„Ich bin zutiefst enttäuscht”

Lese­zeit: unge­fähr 2 Minu­ten

Der Ausschuss berät über die Anregung der Jugendlichen zum öffentlichen Personennahverkehr. Anwesende Jugendliche und Ausschussmitglieder zeigen sich enttäuscht.

Zahl­rei­che Jugend­li­che hat­ten sich in den ver­gan­ge­nen Wochen ver­sam­melt, um gemein­sam mit der Gemein­de, über den öffent­li­chen Per­so­nen­nah­ver­kehr zu spre­chen und ihre Wün­sche zu äußern. „Das Ziel ist es vor allem, dass wir eine bes­se­re Anbin­dung auch des Nachts haben, weil wir sonst gar nicht nach Hau­se kom­men”, äußer­ten die Jugend­li­chen damals.

Der im ver­gan­ge­nen Aus­schuss für Bau Pla­nung und Umwelt vor­ge­leg­te Beschluss­vor­schlag ließ die anwe­sen­den Jugend­li­chen, als auch eini­ge Aus­schuss­mit­glie­der jedoch ent­täuscht zurück.

„Die Gemein­de August­dorf bit­tet Land und Bund in ihren jewei­li­gen Zustän­dig­keits­be­rei­chen für eine Ver­bes­se­rung des Öffent­li­chen Per­so­nen­nah­ver­kehrs zu sor­gen. Benö­tigt wird ins­be­son­de­re eine bes­se­re Finan­zie­rung, um den ÖPNV durch eine enge­re Tak­tung, mehr Fahr­ten in den Abend- und Nacht­stun­den sowie nied­ri­ge­re Fahr­prei­se attrak­ti­ver zu machen“, lau­te­te die­ser.

„Ich bin zutiefst ent­täuscht von die­sem Vor­schlag”, erklär­te SPD-Frak­ti­ons­chef Hein­rich-Georg Schnei­der gleich zu Beginn der Dis­kus­si­on. An den Bür­ger­meis­ter gewandt, erklär­te er: „Sie haben zuge­sagt, die Vor­schlä­ge der Jugend­li­chen zu prü­fen.” So kön­ne man mit Jugend­li­chen nicht umge­hen.

Auch Peter Kaup (FWG) hat­te nach eige­nen Anga­ben Zah­len erwar­tet. „Das hier ist Wischi-Waschi”, urteil­te er. Und auch der FDP-Frak­ti­ons­vor­sit­ze Roger Rit­ter erklär­te: „Hier ist nichts gemacht wor­den.” Der ÖPNV sei eine wich­ti­ge Sache, so sei­ne Ana­ly­se.

„Der Käm­me­rer hat erklärt, dass ein Not­haus­halt dro­he”, erwi­der­te Bür­ger­meis­ter Dr. Andre­as Wulf. Aus die­sem Grund sei man nicht stär­ker in die Ana­ly­se der Mög­lich­kei­ten ein­ge­stie­gen.

Das lie­ßen die Aus­schuss­mit­glie­der jedoch nicht gel­ten. „War­um haben Sie das nicht in der Ver­an­stal­tung gesagt”, stell­te Schnei­der die rhe­to­ri­sche Fra­ge.

Ein­stim­mig beschloss der Aus­schuss nun die Ver­wal­tung dazu auf­zu­for­dern, die Anbin­dung August­dorfs an die Linie 701 zu prü­fen und Mög­lich­kei­ten der Finan­zie­rung auf­zu­zei­gen.

Im Anschluss an die Sit­zung zeig­ten sich die anwe­sen­den Jugend­li­chen ent­täuscht. „Ich hat­te mir mehr erhofft”, erklär­ten Adam Rama­da­ni und Sami­ra Kar­tal. Sie wol­len nun dafür sor­gen, dass die Gesprä­che über den ÖPNV nicht im San­de ver­lau­fen.

 

© 2019, AUGUSTDORFER NACHRICHTEN. Inhal­te sind urhe­ber­recht­lich geschützt. Wei­ter­ver­wen­dung nur mit schrift­li­cher Geneh­mi­gung der Redak­ti­on.

Zahlreiche Jugendliche hatten sich in den vergangenen Wochen versammelt, um gemeinsam mit der Gemeinde, über den öffentlichen Personennahverkehr zu sprechen und ihre Wünsche zu äußern. "Das Ziel ist es vor allem, dass wir eine bessere Anbindung auch des Nachts haben, weil wir sonst gar nicht nach Hause kommen", äußerten die Jugendlichen damals. Der im vergangenen Ausschuss für Bau Planung und Umwelt vorgelegte Beschlussvorschlag ließ die anwesenden Jugendlichen, als auch einige Ausschussmitglieder jedoch enttäuscht zurück. „Die Gemeinde Augustdorf bittet Land und Bund in ihren jeweiligen Zuständigkeitsbereichen für eine Verbesserung des Öffentlichen Personennahverkehrs zu sorgen. Benötigt wird insbesondere eine bessere Finanzierung, um den ÖPNV durch eine engere Taktung, mehr Fahrten in den Abend- und Nachtstunden sowie niedrigere Fahrpreise attraktiver zu machen“, lautete dieser. "Ich bin zutiefst enttäuscht von diesem Vorschlag", erklärte SPD-Fraktionschef Heinrich-Georg Schneider gleich zu Beginn der Diskussion. An den Bürgermeister gewandt, erklärte er: "Sie haben zugesagt, die Vorschläge der Jugendlichen zu prüfen." So könne man mit Jugendlichen nicht umgehen. Auch Peter Kaup (FWG) hatte nach eigenen Angaben Zahlen erwartet. "Das hier ist Wischi-Waschi", urteilte er. Und auch der FDP-Fraktionsvorsitze Roger Ritter erklärte: "Hier ist nichts gemacht worden." Der ÖPNV sei eine wichtige Sache, so seine Analyse. "Der Kämmerer hat erklärt, dass ein Nothaushalt drohe", erwiderte Bürgermeister Dr. Andreas Wulf. Aus diesem Grund sei man nicht stärker in die Analyse der Möglichkeiten eingestiegen. Das ließen die Ausschussmitglieder jedoch nicht gelten. "Warum haben Sie das nicht in der Veranstaltung gesagt", stellte Schneider die rhetorische Frage. Einstimmig beschloss der Ausschuss nun die Verwaltung dazu aufzufordern, die Anbindung Augustdorfs an die Linie 701 zu prüfen und Möglichkeiten der Finanzierung aufzuzeigen. Im Anschluss an die Sitzung zeigten sich die anwesenden Jugendlichen enttäuscht. "Ich hatte mir mehr erhofft", erklärten Adam Ramadani und Samira Kartal. Sie wollen nun dafür sorgen, dass die Gespräche über den ÖPNV nicht im Sande verlaufen.  

