Schwarz­storch, Uhu und Wild­kat­ze: In Lip­pe haben sich dank ver­schie­dens­ter Anstren­gun­gen bereits aus­ge­rot­te­te Arten wie­der ange­sie­delt. Die Erfol­ge zei­gen, dass die Regi­on viel­fäl­ti­ge Lebens­räu­me bie­tet, die geschützt wer­den müs­sen und dass Arten­schutz auf loka­ler Ebe­ne anfängt.

Um dem fort­schrei­ten­den Arten­ster­ben ent­ge­gen­zu­wir­ken und die Arten­viel­falt zu bewah­ren, legt der Kreis Lip­pe nun die Bio­di­ver­si­täts­stra­te­gie „Lip­pes leben­di­ge Viel­falt“ vor. Denn ande­re Arten wie die Rin­gel­nat­ter oder der Feld­sper­ling haben es schwer – auch in Lip­pe. Das Werk nimmt die Zie­le des Zukunfts­kon­zepts Lip­pe 2025 auf, das öko­lo­gi­sche Gleich­ge­wicht sowie den Arten­schutz zu sichern. „Indem wir unse­re Umwelt schüt­zen und Arten­viel­falt för­dern, för­dern wir in ers­ter Linie auch den Erhalt der Art ‚Mensch‘!
Die Bio­di­ver­si­täts­stra­te­gie soll eine Trend­wen­de auf regio­na­ler Ebe­ne ein­läu­ten, zugleich aber auch Blau­pau­se für ande­re Kom­mu­nen sein“, erklärt Land­rat Dr. Axel Lehmann.

Über 130 Zie­le und Maß­nah­men hat der Kreis für sich selbst fest­ge­legt. So etwa die Neu­schaf­fung von Lebens­räu­men: Unter ande­rem wird das Ansä­en grö­ße­rer Wie­sen­be­rei­che, die eine wich­ti­ge Nah­rungs­quel­le für Insek­ten dar­stel­len, finan­zi­ell unterstützt.
Mit den lip­pi­schen Kom­mu­nen ist die Fort­set­zung des Bünd­nis­ses „Blü­hen­de Land­schaft Lip­pe“ geplant, das vie­ler­orts bei­spiel­haf­te Blüh­zo­nen schafft.

Zudem sol­len durch geän­der­te Mäh­rhyth­men blü­ten­rei­che­re Stra­ßen- und Weg­rän­der ermög­licht wer­den. Amphi­bi­en pro­fi­tie­ren von neu ange­leg­ten Klein­ge­wäs­sern. „Jeder kann mit­hel­fen, Tier- und Pflan­zen­ar­ten wie­der mehr Refu­gi­en ein­zu­räu­men, oder aktiv in Natur­schutz­ver­bän­den an Schutz­pro­jek­ten mit­ar­bei­ten“, sagt Jür­gen Brauns­dorf, Stab­stel­le Bio­di­ver­si­tät beim Kreis Lippe.
Zusätz­lich dazu ste­hen zwei Hot­spots der Bio­di­ver­si­tät im Mit­tel­punkt der Stra­te­gie. Das Natur­schutz­groß­pro­jekt Sen­ne und Teu­to­bur­ger Wald wird unter der Feder­füh­rung des Krei­ses fort­ge­führt und per­spek­ti­visch zusam­men mit dem Archäo­lo­gi­schen Frei­licht­mu­se­um und Flä­chen der NRW Stif­tung zum „Ur.Land“ erweitert.

Ohne­hin soll aus Sicht des Krei­ses die Sen­ne ein Lebens­raum sel­te­ner Pflan­zen und Tie­re blei­ben. Dafür bie­tet sich an, die Sen­ne als „natio­na­les Natur­er­be“ über das Land beim Bund anzumelden.

An der Erar­bei­tung von „Lip­pes leben­di­ge Viel­falt“ haben mehr als 60 Per­so­nen mit­ge­wirkt. Den Start­schuss gab Anfang 2018 die mit über 500 Teil­neh­mern abge­hal­te­ne 1. Lip­pi­sche Arten­schutz­kon­fe­renz. Neben Ver­tre­tern aus der Kreis­ver­wal­tung, der Kom­mu­nen und der Poli­tik steu­er­ten auch die Forst- und Land­wirt­schaft, Natur­schutz­ver­bän­de sowie wei­te­re Ver­bän­de und Ver­ei­ne ihre Fach­kom­pe­tenz und Ideen bei. „Durch den breit ange­leg­ten Par­ti­zi­pa­ti­ons­pro­zess haben wir eine umfas­sen­de Stra­te­gie erstellt, die gro­ßen Rück­halt hat“, betont Dr. Ute Röder, Fach­be­reichs­lei­te­rin Ener­gie und Umwelt.

Der Maß­nah­men­ka­ta­log ist in zwei Tei­le geglie­dert: Teil A beinhal­tet eige­ne Maß­nah­men und Zie­le sowie Anre­gun­gen von Drit­ten, die der Kreis inner­halb sei­ner Zustän­dig­kei­ten rea­li­sie­ren bezie­hungs­wei­se unter­stüt­zen kann. In Teil B sind Vor­ha­ben von betei­lig­ten Drit­ten auf­ge­lis­tet, die der Kreis nicht beschlie­ßen kann, deren Umset­zung er jedoch aus­drück­lich begrüßt.
Röder ergänzt: „Der gro­ße Vor­teil des Kon­zep­tes ist, dass wir es kon­ti­nu­ier­lich fort­schrei­ben und damit auf aktu­el­le Ent­wick­lun­gen reagie­ren können.“

Der Kreis emp­fiehlt daher eine Ver­ste­ti­gung des Aus­tau­sches. „Wir wol­len ein Vor­bild für ande­re Krei­se und Städ­te sein und zei­gen, dass eine gesun­de Umwelt unwi­der­ruf­lich mit einer lebens­wer­ten Zukunft ver­bun­den ist“, so Lehmann.
Die Bio­di­ver­si­täts­stra­te­gie wur­de am 14. Novem­ber in den Umwelt­aus­schuss ein­ge­bracht und soll im Dezem­ber im Kreis­tag beschlos­sen werden.

Von Redaktion

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