­zei­ten Autos aus ande­ren Orten am ehe­ma­li­gen Frei­bad vor­fah­ren, dann wer­den die Schei­ben her­un­ter­ge­las­sen, ein paar Jugend­li­che gehen dort­hin, tau­schen etwas aus und die Autos fah­ren wie­der weg.”

Auch der Nach­bar des Ehe­paars, Gerd Kös­ter, kann ein Lied von den Ruhe­stö­run­gen sin­gen. Sein Schlaf­zimnmer­fens­ter liegt direkt zum ehe­ma­li­gen Frei­ba­d­ein­gang hin. „Die Trep­pe wird für Gela­ge genutzt, manch­mal sogar die gan­ze Nacht lang”, klagt er und fügt seuf­zend hin­zu: „Es nimmt ein­fach kei­ner mehr Rücksicht.”

Für Ange­li­ka und Jür­gen Gerdt steht indes fest: „Falls kei­ne Ver­bes­se­rung ein­tritt, wer­den wir Kla­ge einreichen.”

Von Redaktion

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