Zahl­rei­che Jugend­li­che hat­ten sich in den ver­gan­ge­nen Wochen ver­sam­melt, um gemein­sam mit der Gemein­de, über den öffent­li­chen Per­so­nen­nah­ver­kehr zu spre­chen und ihre Wün­sche zu äußern. „Das Ziel ist es vor allem, dass wir eine bes­se­re Anbin­dung auch des Nachts haben, weil wir sonst gar nicht nach Hau­se kom­men”, äußer­ten die Jugend­li­chen damals.

Der im ver­gan­ge­nen Aus­schuss für Bau Pla­nung und Umwelt vor­ge­leg­te Beschluss­vor­schlag ließ die anwe­sen­den Jugend­li­chen, als auch eini­ge Aus­schuss­mit­glie­der jedoch ent­täuscht zurück.

„Die Gemein­de August­dorf bit­tet Land und Bund in ihren jewei­li­gen Zustän­dig­keits­be­rei­chen für eine Ver­bes­se­rung des Öffent­li­chen Per­so­nen­nah­ver­kehrs zu sor­gen. Benö­tigt wird ins­be­son­de­re eine bes­se­re Finan­zie­rung, um den ÖPNV durch eine enge­re Tak­tung, mehr Fahr­ten in den Abend- und Nacht­stun­den sowie nied­ri­ge­re Fahr­prei­se attrak­ti­ver zu machen“, lau­te­te dieser.

„Ich bin zutiefst ent­täuscht von die­sem Vor­schlag”, erklär­te SPD-Frak­ti­ons­chef Hein­rich-Georg Schnei­der gleich zu Beginn der Dis­kus­si­on. An den Bür­ger­meis­ter gewandt, erklär­te er: „Sie haben zuge­sagt, die Vor­schlä­ge der Jugend­li­chen zu prü­fen.” So kön­ne man mit Jugend­li­chen nicht umgehen.

Auch Peter Kaup (FWG) hat­te nach eige­nen Anga­ben Zah­len erwar­tet. „Das hier ist Wischi-Waschi”, urteil­te er. Und auch der FDP-Frak­ti­ons­vor­sit­ze Roger Rit­ter erklär­te: „Hier ist nichts gemacht wor­den.” Der ÖPNV sei eine wich­ti­ge Sache, so sei­ne Analyse.

„Der Käm­me­rer hat erklärt, dass ein Not­haus­halt dro­he”, erwi­der­te Bür­ger­meis­ter Dr. Andre­as Wulf. Aus die­sem Grund sei man nicht stär­ker in die Ana­ly­se der Mög­lich­kei­ten eingestiegen.

Das lie­ßen die Aus­schuss­mit­glie­der jedoch nicht gel­ten. „War­um haben Sie das nicht in der Ver­an­stal­tung gesagt”, stell­te Schnei­der die rhe­to­ri­sche Frage.

Ein­stim­mig beschloss der Aus­schuss nun die Ver­wal­tung dazu auf­zu­for­dern, die Anbin­dung August­dorfs an die Linie 701 zu prü­fen und Mög­lich­kei­ten der Finan­zie­rung aufzuzeigen.

Im Anschluss an die Sit­zung zeig­ten sich die anwe­sen­den Jugend­li­chen ent­täuscht. „Ich hat­te mir mehr erhofft”, erklär­ten Adam Rama­da­ni und Sami­ra Kar­tal. Sie wol­len nun dafür sor­gen, dass die Gesprä­che über den ÖPNV nicht im San­de verlaufen.

 

Von Redaktion

Ein Gedanke zu „„Ich bin zutiefst enttäuscht”“
  1. Man darf uns soll­te hier zunächst kei­ne fal­schen Hoff­nun­gen wecken. Vor­schlä­ge-Ideen sind gefragt. Mal eben so eine Bus­ver­bin­dung in den Abend­stun­den oder Nach­stun­den am Wochen­en­de ein­zu­rich­ten, unter­liegt auf­grund der Wirt­schaft­lich­keit stren­gen Maß­stä­ben. Wir haben soge­nann­te Lini­en­bün­del, wel­che aus­ge­schrie­ben sind und da gibt es Ver­trä­ge. Aller­dings soll­te und darf man auch eine gewis­se Fle­xi­bi­li­tät erwar­ten. Man kann nicht erwar­ten das z.B. Sams­tags in den Abend­stun­den oder den Nach­stun­den ein Bus, nur von August­dorf nach Pivits­hei­de im Pen­del­ver­kehr fährt um eini­ge, weni­ge Per­so­nen zu trans­por­tie­ren. Das scha­det der Umwelt und läßt sich nicht bezah­len ( die Betrei­ber der Lini­en­bün­del sind zur Wirt­schaft­lich­keit ver­pflich­tet — Defi­zi­te müs­sen dann durch Drit­te usw. abge­deckt wer­den), denn für das Defi­zit muss jemand auf­kom­men. Also nach ande­ren Lösun­gen suchen. The­ma Bür­ger­bus. Erscheint zunächst eine Mög­lich­keit. Stellt sich die Fra­ge, wer beschafft ihn ? wer fährt bzw. darf ihn fah­ren ? (z.B. im Kal­le­tal machen das Ehren­amt­li­che). Wie sieht das recht­lich aus? Oder fin­den wir eine Lösung z.B. Anruf­sam­mel­ta­xi ? Nach mei­nem Kennt­nis­stand haben wir im Dorf kei­nen Unter­neh­mer der das machen könn­te oder gar wür­de ? was wür­de so eine Fahrt dann kos­ten?. Fin­den wir einen Bus­un­ter­neh­mer vor Ort, der bei ent­spre­chen­der Bezah­lung (Fahr­preis und Quer­fi­nan­zie­rung durch Drit­te) Sams­tags in den Abend­stun­den für z.B. 6–7 Stun­den einen Fahr­dienst zur 701 anbie­tet? Das sind Punk­te die wir klä­ren soll­ten. Hier vor allem den Punkt — den Bedarf an zu beför­dern­dem Per­so­nen ermit­teln. Sowie, wer für zu sub­ven­tio­nie­ren Kos­ten auf­kommt. Dann wären wir schon einen Schritt wei­ter. Ich kann unse­re Mit­bür­ger ver­ste­hen die hier eine posi­ti­ve Ände­rung her­bei­seh­nen, was teil­wei­se die Fahr­prei­se und eben besag­te unzu­rei­chen­de Ver­bin­dung nach Det­mold angeht. Bei den doch etwas unüber­sicht­li­chen Fahr­prei­sen der ver­füg­ba­ren Tickets wird es, davon bin ich über­zeugt bald die ein oder ande­re kos­ten­güns­ti­ge­re Lösung geben. Beim The­ma Tak­tung wer­de ich als Kreis­tags­mit­glied eben­falls am Ball blei­ben. Nur braucht es da Erhe­bun­gen, damit man grund­sätz­lich weiß über wie­vie­le Nut­zer wir reden. In der Ver­gan­gen­heit waren die Zah­len eben nicht hoch genug. Sicher­lich wür­de sich in wel­cher Form auch immer, ein Test­lauf über meh­re­re Wochen anbie­ten. Nur muss man dann auch, falls es sich aus den unter­schied­lichs­ten Grün­den nicht rea­li­sie­ren läßt (was ich nicht hof­fe) aner­ken­nen das es kei­ne Dau­er­lö­sung geben kann. Wolf­gang Huppke

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