Ein Leserbrief zu “„Ich bin zutiefst enttäuscht”

Leserbriefe geben die Ansicht der Einsender wieder, die mit der Meinung der Redaktion nicht übereinstimmen muss.


  1. Man darf uns soll­te hier zunächst kei­ne fal­schen Hoff­nun­gen wecken. Vor­schlä­ge-Ideen sind gefragt. Mal eben so eine Bus­ver­bin­dung in den Abend­stun­den oder Nach­stun­den am Wochen­en­de ein­zu­rich­ten, unter­liegt auf­grund der Wirt­schaft­lich­keit stren­gen Maß­stä­ben. Wir haben soge­nann­te Lini­en­bün­del, wel­che aus­ge­schrie­ben sind und da gibt es Ver­trä­ge. Aller­dings soll­te und darf man auch eine gewis­se Fle­xi­bi­li­tät erwar­ten. Man kann nicht erwar­ten das z.B. Sams­tags in den Abend­stun­den oder den Nach­stun­den ein Bus, nur von August­dorf nach Pivits­hei­de im Pen­del­ver­kehr fährt um eini­ge, weni­ge Per­so­nen zu trans­por­tie­ren. Das scha­det der Umwelt und läßt sich nicht bezah­len ( die Betrei­ber der Lini­en­bün­del sind zur Wirt­schaft­lich­keit ver­pflich­tet — Defi­zi­te müs­sen dann durch Drit­te usw. abge­deckt wer­den), denn für das Defi­zit muss jemand auf­kom­men. Also nach ande­ren Lösun­gen suchen. The­ma Bür­ger­bus. Erscheint zunächst eine Mög­lich­keit. Stellt sich die Fra­ge, wer beschafft ihn ? wer fährt bzw. darf ihn fah­ren ? (z.B. im Kal­le­tal machen das Ehren­amt­li­che). Wie sieht das recht­lich aus? Oder fin­den wir eine Lösung z.B. Anruf­sam­mel­ta­xi ? Nach mei­nem Kennt­nis­stand haben wir im Dorf kei­nen Unter­neh­mer der das machen könn­te oder gar wür­de ? was wür­de so eine Fahrt dann kos­ten?. Fin­den wir einen Bus­un­ter­neh­mer vor Ort, der bei ent­spre­chen­der Bezah­lung (Fahr­preis und Quer­fi­nan­zie­rung durch Drit­te) Sams­tags in den Abend­stun­den für z.B. 6–7 Stun­den einen Fahr­dienst zur 701 anbie­tet? Das sind Punk­te die wir klä­ren soll­ten. Hier vor allem den Punkt — den Bedarf an zu beför­dern­dem Per­so­nen ermit­teln. Sowie, wer für zu sub­ven­tio­nie­ren Kos­ten auf­kommt. Dann wären wir schon einen Schritt wei­ter. Ich kann unse­re Mit­bür­ger ver­ste­hen die hier eine posi­ti­ve Ände­rung her­bei­seh­nen, was teil­wei­se die Fahr­prei­se und eben besag­te unzu­rei­chen­de Ver­bin­dung nach Det­mold angeht. Bei den doch etwas unüber­sicht­li­chen Fahr­prei­sen der ver­füg­ba­ren Tickets wird es, davon bin ich über­zeugt bald die ein oder ande­re kos­ten­güns­ti­ge­re Lösung geben. Beim The­ma Tak­tung wer­de ich als Kreis­tags­mit­glied eben­falls am Ball blei­ben. Nur braucht es da Erhe­bun­gen, damit man grund­sätz­lich weiß über wie­vie­le Nut­zer wir reden. In der Ver­gan­gen­heit waren die Zah­len eben nicht hoch genug. Sicher­lich wür­de sich in wel­cher Form auch immer, ein Test­lauf über meh­re­re Wochen anbie­ten. Nur muss man dann auch, falls es sich aus den unter­schied­lichs­ten Grün­den nicht rea­li­sie­ren läßt (was ich nicht hof­fe) aner­ken­nen das es kei­ne Dau­er­lö­sung geben kann. Wolf­gang Hupp­ke

Schreiben Sie einen Leserbrief.

Soziale Netzwerke

Folge uns auf Facebook Folge uns auf Twitter Folge uns auf Youtube Kontaktiere uns auf WhatsApp
error: Der Inhalt ist geschützt!