In Kopie erhiel­ten Land­rat Dr. Axel Leh­mann und die Redak­ti­on der AUGUSTDORFER NACHRICHTEN das Schrei­ben. (Die­ses kön­nen Sie hier nach­le­sen).

Das Kri­sen­ma­nage­ment kennt einen Feh­ler, den vie­le Unter­neh­men (und im Übri­gen auch Pri­vat­per­so­nen) bege­hen, wenn sie in eine Kri­se — aus wel­chen Grün­den auch immer, gera­ten: Leug­nen. Zual­ler­erst wird häu­fig die ande­re Sei­te dis­kre­di­tiert; zumin­dest wird Zwei­fel gesät, dass eine Situa­ti­on oder eine Äuße­rung so gefal­len sein könn­te, wie die ande­re Par­tei sie darstellt.

Erst viel spä­ter, wenn die Situa­ti­on wei­ter eska­liert und der Scha­den grö­ßer wird, erken­nen die han­deln­den Per­so­nen häu­fig die Trag­wei­te der gan­zen Tra­gö­die, sie len­ken ein und geben — oft­mals zäh­ne­knir­schend, die eige­ne Schuld zu. Häu­fig ist dann der ent­stan­de­ne Scha­den schon nicht mehr zu behe­ben. Dafür gibt es zahl­rei­che Bei­spie­le, sowohl im gesell­schaft­li­chen als auch im poli­ti­schen Leben.

Wie hat sich Adler Real Esta­te AG nun in die­sem Fall verhalten?
Nun, zuerst hat sie sich, nach­dem die Vor­wür­fe gegen den Mak­ler Fred Fischer bekannt wur­den, trotz einer eige­nen Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ab­tei­lung, Rat von außen geholt. Ant­wor­ten gibt es seit­dem nur noch von der PR-Agen­tur Feld­hoff & Cie. GmbH.
Das ist völ­lig legi­tim und zeigt, dass die Ver­ant­wort­li­chen die Situa­ti­on als, zurecht, ernst einstufen.

Kom­men wir nun zu dem Inhalt des Brie­fes: Nach­dem die Agen­tur noch ein­mal die Mel­dun­gen der AUGUSTDORFER NACHRICHTEN wie­der­gibt und auf den Offe­nen Brief der Frak­ti­ons­vor­sit­zen­den von SPD, FWG und FDP hin­weist, schreibt sie wei­ter, dass die AUGUSTDORFER NACHRICHTEN durch die Arti­kel „unter Beru­fung auf angeb­li­che Äuße­run­gen eine Nähe unse­res Hau­se zu Frem­den­feind­lich­keit herstellt”.

Der Satz ist inhalt­lich voll­stän­dig falsch, um es noch mil­de aus­zu­drü­cken. Denn nicht die AUGUSTDORFER NACHRICHTEN haben eine Nähe der Adler Real Esta­te zur Frem­den­feind­lich­keit her­ge­stellt. Es war der Mak­ler Fred Fischer selbst, der gesagt hat, dass sei­ne Auf­trag­ge­be­rin ihm den kla­ren Auf­trag gege­ben habe, „nur an Deut­sche und kei­ne Aus­län­der zu ver­mie­ten.” Die­ser hat eine frem­den­feind­li­che Äuße­rung getä­tigt und damit sei­ne Auf­trag­ge­ber in die Bre­douil­le gebracht, nicht die AUGUSTDORFER NACHRICHTEN. Schon im Mit­tel­al­ter wur­den aller­dings häu­fig die Boten für schlech­te Nach­rich­ten ver­ant­wort­lich gemacht, was oft ein kläg­li­cher Ver­such war, vom Schrei­ber oder Ver­ur­sa­cher abzulenken.

Im wei­te­ren schreibt die PR-Agen­tur, dass der Offe­ne Brief der Frak­ti­ons­vor­sit­zen­den die Vor­wür­fe auf­grei­fe. Wer sich den Brief von SPD, FWG und FDP durch­liest, stellt aller­dings fest, dass die­ser kei­ner­lei Vor­wür­fe ent­hält, son­dern ledig­lich die Ver­ant­wort­li­chen der Adler Real Esta­te dazu auf­for­dert, sich von den Äuße­run­gen des Mak­lers zu distanzieren.

