Dabei umfas­sen die Vor­wür­fe nicht nur frem­den­feind­li­che Äuße­run­gen; auch unge­recht­fer­tig­te Kün­di­gungs­an­dro­hun­gen und Inkas­so­auf­trit­te wer­den kritisiert.

In einer ers­ten Stel­lung­nah­me hat­te sich die Adler Real Esta­te AG nach dem Arti­kel der AUGUSTDORFER NACHRICHTEN ent­setzt ob der Vor­wür­fe gezeigt. In einem offe­nen Brief wünsch­ten sich die Unter­zeich­ner Bewei­se für frem­den­feind­li­ches Verhalten.

Bei der Redak­ti­on mel­de­ten sich im Anschluss an die Ver­öf­fent­li­chung wei­te­re Betrof­fe­ne, die nicht nur Zeu­ge von frem­den­feind­li­chen Sprü­chen sind. Eben­falls die Mietabrech­nun­gen des Unter­neh­mens ste­hen — nicht nur in August­dorf, in der Kri­tik. So hat­te die „Neue West­fä­li­sche” in den ver­gan­ge­nen Tagen einen Fall auf­ge­deckt, in dem die Adler Real Esta­te AG ihren Ver­pflich­tun­gen als Ver­wal­ter einer Immo­bi­lie in Bie­le­feld nicht nach­kommt und unge­recht­fer­tig­te Rech­nun­gen verschickt.

Auch Sabi­ne S. (Name geän­dert) hat schon Erfah­run­gen mit der Adler Real Esta­te AG gemacht. „Das ist ein­fach unglaub­lich, was dort pas­siert”, erklärt die August­dor­fe­rin. Sie­ben Jah­re lang hat­te sie in einer Woh­nung gelebt, die dem Unter­neh­men gehört. „Wir haben knapp 600 Euro an Warm­mie­te gezahlt”, erklärt S., die nun seit eini­gen Mona­ten in einer ande­ren Woh­nung lebt. Am Ende des ers­ten Jah­res erhielt die Mie­te­rin eine Rech­nung von der Gesell­schaft, mit der Auf­for­de­rung, 1700 Euro zu bezah­len. Was auf dem Schrei­ben nicht stand: war­um und wofür die Mie­te­rin das Geld zah­len sollte.

Ein ähn­li­ches Erleb­nis schil­dert auch ein ehren­amt­li­cher Flücht­lings­hel­fer aus August­dorf, der anonym blei­ben möch­te. „Ich habe schrift­li­che Bewei­se”, erklärt er gegen­über der Redak­ti­on. Auch die Fami­lie, die er betreu­te, erhielt Rech­nun­gen ohne jeg­li­chen Grund: „Wenn ich dann bei Adler anrief, sag­te man mir, dass man die Sache prü­fen wol­le”, erzählt der Hel­fer. Kur­ze Zeit spä­ter sei dann auf ein­mal eine wei­te­re Mah­nung gekom­men — wie­der ohne Begründung.

Auch im Fall von Sabi­ne S. ließ das Unter­neh­men nicht locker und schick­te fast jedes Jahr erneut eine wei­te­re Zah­lungs­auf­for­de­rung. „6000 Euro will Adler jetzt noch haben — wofür ist unklar”, erklärt die August­dor­fe­rin. Auch nach­weis­bar gezahl­te Miet­zah­lun­gen sei­en bei dem Immo­bi­li­en­un­ter­neh­men nicht mehr auf­find­bar gewe­sen. „Ein Teil der Mie­te ist anschei­nend weg”, bilan­ziert S betrof­fen. Sie hat die Ange­le­gen­heit einem Anwalt übergeben.

Und auch die Aus­sa­ge des Mak­lers Fred Fischer, dass Adler nur Deut­sche als Mie­ter wol­le, kann die August­dor­fe­rin bezeu­gen. „Ich habe selbst für ein rumä­ni­sches Ehe­paar bei Adler ange­ru­fen, die eine Woh­nung woll­ten” erklärt sie. Am Tele­fon habe man ihr gesagt, dass es ohne deut­sche Spra­che auch kei­ne Woh­nung gebe, bekräf­tigt sie gegen­über der Redak­ti­on. Die­se Erfah­run­gen hät­ten auch wei­te­re Freun­de von ihr gemacht.

Aus­sa­gen, die die Erklä­rung von Adler, das Unter­neh­men wür­de kei­ne Frem­den­feind­lich­keit dul­den, nicht glaub­haft erschei­nen lassen.

Mit den neu­en Vor­wür­fen kon­fron­tiert, ant­wor­te­te die PR Agen­tur des Unter­neh­mens, dass Adler-inter­ne Nach­fra­gen erfor­der­lich sei­en, „um gesi­cher­te Erkennt­nis­se mit­tei­len zu können.”

In der Zwi­schen­zeit for­miert sich der Wider­stand in August­dorf gegen das Ver­hal­ten des Unter­neh­mens. Flücht­lings­hel­fer, AWO und Poli­ti­ker posi­tio­nie­ren sich und for­dern das Unter­neh­men auf „nun Ver­ant­wor­tung zu über­neh­men und eine kla­re Reak­ti­on zeigen.”

Im Fal­le der betrof­fe­nen Per­so­nen aus dem benach­bar­ten Bie­le­feld hat der öffent­li­che Druck etwas genutzt. „Adler hat dort Bes­se­rung gelobt”, erklärt die Redak­teu­rin Susan­ne Lahr, die den Skan­dal in der benach­bar­ten Stadt aufdeckte.

Von Redaktion

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