In der „Unionsliste“ invasiver Arten benennt die EU Tier- und Pflanzenarten, die mit ihrer Ausbreitung Lebensräume, Arten oder Ökosysteme beeinträchtigen und daher der biologischen Vielfalt schaden können. Sie wurde 2019 von 49 auf 66 Arten erweitert.

Die Uni­ons­lis­te benennt jene inva­si­ven Arten, für die nach der zugrun­de lie­gen­den EU-Ver­ord­nung Min­dest­stan­dards zur bes­se­ren Vor­beu­gung, Früh­erken­nung, Moni­to­ring und Manage­ment gel­ten. So soll die Kon­trol­le und Ver­rin­ge­rung mög­li­cher Schä­den ver­bes­sert wer­den. Auf der Lis­te steht auch der Göt­ter­baum, der in man­chen August­dor­fer Gär­ten hei­misch gewor­den ist.

Über die Lis­te wur­de seit der Ver­öf­fent­li­chung eines ers­ten Ent­wurfs, den die EU-Kom­mis­si­on nach Bera­tung mit den Mit­glied­staa­ten und zahl­rei­chen Exper­ten­gre­mi­en im August 2015 vor­leg­te, inten­siv gestrit­ten. Haupt­kri­tik­punkt: Die gelis­te­ten Arten machen nur einen Bruch­teil der EU-weit als inva­siv ange­se­he­nen Arten aus. Die ers­te offi­zi­el­le Lis­te von 2016 ent­hielt dann 37 Arten, bei der Revi­son 2017 wur­den 12 Arten neu auf­ge­nom­men, auch für Deutsch­land rele­van­te wie Rie­sen­bä­ren­klau und Drü­si­ges Spring­kraut, Nil­gans, Mar­der­hund und Bisam.

Eine zwei­te Erwei­te­rung, die­ses Mal um 17 Arten, gab es Mit­te 2019. Rele­van­tes­te Art aus deut­scher Sicht ist dabei der ursprüng­lich aus Chi­na stam­men­de Göt­ter­baum. Schon vor 1800 ein­ge­führt, begann sei­ne Kar­rie­re dann so rich­tig nach dem Zwei­ten Welt­krieg, als sich Ailan­thus altis­si­ma als „Trüm­mer­baum“ in unse­ren Städ­ten stark aus­brei­te­te. Heu­te ist er über­all eta­bliert und auch gedul­det. Pro­ble­me kann es ledig­lich im Offen­land geben, wenn Göt­ter­bäu­me aus Natur­schutz­sicht wert­vol­le Lebens­räu­me überwuchern.

Allein in Deutsch­land sind min­des­tens 168 Tier- und Pflan­zen­ar­ten bekannt, die nach­weis­lich nega­ti­ve Aus­wir­kun­gen haben – oder haben könn­ten. So vie­le Arten lis­tet das Bun­des­amt für Natur­schutz in sei­nem Manage­ment­hand­buch für inva­si­ve Arten auf. In der gesam­ten EU gehen Exper­ten sogar von rund 12.000 gebiets­frem­den Arten aus, von denen etwa 15 Pro­zent als inva­siv ein­ge­stuft wer­den, und damit poten­zi­ell Schä­den ausrichten.

Die EU hat sich das Ziel gesetzt, ein­heit­li­che Min­dest­stan­dards zu defi­nie­ren, um eine bes­se­re Vor­beu­gung, Früh­erken­nung und Reak­ti­on auf inva­si­ve Arten zu ermög­li­chen. Zudem soll die Kon­trol­le und Ver­rin­ge­rung mög­li­cher Schä­den ver­bes­sert wer­den. Die gelis­te­ten Arten sind von Regi­on zu Regi­on sehr unter­schied­lich ver­brei­tet. Es bleibt daher weit­ge­hend den Mit­glied­staa­ten über­las­sen, ob und wie sie gegen die­se vor­ge­hen. Bei bereits eta­blier­ten Arten lohnt sich der Auf­wand in der Regel kaum, hier gilt es eher, die wei­te­re Ver­brei­tung in angren­zen­de Regio­nen zu unterbinden.

Von Redaktion

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