Das tun die­se in ihrem Brief auch mit Nach­druck und ver­wei­sen auf die eige­ne Mit­ar­bei­ter­schaft, die „eine Viel­falt an Kul­tu­ren und Lebens­an­schau­un­gen, ver­schie­de­ne Reli­gi­ons­ge­mein­schaf­ten und unter­schied­li­che Haut­far­ben” repräsentiere.
Die­se Begrün­dung soll sug­ge­rie­ren, dass ein inter­na­tio­nal agie­ren­des Unter­neh­men nicht frem­den­feind­lich sein könne.

Aber auch hier macht ein Blick in die Geschich­te deut­lich, dass es auch in mul­ti­na­tio­na­len Unter­neh­men frem­den­feind­li­che und ras­sis­ti­sche Vor­fäl­le geben kann. Selbst ein Blick in man­che Kir­chen auf der Welt, die eigent­lich ein Hort der Nächs­ten­lie­be und Frem­den­freund­lich­keit sein soll­ten, zeigt, dass auch die­se nicht davor gefeit sind, dass Ein­zel­ne sich genau gegen­sätz­lich zu der pro­pa­gier­ten Leh­re verhalten.

In ihrem Brief wün­schen sich die drei Vor­sit­zen­den des Immo­bi­li­en­un­ter­neh­mens, „dass Bewei­se vor­ge­legt wer­den könn­ten, die zur Auf­klä­rung des Sach­ver­hal­tes die­nen.” Damit spie­len sie den Ball zurück in das Feld der Redaktion.

Dabei ist jedem, und natür­lich erst recht einer PR-Agen­tur klar, dass es einen Infor­man­ten­schutz gibt und die Redak­ti­on nicht die Zeu­gen nen­nen wird, denen der Mak­ler Fred Fischer die­se Äuße­run­gen eben­falls gegen­über getä­tigt hat. Eben­so wenig wur­den die Aus­sa­gen auf­ge­nom­men. Da die­se Aus­sa­gen zuvor auch gegen­über ande­ren Per­so­nen fast wort­wört­lich fie­len, wur­de die Redak­ti­on erst auf die Spur der frem­den­feind­li­chen Äuße­run­gen gebracht.

Fred Fischer erhält — bis­lang jeden­falls, von der Adler Real Esta­te Rücken­de­ckung. „Herr Fred Fischer arbei­tet wei­ter­hin für die Adler Real Esta­te AG. Er genießt das Ver­trau­en des Unter­neh­mens und hat der Adler Real Esta­te AG glaub­haft ver­si­chert, nie die in der Zei­tung ihm zuge­schrie­be­nen Äuße­run­gen getä­tigt zu haben”, erklärt die PR Agen­tur auf eine Anfra­ge der Redaktion.

Die Redak­ti­on der AUGUSTDORFER NACHRICHTEN hat in einem Schrei­ben an die PR Agen­tur erklärt, dass die­se, ger­ne auch an Eides statt, ver­si­chert, dass die Äuße­run­gen von Herrn Fischer so gefal­len sind, wie sie abge­druckt wur­den. „Die­se hat er nicht nur uns, son­dern auch ande­ren gegen­über getätigt.”

Jetzt bleibt abzu­war­ten, ob die Wahr­heit (vom Mak­ler oder dem Unter­neh­men ist nicht klar) wei­ter geleug­net wird oder ob man sich den Schritt nach vor­ne traut und den Feh­ler zugibt.

Der Vor­gang und das ent­stan­de­ne öffent­li­che Inter­es­se zeigt in jedem Fall, dass die Bericht­erstat­tung und der Offe­ne Brief der Frak­ti­ons­vor­sit­zen­den, die eine kla­re Kan­te gegen Frem­den­feind­lich­keit gezeigt haben, ihre Wir­kung nicht ver­fehlt haben.

Von Redaktion

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