Mit einer wei­te­ren Peti­ti­on, die sich für den Abbau der Sperr­pfos­ten an der Lui­sen­stra­ße aus­spricht, hat sich der Haupt- und Finanz­aus­schuss in sei­ner ver­gan­ge­nen Sit­zung befasst. Dabei kam durch einen Vor­schlag von Wolf­gang Hupp­ke auf ein­mal uner­war­tet Wind in die Ange­le­gen­heit, an der sich nun seit Ein­rich­tung die Geis­ter scheiden.

Vor­aus­ge­gan­gen war ein Schrei­ben des August­dor­fers Hel­mut Frie­mel, der sein Schrei­ben mit dem Satz: „Vol­kes Zorn bleibt unge­hört”, über­schrie­ben hat­te. Dar­in begrün­det die­ser umfang­reich, war­um die Sper­rung unnö­tig und unsin­nig sei.

Die Abstim­mung und damit die Ableh­nung durch SPD; FWG und FDP schien vor­pro­gram­miert, da über­rasch­te Wolf­gang Hupp­ke mit einer Idee und lenk­te die Dis­kus­si­on in eine neue Rich­tung. „Was hal­ten Sie von einer Ver­kehrs­in­sel aus Kunst­stoff”, frag­te er die Ausschussmitglieder.

Was im Jahr 1990 in Nier­stein als Welt­pre­mie­re erst­mals im Stra­ßen­ver­kehr ein­ge­setzt wur­de, ist heu­te Stand der Tech­nik und könn­te bald auch in August­dorf Ein­zug hal­ten und die Gemü­ter in der Aus­ein­an­der­set­zung beru­hi­gen. Kon­zi­piert als mobi­le Ver­kehrs­in­seln, die bei Bedarf schnell und ohne gro­ßen Auf­wand auch wie­der demon­tiert wer­den kann, kom­men die Ver­kehrs­in­seln aus Kunst­stoff-Recy­cling heu­te euro­pa­weit zum Einsatz.

Über­ra­schen­der­wei­se konn­ten sich alle Par­tei­en mit der Idee anfreun­den, dar­über zu bera­ten und ver­wie­sen den Antrag an den Aus­s­schuss für Bau, Pla­nung und Umwelt.

Von Redaktion

2 Gedanken zu „Kippt die Absperrung an der Luisenstraße?“
  1. Lie­ber Herr Barz,
    bei einem ver­kehrs­be­ru­hig­ten Bereich han­delt es sich um eine Stra­ße, bei der der typi­sche Cha­rak­ter einer Stra­ße (mit Fahr­bahn, Geh­weg und Rad­weg) nicht vor­herr­schen darf. Solch ein Bereich dient, wie der Name schon sagt, zur Ver­kehrs­be­ru­hi­gung in geschlos­se­nen Ort­schaf­ten. Teil der Ver­kehrs­be­ru­hi­gung ist natür­lich das her­un­ter­set­zen der Geschwin­dig­keit auf Schritt­ge­schwin­dig­keit. Aber dazu gehört eben­so, dass man in sol­chen Berei­chen die Ver­kehrs­dich­te begrenzt, da in eben die­sen die Auf­ent­halts­funk­ti­on über­wie­gen muss (vgl. 1, „Zu den Zei­chen 325.1 und 325.2 Ver­kehrs­be­ru­hig­ter Bereich“ Zif­fer 2). Das Ver­wal­tungs­ge­richt Koblenz hält übri­gens mehr als 20 Fahr­zeu­ge pro Stun­de in einem ver­kehrs­be­ru­hig­ten Bereich für deut­lich zu viel (vgl. 2, Zif­fer 30 ). Maß­nah­men, um die Ver­kehrs­dich­te zu redu­zie­ren, sind dem­entspre­chend unter ande­rem die Ein­rich­tung von Sack­gas­sen oder das Ein­fah­ren in den ver­kehrs­be­ru­hig­ten Bereich nur von einer Sei­te aus zu erlau­ben, um so den Durch­gangs­ver­kehr zu redu­zie­ren (vgl. 3).
    Aus der „Allgemeine[n] Ver­wal­tungs­vor­schrift zur Stra­ßen­ver­kehrs-Ord­nung (VwV-StVO)“ 1 kön­nen sie fol­gen­des entnehmen:
    I. Ein ver­kehrs­be­ru­hig­ter Bereich kann für ein­zel­ne Stra­ßen oder Berei­che in Betracht kom­men. Die Stra­ßen oder Berei­che dür­fen nur von sehr gerin­gem Ver­kehr fre­quen­tiert wer­den und sie müs­sen über eine über­wie­gen­de Auf­ent­halts­funk­ti­on ver­fü­gen. Sol­che Stra­ßen oder Berei­che kön­nen auch in Tem­po 30-Zonen inte­griert werden.
    II. Die mit Zei­chen 325.1 gekenn­zeich­ne­ten Stra­ßen oder Berei­che müs­sen durch ihre beson­de­re Gestal­tung den Ein­druck ver­mit­teln, dass die Auf­ent­halts­funk­ti­on über­wiegt und der Fahr­zeug­ver­kehr eine unter­ge­ord­ne­te Bedeu­tung hat. In der Regel wird ein niveau­glei­cher Aus­bau für die gan­ze Stra­ßen­brei­te erfor­der­lich sein.
    III. Zei­chen 325.1 darf nur ange­ord­net wer­den, wenn Vor­sor­ge für den ruhen­den Ver­kehr getrof­fen ist.
    IV. Zei­chen 325.1 ist so auf­zu­stel­len, dass es aus aus­rei­chen­der Ent­fer­nung wahr­ge­nom­men wer­den kann; erfor­der­li­chen­falls ist es von der Ein­mün­dung in die Haupt­ver­kehrs­stra­ße abzu­rü­cken oder beid­sei­tig aufzustellen.
    V. Mit Aus­nah­me von Park­flä­chen­mar­kie­run­gen sol­len in ver­kehrs­be­ru­hig­ten Berei­chen kei­ne wei­te­ren Ver­kehrs­zei­chen ange­ord­net wer­den. Die zum Par­ken bestimm­ten Flä­chen sol­len nicht durch Zei­chen 314 gekenn­zeich­net wer­den, son­dern durch Mar­kie­rung, die auch durch Pflas­ter­wech­sel erzielt wer­den kann.
    Dem­entspre­chend müss­te die Gemein­de, wenn sie kon­se­quent ist, sämt­li­che ver­kehrs­be­ru­hig­te Berei­che in August­dorf über­den­ken. Ent­spre­chen­de Gegen­maß­nah­men könn­ten z. B. die Ein­füh­rung von Tem­po 30 Zonen anstel­le der ver­kehrs­be­ru­hig­ten Berei­che sein oder auch die Ein­füh­rung von sehr vie­len Sack­gas­sen als ver­kehrs­be­ru­hig­te Berei­che mit ent­spre­chen­den Zubrin­ger-Stra­ßen, die eben nicht ver­kehrs­be­ru­higt sind.
    Ver­kehrs­be­ru­hig­te Berei­che sind halt kei­ne nor­ma­len Stra­ßen. Sie unter­schei­den sich übri­gens auch von Spiel­stra­ßen, die kom­plett für den Ver­kehr gesperrt sind, aber das Kin­der­spie­len zulas­sen (vgl. 4).
    Mit bes­ten Grüßen
    1http://www.verwaltungsvorschriften-im-internet.de/bsvwvbund_26012001_S3236420014.htm
    2http://www.landesrecht.rlp.de/jportal/portal/t/7qe/page/bsrlpprod.psml?pid=Dokumentanzeige&showdoccase=1&doc.id=MWRE110002252&doc.part=L
    3https://de.wikipedia.org/wiki/Verkehrsberuhigter_Bereich
    4https://de.wikipedia.org/wiki/Spielstra%C3%9Fe

