Ein­stim­mig haben die Mit­glie­der aller im Rat befind­li­chen Par­tei­en und der Frei­en Wäh­ler­ge­mein­schaft in der letz­ten Sit­zung beschlos­sen, die Abfall­ent­sor­gungs­auf­ga­be der Klär­schlamm­ver­wer­tung, die der Gemein­de August­dorf als Betrei­ber der Klär­an­la­ge obliegt, ab dem 01.01.2024 auf den Abfall­wirt­schafts­ver­band Lip­pe (AWV) zur Erfül­lung zu übertragen.

Dabei wur­den die Gemein­de­wer­ke beauf­tragt, mit dem AWV eine ent­spre­chen­de Ver­ein­ba­rung abzu­schlie­ßen, in der sich die Gemein­de August­dorf bis spä­tes­tens zum 20.1 des kom­men­den Jah­res ver­pflich­tet, unter ver­bind­li­cher Anga­be der Klär­schlamm­men­gen, die Auf­ga­be der Klär­schlamm­ent­sor­gung ab dem 01.01.2024 über den AWV wahrzunehmen.

Bür­ger­meis­ter Dr. Andre­as Wulf soll dazu in der nächs­ten Sit­zung des Rates aus­führ­li­che Hin­ter­grund­in­for­ma­ti­on zur Beauf­tra­gung und Über­tra­gung der Klär­schlamm­ent­sor­gung durch AWV darstellen.

Hin­ter­grund:
Die Gemein­de August­dorf betreibt die Klär­an­la­ge. Somit ist sie auch für den dort anfal­len­den Klär­schlamm, der der­zeit knapp 550 Ton­nen pro Jahr beträgt, entsorgungspflichtig.

Die Ent­sor­gung wur­de in den letz­ten Jah­ren immer schwie­ri­ger und kos­ten­auf­wen­di­ger. „Für die bis 2016 kos­ten­güns­tigs­te und in Lip­pe vor­herr­schen­de Auf­brin­gung auf land­wirt­schaft­li­che Flä­chen gibt es teil­wei­se gar kei­ne Ange­bo­te mehr oder Ange­bo­te über 100€ pro Ton­ne Klär­schlamm“, hat­te der Lei­ter der Gemein­de­wer­ke, Armin Zim­mer­mann erklärt.

Ver­ant­wort­lich dafür sei die Abfall­klär­schlamm­ver­ord­nung und die 2017 novel­lier­te Dün­ge­ver­ord­nung. „Die Abfall­klär­schlamm­ver­ord­nung ent­hält unter ande­rem Fris­ten zur Umset­zung bis 2029, die sich ins­be­son­de­re auf den Aus­stieg aus der land­wirt­schaft­li­chen Aus­brin­gung und auf die Phos­phor­re­cy­cling­pflicht für Klär­schlamm aus der kom­mu­na­len Abwas­ser­be­hand­lung bezie­hen“, erläu­ter­te Armin Zim­mer­mann in einem Gespräch mit den August­dor­fer Nach­rich­ten.  Auf­grund der Ver­schär­fung der Dün­ge­ver­ord­nung 2017 hät­ten Land­wir­te kein Inter­es­se. Das lie­ge unter ande­rem an den Ein­schrän­kun­gen, wie den Grenz­wer­ten für Schad­stof­fe und die Her­ab­set­zung der Maxi­mal­men­gen für Nährstoffe.
Auch sei eine wei­te­re Ver­schär­fung der Dün­ge­ver­ord­nung auf­grund der Sank­tio­nen der EU zur Zeit in der Abstimmung.

„Aus bei­den Ver­ord­nun­gen ergibt sich Hand­lungs­be­darf und es erfor­dert neue Struk­tu­ren, die eine gesi­cher­te Ent­sor­gung des Klär­schlamms zu ange­mes­se­nen Prei­sen ermög­li­chen“, heißt es in dem Antrag.

Zur Klä­rung die­ser viel­fäl­ti­gen tech­ni­schen, gebüh­ren- und ver­ga­be­recht­li­chen und orga­ni­sa­to­ri­schen Fra­gen haben sich 80 OWL Kom­mu­nen in der OWL Klär­schlamm­ko­ope­ra­ti­on mit einer Men­ge von über 40.000 t Klär­schlamm Tro­cken­sub­stanz zusam­men­ge­fun­den, um Ant­wor­ten gemein­sam und kos­ten­güns­tig zu erarbeiten.

Die Mit­glie­der des AWV, hat­ten die­sen als eta­blier­ten Auf­ga­ben­trä­ger für Abfall­ent­sor­gungs­leis­tun­gen über einen ent­spre­chen­den Beschluss im Ver­wal­tungs­rat bereits Ende Novem­ber 2017 damit beauf­tragt, sich aktiv an der OWL Koope­ra­ti­on Klär­schlamm zu beteiligen.

Von Redaktion

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