„Das war ein­fach ein gran­dio­ses Fest.“ Mit die­sen Wor­ten cha­rak­te­ri­sier­ten Besu­cher, Schau­stel­ler und Orga­ni­sa­to­ren das ver­gan­ge­ne Wochen­en­de, das in August­dorf ganz im Zei­chen der 175. Herbst­kir­mes stand.

Den Auf­takt des drei­tä­gi­gen Spek­ta­kels bil­de­te am Frei­tag­nach­mit­tag die Ver­lei­hung des Hei­mat­prei­ses, der in die­sem Jahr zum ers­ten und auch gleich vier­mal ver­ge­ben wur­de. Bür­ger­meis­ter Dr. Andre­as Wulf mach­te in sei­ner Lau­da­tio deut­lich, dass der Gemein­de­rat beschlos­sen habe, nicht die Plät­ze eins bis drei zu ver­ge­ben, son­dern alle vier Kan­di­da­ten gleich­ran­gig auf den ers­ten Platz zu heben, die somit alle 1250,- Euro Preis­geld mit nach Hau­se neh­men konnten.

Die Sie­ger des dies­jäh­ri­gen Hei­mat­prei­ses. (Foto: Wolff)

Gewin­ner waren der Hei­mat­ver­ein, die Tanz- und Trach­ten­grup­pe, die Initia­ti­ve Holz­schuh­tanz und die Grund­schu­le In der Sen­ne. „Alle Preis­trä­ger füh­ren uns vor Augen, dass man sich um Hei­mat küm­mern muss“, erläu­ter­te Wulf den zahl­reich anwe­sen­den Besu­chern, die sich im Saal Wanz­le­ben des Bür­ger­zen­trums ver­sam­melt hatten.

Im Bei­sein von Land­rat Dr. Axel Leh­mann wur­de aber nicht nur der Hei­mat­preis ver­ge­ben, son­dern auch Per­so­nen geehrt, die sich durch ihr ehren­amt­li­ches Enga­ge­ment her­vor­ge­tan hatten.

Eri­ka Erler, Hel­mut Stritz­ker, Andre­as Blüs­se, Frau Wie­be und Herr Men­ne. Ute Krau­se und Susan­ne Gerne­cke, die die Lau­da­tio auf Wie­be, Men­ne und Erler hiel­ten, cha­rak­te­ri­sier­ten die Drei mit den Wor­ten: „Für sie gilt das Lebens­mot­to: „Alle sag­ten: Das geht nicht.“ Dann kam einer, der wuss­te das nicht und hat es ein­fach gemacht.“

Und auch Stritz­ker und Blüs­se wur­den als Per­so­nen cha­rak­te­ri­siert, die sich mit außer­or­dent­li­chem Enga­ge­ment in ihrem Ehren­amt für die August­dor­fer Belan­ge einsetzen.

Das anschlie­ßen­de Picker­tes­sen wur­de in die­sem Jahr zum zwei­ten Mal von den Jugend­li­chen der evan­ge­li­schen Frei­kir­che von der Pivits­hei­der Stra­ße und mit Unter­stüt­zung eini­ger Jugend­li­chen der Frei­kir­che von der Haus­ten­be­cker Stra­ße orga­ni­siert und zube­rei­tet. Vanes­sa Dück mach­te in einer kur­zen Anspra­che dabei deut­lich, war­um sich die Jugend­li­chen für das Picker­tes­sen begeis­tern. „Auch uns als Frei­kir­chen-Ver­ein ist es nicht fremd, Tra­di­tio­nen auf­recht erhal­ten zu wol­len und damit
unwei­ger­lich an den Punkt zu kom­men, bei denen man trau­rig und auch ein wenig frus­triert zuse­hen muss, wie etwas schein­bar in die Brü­che geht“, so Dück.Sicher gebe es auch für jede Tra­di­ti­on einen Zeit­punkt, an dem sie durch eine neue ersetzt wer­den dür­fe. „Aber wir fan­den, dass dies für das Picker­tes­sen noch nicht der Fall sein soll­te“, erklär­te Dück unter dem lang anhal­ten­den Applaus der Gäste.

Mehr als 550 Luft­bal­lons erober­ten den Nacht­him­mel. (Foto: Wolff)

Im Anschluss an die­se fei­er­li­che Eröff­nung war­te­ten schon zahl­rei­che Kin­der mit ihren Later­nen, die ihren Luft­bal­lons dabei zusa­hen, wie sie vom Rat­haus­vor­platz in den Abend­him­mel geschickt wur­den, danach star­tet der Later­nen­um­zug zum Fest­platz mit musi­ka­li­scher Beglei­tung des Spiel­manns­zugs St. Johan­nes Stu­ken­b­rock. Vor allem über die Betei­li­gung an dem Abend freut sich die Orga­ni­sa­to­ren. „Mehr als 550 Teil­neh­mer haben an dem Bal­lon-Wett­be­werb teil­ge­nom­men“, so Iris Diek­mann — ein abso­lu­ter Rekord.
Auch der Wet­ter­gott schien den August­dor­fern wohl­ge­son­nen. Und so ström­ten eben­falls am Sams­tag zahl­rei­che Besu­cher zum Foy­er der wineo Are­na, um den Pickert vom Hei­mat­ver­ein August­dorf und die Sup­pe zu kos­ten, die vom DRK Team August­dorf ser­viert wurde.

