Zar­te Flie­der­blät­ter und duf­tend wei­ße Blü­ten­stän­de, die von zuwei­len bizarr ver­zweig­ten Kro­nen her­ab­hän­gen und hel­le Tup­fer in die som­mer­li­chen Wäl­der zau­bern – wer könn­te von die­ser Schön­heit etwas Schlech­tes den­ken? Doch die Robi­nie ist nicht unum­strit­ten. Aus Nord­ame­ri­ka stam­mend, wur­de Robi­nia pseu­da­cacia vor über 300 Jah­ren nach Mit­tel­eu­ro­pa ein­ge­führt. Benannt ist sie nach dem fran­zö­si­schen Hof­gärt­ner Jean Robin.

Lebensraum-Eroberung mit Hilfe von Bakterien

Robi­ni­en besie­deln sehr schnell selbst die unwirt­lichs­ten Lebens­räu­me. Das Geheim­nis ihres Erfol­ges steckt unter der Erde: Soge­nann­te Knöll­chen-Bak­te­ri­en, die an der Wur­zel leben, fixie­ren Luft­stick­stoff und die­ser rei­chert sich im Boden an. Die­se Eigen­schaft ist typisch für vie­le wei­te­re Hül­sen­frücht­ler (Legu­mi­no­sen), wie etwa Lupi­nen, Wicken, Luzer­ne, Klee oder Erb­sen. Für stick­stoff­ar­me Natur­räu­me wie Mager­ra­sen oder Bin­nen­dü­nen ist das ein Pro­blem, da die Anrei­che­rung spe­zia­li­sier­te Pflan­zen­ar­ten ver­drängt und sich statt­des­sen „Aller­welts­ar­ten“ ansiedeln.

Mit 0,1 Pro­zent ist der Anteil der Robi­nie in deut­schen Wäl­dern ver­schwin­dend gering, doch wo die Baum­art sich eta­bliert, ist sie nahe­zu unver­wüst­lich. Die Robi­nie steht daher auf der Lis­te der inva­si­ven Baum­ar­ten. Tole­rant gegen­über Salz und Luft­ver­schmut­zung, kommt die Robi­nie mit städ­ti­schem Kli­ma und schwie­ri­gen Boden­ver­hält­nis­sen gut zurecht. Imker lie­ben die Robi­nie, da die creme­wei­ßen Blü­ten reich­lich Nek­tar geben.

Holz für Brücken, Spielgeräte und Terrassen

Die gele­gent­lich mit der Aka­zie ver­wech­sel­te Robi­nie – des­halb auch „Schein­aka­zie“ – zier­te im 17. Jahr­hun­dert zunächst Barock­gär­ten und Parks. Bald fand sie auf­grund ihres unge­wöhn­lich har­ten Hol­zes Ver­wen­dung im Gru­ben­bau. Als Pio­nier­baum­art beein­druckt sie durch unge­wöhn­lich schnel­les Wachs­tum in den ers­ten Lebens­jahr­zehn­ten. Ihr zähes Holz ist sehr wit­te­rungs­be­stän­dig und damit auch im Frei­en gut ver­wend­bar, zum Bei­spiel für den Bau von Brü­cken, Gar­ten­mö­beln, Spiel­platz­ge­rä­ten und Terrassen.

Von Redaktion

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