Poli­zis­ten der Kreis­po­li­zei­be­hör­de Lip­pe haben angeb­lich kei­ne höhe­re Arbeits­be­las­tung als die ande­rer Behör­den in Nord­rhein-West­fa­len – im Gegen­teil.  Das hat die von NRW-Innen­mi­nis­ter Her­bert Reul (CDU) in Auf­trag gege­be­ne Orga­ni­sa­ti­ons­un­ter­su­chung ergeben.

Nach Bekannt­wer­den der Pan­nen im Miss­brauchs­falls Lüg­de hat­te es vor einem Jahr gehei­ßen, die Beam­ten sei­en über­las­tet, was zu den Pan­nen bei­getra­gen habe. Das sei nicht so, schreibt jetzt das Lan­des­amt für Zen­tra­le Poli­zei­li­che Diens­te in sei­nem 239 Sei­ten star­ken Bericht an den Minister.

Sel­ten ist eine Poli­zei­be­hör­de in NRW so schnell und so tief durch­leuch­tet wor­den wie die in Lip­pe. Alters­struk­tur, Fort­bil­dun­gen, der Umgang mit Ver­miss­ten­fäl­len, die Befra­gung von Opfern, der Ver­kehrs­dienst, die Auf­be­wah­rung von Asser­va­ten, der Gewahr­sams­dienst, der Umgang mit häus­li­cher Gewalt, Bür­ger­be­schwer­den – die­se und wei­te­re Berei­che wur­den ana­ly­siert und bewer­tet. Nach Anga­ben von Innen­mi­nis­ter Reul haben die Exper­ten 113 Hand­lungs­emp­feh­lun­gen auf­ge­lis­tet, von denen schon 109 umge­setzt wor­den sein sol­len (was aller­dings von ein­zel­nen lip­pi­schen Beam­ten bezwei­felt wird).

Einer Emp­feh­lung wider­setzt sich Land­rat Axel Leh­mann (SPD) aber: Dem Vor­schlag, die Zahl der Wachen zu redu­zie­ren, um Per­so­nal zu bün­deln. Wachen gibt es aktu­ell in Det­mold, Bad Sal­zu­flen, Blom­berg, Lage und Lem­go, und dabei soll es bleiben.
Land­rat Leh­mann: „Wir wol­len für die Bür­ger auf kur­zen Wegen erreich­bar sein und im Not­fall wei­ter­hin zügig am Ein­satz­ort eintreffen.“

Nach Reuls Wor­ten ergab die Unter­su­chung kei­nen Hin­weis dar­auf, dass die Per­so­nal­aus­stat­tung in Lip­pe nicht aus­reicht. „Auch wenn ein­zel­ne Mit­ar­bei­ter von einer hohen Belas­tung sprechen.“

Die Exper­ten hat­ten die Belas­tung der lip­pi­schen Beam­ten mit der in fünf ähn­li­chen Behör­den ver­gli­chen, dar­un­ter Min­den-Lüb­be­cke, Pader­born und Güters­loh. Betrach­tet wur­de der Zeit­raum seit 2014. Dem­nach war die Zahl der Fäl­le pro Mit­ar­bei­ter im Ermitt­lungs­dienst nir­gend­wo so nied­rig wie in Lippe.

Hier war jeder Beam­te im Jah­res­schnitt mit 265 Fäl­len befasst. In der Güters­lo­her Behör­de waren es dage­gen 280, im Kreis Pader­born 314, und in Min­den-Lüb­be­cke 325. Auch der Kran­ken­stand in Lip­pe sei nicht auf­fäl­lig, heißt es in dem Bericht. Er lie­ge mit sie­ben Pro­zent nahe am Lan­des­schnitt von 7,8 Prozent.

Von Redaktion

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