Mit der musi­ka­li­schen Unter­ma­lung des Orches­ters Vahl­hau­sen Det­mold-Lip­pe fan­den sich immer mehr Hung­ri­ge ein, so dass die Pickerts inner­halb kür­zes­ter Zeit schon aus­ver­kauft waren.

„Dass die so schnell weg­gin­gen habe ich bis­her noch nie erlebt“, wun­der­te sich Sil­ke Sei­bert, die mit ihrer Fami­lie eben­falls ger­ne die lip­pi­sche Spe­zia­li­tät pro­biert hät­te. Statt­des­sen wan­der­te sie nun über das Kir­mes­ge­län­de, wo neben Brat­wurst, Pom­mes und Crepes in die­sem Jahr auch Piz­za Bra stand. „Bra ist die rus­si­sche Abkür­zung für Bru­der“, erklärt der Betrei­ber, der jeden Don­ners­tag auch auf dem Rewe-Markt steht. Sein Rezept-Geheim­nis? „Alles selbst gemacht!“, schmun­zelt der Inha­ber. Er zeig­te sich mit dem Besuch der Ver­an­stal­tung sehr zufrieden.

Aber natür­lich gab es am Wochen­en­de nur das kuli­na­ri­sche, son­dern auch sport­li­che Ange­bo­te. So konn­te das Team Fun­ken­flug beim „Fair-Play-Cup“ den ers­ten Platz für sich verbuchen.

Am Abend dann hieß es bes­te Unter­hal­tung. Denn die August­dor­fer Ein­zel­händ­ler hat­ten zum Tanz­abend in die Fest­hal­le eingeladen.
Die Par­ty­band Graf­fi­ti mit­samt ihrer Sän­ge­rin Bian­ca Shom­burg schaff­ten inner­halb weni­ger Tak­te gute Stim­mung in der Fest­hal­le, die bis in die frü­hen Mor­gen­stun­den anhielt.

Die Kir­mes hielt über die Tage vie­le Attrak­tio­nen bereit. (Foto: Wolff)

Und auch abseits der Kir­mes ver­lief, bis auf eine klei­ne­re Aus­ein­an­der­set­zung, alles ruhig. Wo bis in die frü­hen Mor­gen­stun­den noch das Tanz­bein geschwun­gen wur­de, fand nur ein paar Stun­den spä­ter dann am Sonn­tag der öku­me­ni­sche Got­tes­dienst statt. „Es war eine schö­ne Stun­de, an der knapp 200 Besu­cher teil­ge­nom­men haben“, freu­te sich Pfar­re­rin Johan­na Krum­bach im Anschluss an die Feierstunde.

Nur weni­ge Stun­den spä­ter war selbst vor der Wit­ex­hal­le dann das don­nern­de Geräusch der Holz­schu­he noch zu hören, als deren Trä­ger um den Gol­de­nen Holz­schuh tanz­ten. Und auch dabei gab es in die­sem Jahr eine Pre­mie­re. Denn zum ers­ten Mal durf­ten sich zwei Gewin­ner den ers­ten Platz tei­len: der Titel­ver­tei­di­ger Rewe Tanz­team und die Schü­le­rin­nen und Schü­ler von der Grund­schu­le In der Senne.

Unter gro­ßem Applaus mar­schier­ten sie­ben Tanz­grup­pen unter der musi­ka­li­schen Beglei­tung des Musik­zu­ges der Frei­wil­li­gen Feu­er­wehr Schlan­gen in die Hal­le ein und prä­sen­tier­ten ihr Kön­nen zum Kir­me­s­tanz „Wenn dä Pap­pe met dä Mam­me no de Ker­me­ses chot“. Danach wur­de es ernst.

Mode­ra­tor Ralf-Peter Kai­ser mode­rier­te gewohnt locker die Ver­an­stal­tung, bei der in die­sem Jahr auch eine gewis­se Weh­mut mit­schwang, lös­te sich die Initia­ti­ve Holz­schuh­tanz doch nach der Ver­an­stal­tung auf. Grund genug für Kai­ser sich bei den Orga­ni­sa­to­ren noch ein­mal aus­drück­lich zu bedan­ken. Und auch Bür­ger­meis­ter Dr. Andre­as Wulf zoll­te den Akti­ven sein Hochachtung.

„Auch wenn ich es scha­de fin­de, dass Sie auf­hö­ren, kann ich es gut ver­ste­hen“, so Wulf. Der zeit­lich Ein­satz sei sehr hoch gewesen.
Mode­ra­tor Kai­ser zeig­te sich im Anschluss an die Ver­an­stal­tung sehr gerührt. „Es war eine tol­le Zeit und natür­lich ste­he ich auch in Zukunft für die Mode­ra­ti­on wei­ter zur Ver­fü­gung“, erklär­te er.

Als die letz­ten Holz­schuh­tän­zer die Hal­le ver­las­sen hat­te, ver­zau­ber­te Ingo Dicke­wied mit Songs von Udo Jür­gens das Publi­kum, das noch ger­ne in der Fest­hal­le blieb um die 175. Kir­mes mit Songs wie „Mit 66 Jah­ren“ aus­klin­gen zu lassen.

„Es war ein­fach wun­der­schön“, so das Fazit vie­ler Besu­cher. Und in einem waren sich alle einig: Nächs­tes Mal sind wir wir wie­der dabei!“

Noch mehr Ein­zel­hei­ten und die Bil­der­stre­cke fin­den Sie in der kom­men­den Aus­ga­be der August­dor­fer Nach­rich­ten am 19.10.

Von Redaktion

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