  2. Guten Mor­gen,
    vie­len Dank an Wolf­gang Hupp­ke! Die­se Absper­rung ist allein des­we­gen schon absurd, da es sich um eine Stra­ße han­delt. Auf Stra­ßen ver­keh­ren Fahr­zeu­ge und Fuß­gän­ger. Die­se müs­sen sich an bestimm­te vor­ge­ge­be­ne, für jeden nach­voll­zieh­ba­re Regeln hal­ten. Ansons­ten fließt kein Ver­kehr. Das gilt beson­ders für ALLE ver­kehrs­be­ru­hig­ten Zonen in August­dorf, in denen stän­dig mit spie­len­den Kin­dern gerech­net wer­den muss. Des­we­gen ist die zuläs­si­ge Höchst­ge­schwin­dig­keit dort Schritt­ge­schwin­dig­keit! Wenn dies nicht ein­ge­hal­ten wird, soll­ten Ver­kehrs­über­wa­chung und leich­te bau­li­che Ver­än­de­run­gen in Fra­ge kom­men! Aber eine Stra­ße sper­ren? So stiehlt man sich aus der Ver­ant­wor­tung, selbst Sor­ge zu tra­gen, dass Kin­der hier sorg­los spie­len kön­nen, ohne gleich den Ver­kehr zu sper­ren! Bereits öfter ist vor­ge­schla­gen wor­den, dass die Gemein­de die Anwoh­ner (wel­che letzt­lich die Schnell­fah­rer sind!) bei­spiels­wei­se per Flug­blatt ein­mal jähr­lich auf Ein­hal­ten der Schritt­ge­schwin­dig­keit hin­wei­sen könn­te. Als bau­li­che Ver­än­de­run­gen kämen viel sin­ni­ger Fahr­bahn­schwel­ler in Fra­ge, die eine höhe­re Geschwin­dig­keit als Schritt­ge­schwin­dig­keit bei­spiels­wei­se gar nicht zulas­sen. Wie­so muss es immer gleich das Extrem sein anstatt dau­er­haf­te Maß­nah­men zu ergrei­fen, die allen Bedürf­nis­sen gerecht wer­den können?
    Vie­le Grüße
    Allen Lesern wün­sche ich eine schö­ne Woche
    Joa­chim Barz

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