„Ich bin ganz ent­spannt. Glück­li­cher­wei­se wählt nicht der Gemein­de­ver­bands­vor­stand des CDU den Bür­ger­meis­ter­kan­di­da­ten, son­dern die Mit­glie­der der CDU bestim­men dar­über und dann am Wahl­tag ent­schei­det der Wähler.“

Die­se Wort wer­den noch manch einem im Ohr klin­gen. Gespro­chen hat sie Bür­ger­meis­ter Dr. Andre­as Wulf, nach­dem öffent­lich wur­de, dass der CDU-Vor­stand des August­dor­fer Gemein­de­ver­ban­des ihn nicht als Bür­ger­meis­ter­kan­di­da­ten haben will und ihn dar­um den Mit­glie­dern nicht vor­schla­gen wür­de. „15 Jah­re sind genug, wir wol­len fri­schen Wind“, hieß es damals.

Wie schnell sich die­ser Wind dre­hen kann, muss­te der Vor­stand am ver­gan­ge­nen Mitt­woch­abend fest­stel­len. Dort woll­te man den Beschluss durch die Mit­glie­der noch ein­mal bestä­ti­gen – und scheiterte.

Mit einer Mehr­heit von drei Stim­men spra­chen sich die Mit­glie­der gegen den Beschluss des Vor­stan­des aus und stärk­ten damit Wulf den Rücken. Dar­auf­hin tra­ten die Vor­sit­zen­den des Ver­ban­des Frank Salo­mon, Uwe Rieks und Gott­fried Den­ne­bier mit sofor­ti­ger Wir­kung zurück. „Wir hat­ten nicht damit gerech­net”, gibt Salo­mon unum­wun­den am kom­men­den Tag zu.

Wie es jetzt im Ver­band wei­ter geht, kann kei­ner der drei sagen. Hört man sich bei CDU-Mit­glie­dern um, ist von Schock­star­re die Rede. Nichts­des­to­trotz beto­nen alle drei, dass dies ein demo­kra­ti­scher Pro­zess sei. „Wir sind zwar trau­rig aber nicht ver­bit­tert”, so die Aus­sa­ge. Aus­wir­kung auf die Frak­ti­ons­ar­beit habe der Rück­tritt jedoch nicht. „Ich bin stolz auf die Zusam­men­ar­beit in der Frak­ti­on”, unter­streicht Lutz Müller.

Für ihn ist das letz­te Wort eh noch nicht gespro­chen. „Bei der Mit­glie­der­ver­samm­lung waren eini­ge noch nicht da. Außer­dem wur­de ja auch noch kein Kan­di­dat nomi­niert”, erklärt er. die Abstim­mung sei nach wie vor offen.

War­um haben sich die Vor­sit­zen­den dann dazu ent­schie­den, zurück­zu­tre­ten? „Weil durch die Abfra­ge deut­lich wur­de, dass unser im Vor­stand ein­stim­mig gefass­ter Beschluss von den Mit­glie­dern nicht mit­ge­tra­gen wur­de”, so Salomon.

Auch aus den ande­ren poli­ti­schen Lagern ist man erstaunt und ent­setzt über den Rück­tritt. „Das zer­reißt noch die CDU” hört man immer wieder.

Wulf jeden­falls ist durch die Ver­trau­ens­fra­ge erst ein­mal gestärkt. „Er hat rich­tig Rücken­wind bekom­men”, hieß es auch am Tag dar­auf bei den Mit­ar­bei­tern aus der Verwaltung.

Der CDU-Vor­stand muss sich nach dem Rück­tritt schnell neu fin­den. „Immer­hin ist im Augen­blick kei­ner mehr zeich­nungs­be­rech­tigt”, so Salomon.

Von Redaktion

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